Würzburg

35. Jazzfestival: Die Jazzkantine serviert Club-Kultur

Sechs Bands an zwei Abenden präsentiert die Jazzinitiative am 26. und 27. Oktober im Fechenbachhaus Würzburg: Vom lyrischen Duo bis zu Jimi Hendrix ist alles dabei.
Die Jazzkantine tritt am 26. Oktober beim Jazzfestival im Felix-Fechenbach-Haus auf.
Foto: Marc Stantien | Die Jazzkantine tritt am 26. Oktober beim Jazzfestival im Felix-Fechenbach-Haus auf.

Gute Musik für Alle holt die Jazzinitiative Würzburg jeden Herbst für zwei Tage zu ihrem Jazzfestival nach Würzburg, in diesem Jahr am 26. und 27. Oktober  schon zum 35. Mal. Heuer noch mehr als zuvor hält sie sich an den eigenen Aufruf: Raus aus der Akademie, rein in den Club! Wobei Club weniger den traditionellen Jazzkeller meint als die Club-Culture, die früher Disco hieß.

Den Samstag beschließt das Leo Betzl Trio aus dem Umfeld der Münchner Jazzrausch Bigband, die den Würzburgern vergangenes Jahr in Großbesetzung mit Techno und Trance aufspielte. Ein ähnlicher Geist pulsiert nun aus Flügel, Bass und Drums.

Songs von Jimi Hendrix ohne Gitarre

Jimi Hendrix eröffnet das Festival – nur ohne Gitarre. „Axis: The Music of Jimi Hendrix“ nennt der junge Pianist Max Arsava sein Quartett mit Sängerin, Sax und Schlagzeug. Die Band, die 2019 den Jazzwettbewerb der Würzburger Musikhochschule gewann, ist in erster Linie fasziniert von der gigantischen Energie des frühvollendeten Bluesrockers Hendrix, sieht im Hintergrund seiner Kunst den Kalten Krieg und den atomaren Overkill. Zugleich arbeitet sie mit seinen äußerst signifikanten Melodien.

Als eigentliche Sensation des Festivals gilt vielen die Jazzkantine mit ihrer Spielart der Clubberei: Rap. Nach 25 Jahren und etlichen Umbesetzungen sind die Herren um Gründer Chriz Eitner nun im gesetzteren Alter, finden aber, dass sich ein solches mit Jazz besonders würdevoll erzielen lässt. Heißt: Die sechs Instrumentalisten begeistern sich für erdverbundene, handgemachte Musik. Drei Vokalisten hauen dazu witzige Reime raus: Captain Cappu und T-Rex im HipHop-Stil, Albert N’Sanda als richtig schöner Sänger.

Osteuropäische Folklore trifft auf Jazz

Die Veranstalter verteilten die sechs Formationen dramaturgisch geschickt über das Wochenende. Dessen schriftliche Beschreibung folgt anderen Regeln. Die jeweils mittlere Band der zwei Abende bringt die eigentlich großen Namen aus der Jazzszene: Rainer Winterschladen und Wolfgang Lackerschmid prägten sie an Trompete und Vibrafon in den 1980er Jahren. Ins 2019er Programm gelangten sie allerdings weder wegen Ruhm noch als Museumsexponate, sondern weil sie wirklich etwas zu sagen haben.

Und noch eine Sparte bringt das Jazzfestival Würzburg erstmals auf die Bühne der alten Waggonfabrik in Grombühl: osteuropäische Folklore gekreuzt mit swingendem zeitgenössischem Jazz. Denn den  Sonntagabend startet Leléka – die ukrainische Sängerin Viktoria Anton in einfühlsamer Interaktion mit dem Liedgut ihrer Heimat und Povel Widestrands Klaviertrio.

Drei Nachspiele zum Jazzfestival

Die Stadt, der Bezirk und das Kunstministerium unterstützen das Festival, der Bayerische Rundfunk schickt einen Ü-Wagen. Andere Autos finden schwer einen Parkplatz, aber die Straßenbahn hat ja eine Haltestelle Felix-Fechenbach-Haus. Der Eintritt kostet pro Abend 40 Euro, für Studierende 25 Euro. Konzertbeginn ist an beiden Tagen um 19 Uhr.

Das Ganze wird auch noch drei Nachspiele haben: Am 7. November bestreitet das Lou-Duo einen Drum-Klavier-Abend im Kulturspeicher (19.30 Uhr). Am 13. November (20 Uhr) ziehen Veranstalter, Schirmherr und Kulturreferent Achim Könneke und Freunde im Theater am Neunerplatz ein Festival-Fazit, lesen Jazz-Stellen aus der Weltliteratur und legen entsprechende Platten auf. Und drei Tage später, am 16. November um 20 Uhr, spielen Burkard Schmidl (Keyboards) und Jochen Volpert (Gitarre) ihre Electronic Fusion World Music bei stahl.lehrmann architekten im Planungsbüro in Rottenbauer, Am Schloss 3.

Flyer mit detaillierten Informationen liegen aus und stehen auf www.jazzini-wuerzburg.de.

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