Lülsfeld

ÜZ jetzt auch für Krisenfall gerüstet

5,5 Millionen Euro hat das neue Werkstattgebäude der ÜZ Lülsfeld gekostet. Neben der Werkstatt (Foto) sind darin auch das neue Rechen- und Krisenzentrum, das gewerbliche Ausbildungszentrum und die Büros für die Mitarbeiter in Sachen Netzservice untergebracht.
Foto: Norbert Vollmann | 5,5 Millionen Euro hat das neue Werkstattgebäude der ÜZ Lülsfeld gekostet. Neben der Werkstatt (Foto) sind darin auch das neue Rechen- und Krisenzentrum, das gewerbliche Ausbildungszentrum und die Büros für die ...

Der Wettbewerb auf dem Energiemarkt und die umfassende Digitalisierung in allen Bereichen stellt die Unterfränkische Überlandzentrale als regionalen Energieversorger vor große Herausforderungen.

Allein 45 Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren in neue und intelligente Netze investiert. Jetzt flossen 5,5 Millionen Euro in das neue Werkstattgebäude. Es ist der ganze Stolz des Unternehmens. Das konnte man bei der Einweihung feststellen.

Denn das Werkstattgebäude ist weit mehr als der Name sagt. Allein das in den 32 Meter langen und 30 Meter breiten Baukörper integrierte neue Rechen- und Krisenzentrum ist ein kleines High-Tech-Wunder.

So könnte die ÜZ auch bei einem Totalausfall der Stromversorgung eine Woche lang dank der Notversorgung im Inselbetrieb überdauern und im kompletten Blackout-Fall den Betrieb weiterführen, um den Versorgungsbetrieb schnellstmöglich wieder in Gang zu bringen.

Drei Trafostationen, zwei große Dieselerdtanks und ein eigenes Notstromaggregat machen dies möglich.

Alles für den Not- und Krisenfall

Auch wenn niemand damit rechnet, aber die ÜZ ist auf den schlimmsten Fall vorbereitet. Dazu ist auch gewährleistet, dass die Kommunikation von drinnen nach draußen und umgekehrt in dieser Notsituation weiter funktioniert.

Auf diese Weise könnte in einem großen Krisenfall Lülsfeld zum Nabel des Landkreises Schweinfurt werden, wenn selbst im Landratsamt als dem eigentlichen Lagezentrum im Landkreis die Lichter ausgehen sollten. Denn auch daran ist gedacht: Der neue Schulungsraum im Werkstattgebäude ist im Ausnahmefall als Krisenbesprechungsraum verwendbar und mit all dem ausgestattet, was dafür an moderner Technik erforderlich ist.

Mitarbeiter mit Herzblut dabei

Und noch ein weiteres kleines Beispiel für eine bis ins letzte Detail durchdachte Planung. Die überdimensionalen Karten und Pläne, die für normale Aufhängevorrichtungen zu groß waren, hängen nun im Gang an der Wand, fixiert von handelsüblichen Büromagneten. Die Magnetfarbe macht‘s möglich. Aber nicht nur hier staunt der Laie. Im Gebäude findet er High-Tech zuhauf.

ÜZ-Chef Gerd Bock bescheinigte bei der Einweihung allen beteiligten Mitarbeitern ihr Herzblut in das Projekt gesteckt zu haben. Über 20 Firmen seien beteiligt gewesen. Ein Großteil der Aufträge sei an Firmen von hier gegangen, so dass mit dem 5,5 Millionen Projekt ein weiterer Beitrag zur regionalen Wertschöpfung geleistet wurde, wie der geschäftsführende Vorstand betonte.

Aufsichtsratsvorsitzender Elmar Henke bezeichnete das genossenschaftliche Energieversorgungsunternehmen als maßgebenden Akteur, den tiefgreifenden Wandel der regionalen Energiewirtschaft mitzugestalten. Den begreife man als Herausforderung aber auch als Chance.

Ziel all der erforderlichen Investitionen und Kraftanstrengungen sei die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze, des Standortes und des Bestandsgeschäftes mit einer sicheren Stromversorgung als Hauptgrundlage. Ein Segment der zukunftsweisenden Strategie, ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Genossenschaft und ein klares Bekenntnis zum Standort Lülsfeld zugleich sei das Werkstattgebäude.

Bayerns Innen-Staatssekretär Gerhard Eck brachte seinen Respekt und seine Anerkennung zum Ausdruck. Die ÜZ bezeichnet er einmal mehr als Erfolgsstory, wenn man sehe, dass zuletzt 45 Millionen Euro in neue Technologien investiert worden seien und man es hier mit einem Anlagevermögen zwischen 160 und 180 Millionen Euro zu tun habe. Eck hob hervor: „Die ÜZ ist ein Segen für die Region, immer am Puls der Zeit und ausgezeichnet für die Zukunft aufgestellt, wenn man sich etwa die Anstrengungen in Sachen E-Mobilität ansieht.“

Stellvertretende Landrätin Christine Bender stellte für den Landkreis Schweinfurt die Rolle der ÜZ als größte Energieversorgungsgenossenschaft Bayerns und Besonderheit auf dem deutschen Strommarkt als ländlicher Energieversorger heraus.

Bürgermeister Wolfgang Anger würdigte die Bedeutung des Unternehmens für das kleine Lülsfeld: „Die ÜZ stärkt auch und gerade die Finanzkraft der Gemeinde. Es lässt mich etwas ruhiger schlafen, wenn man ein derartig zuverlässiges Unternehmen vorweisen kann“.

Architekt Reinhold Jäcklein (Volkach), der mit seinem Bauleiter Karsten Otto gekommen war, machte deutlich, dass nun alle Gebäude auf dem ÜZ-Betriebsgelände mit Ausnahme der Autowerkstatt saniert oder neu gebaut seien. Jäcklein verlieh seiner Genugtuung Ausdruck, dass es gelang, am Ende sowohl den zeitlichen als auch wirtschaftlichen Rahmen einzuhalten.

Sodann war der Weg frei für die Schlüsselübergabe – letztlich an ÜZ-Netzservice-Leiter Jürgen Kriegbaum. Den kirchlichen Segen erteilten die evangelische Pfarrerin Christiane Rüpplein (Eichfeld) und ihr katholischer Amtsbruder Pfarrer Stefan Mai (Gerolzhofen). Beim Rundgang durch die Räumlichkeiten führten Jürgen Kriegbaum, Thomas Strumpf und Stefan Stühler die Ehrengäste.

ONLINE-TIPP

Weitere Bilder von der Einweihung des Werkstattgebäudes: www.mainpost.de

Das Werkstattgebäude der ÜZ im Überblick

Das neue Werkstattgebäude der Überlandzentrale (ÜZ) in Lülsfeld entstand für 5,5 Millionen Euro in eineinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit unmittelbar neben dem alten Standort auf dem ÜZ-Betriebsgelände. Das alte Gebäude war in die Jahre gekommen und genügte nicht mehr den Anforderungen an einen zeitgemäßen Betrieb. Egal ob baulich, energetisch oder funktionell. Im neuen Gebäude befinden sich ebenerdig das Bezirksstellenlager, die Werkstatt, das gewerbliche Ausbildungszentrum, wo im September übrigens die erste gewerbliche Auszubildende als Elektronikerin für Automatisierungstechnik ihren Dienst mit antreten wird, das Prüfzentrum, Lagerräume für die Montagegruppen des Netzservices sowie Sozialräume. In den Büros im Stockwerk darüber mit dem erwähnten Schulungsraum sind Leitung, Sekretariat, Arbeitsvorbereitung, Netzmeister und Bauleiter des Bereichs Netzservice untergebracht, dazu der als Krisenzentrum nutzbare Schulungsraum. Das Kellergeschoss beherbergt das neue Rechenzentrum inklusive der Ersatznetzleitstelle und der modernen Brandfrüherkennung mit Stickstofflöschanlage. Vom neuen Gebäude aus erfolgt jetzt die komplette Beheizung der Gebäude und Anlagen auf dem Betriebsgelände über die Wärmerückgewinnung der Abwärme des Rechenzentrums. novo

Architekt Reinhold Jäcklein übergibt den Schlüssel für das neue Werkstattgebäude der ÜZ in Lülsfeld an Aufsichtsratsvorsitzenden Elmar Henke, den Leiter des Bereiches Netzservice, Jürgen Kriegbaum, und den geschäftsführenden Vorstand, Gerd Bock (von links).
Foto: Norbert Vollmann | Architekt Reinhold Jäcklein übergibt den Schlüssel für das neue Werkstattgebäude der ÜZ in Lülsfeld an Aufsichtsratsvorsitzenden Elmar Henke, den Leiter des Bereiches Netzservice, Jürgen Kriegbaum, und den ...
Modernste Technik dominiert das neue Werkstattgebäude der ÜZ, wie hier im Zentrum für die gewerbliche Ausbildung.
Foto: Norbert Vollmann | Modernste Technik dominiert das neue Werkstattgebäude der ÜZ, wie hier im Zentrum für die gewerbliche Ausbildung.
Einer der interessierten Teilnehmer an den Führungen durchs neue ÜZ-Gebäude war Bayerns Innen-Staatssekretär Gerhard Eck (4. von links).
Foto: Norbert Vollmann | Einer der interessierten Teilnehmer an den Führungen durchs neue ÜZ-Gebäude war Bayerns Innen-Staatssekretär Gerhard Eck (4. von links).
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