Würzburg

Trockene Texte dramatisch zugespitzt

Zwei Autoren schrieben im Auftrag der Stadt Gerolzhofen „Du musst dran glauben“: Christine Weisner und Roman Rausch. Die bilden eine interessante Mischung. Der recht erfolgreiche Autor historischer Romane wurde 1961 selbst in Gerolzhofen geboren, seine Kollegin stammt aus dem Hinterland von Mespelbrunn. Vor über 20 Jahren verfasste sie ein Standardwerk zur Würzburger Stadtgeschichte mit, worin der Ruf des Fürstbischofs Echter erstmals stark angekratzt wurde. Weisner beobachtet heute interessiert, dass die „Echter-Demontage“ zwischenzeitlich Mainstream wurde, der Herrscher aber „inzwischen differenzierter“ betrachtet wird.

Ein ganze Menge Dokumente und Quellen stellte dem Autoren-Duo Professor Rainer Leng zur Verfügung, der die Hintergrundforschungen für die baldige Echter-Ausstellung im Museum Dom betreibt. Wer beim Schreiben Zweifel bekam, ob sich seine oder ihre Fiktion mit der historischen Wirklichkeit beiße, konnte sich vertrauensvoll an den Dozenten der Universität Würzburg wenden.

Für Christine Weisner lag hier ein besonderer Reiz der Auftragsarbeit: „Wir hatten die Möglichkeit, die trockenen Quellen der Geschichte dramatisch zuzuspitzen und die emotionale, menschliche Seite dazu zu konstruieren.“ Bemerkenswert findet die Autorin auch die Haltung der beiden Kirchen: „Sie waren sehr offen für das Künstlerische und haben nicht nur darauf geachtet, dass ihre Konfession am Ende am besten dasteht auf der Bühne.“ Abgesehen von der Co-Autorschaft zur Würzburger Stadtgeschichte mit Dr. Hans Steidle (inzwischen Stadtheimatpfleger), arbeitet Weisner auf dem breiten Spektrum zwischen Gästeführung, Spielfilmdrehbuch und einer durchaus politischen Frauengeschichte.

Roman Rausch kehrt in mindestens zweifacher Weise nach Gerolzhofen zurück (aus seinem gegenwärtigen Wohnort Berlin). Einmal ist er dort geboren, sodann verfasste er bereits vor zwei Jahren ein Freilichttheaterstück für diese Stadt, „Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen“. Das spielt 1945.

Der Echterzeit steht Rausch derzeit nahe „durch die Recherche an meinem neuen Buch ,Die Brücke über den Main‘. Eine interessante Figur, die sich durch die jüngste Forschung Robert Maiers etwas anders darstellt, als über die Jahrhunderte kolportiert.“ Auf dieser Grundlage war es für ihn „leichter, tiefer in die Auseinandersetzung zwischen Echter und Luther einzusteigen“, sagt Roman Rausch.

Der Begründer der Würzburger Regionalkrimis trat mittlerweile hinter den Verfasser historischer Romane zurück. In diesem Genre zeichnete ihn die Leipziger Buchmesse 2015 mit dem Goldenen Homer aus. Kein Wunder, dass die Gerolzhöfer ihn als Autor für „Du musst dran glauben“ wiederhaben wollten.

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