Würzburg

Corona-Inzidenz über 100: Was das jetzt für Würzburg bedeutet

Am Montag hat die Sieben-Tage-Inzidenz in Würzburg die Marke von 100 überschritten. Damit treten neue Regelungen in Kraft – und OB Schuchardt hat eine Bitte an die Bürger.
Wegen der Corona-Pandemie gilt auf der Alten Mainbrücke in Würzburg eine Maskenpflicht.
Foto: Silvia Gralla | Wegen der Corona-Pandemie gilt auf der Alten Mainbrücke in Würzburg eine Maskenpflicht.

Bereits am Wochenende war der Sieben-Tage-Inzidenzwert in Würzburg stark angestiegen, am Montag hat er jetzt die Marke von 100 deutlich überschritten. Laut Mitteilung des Würzburger Gesundheitsamtes wurden 111 Neuinfektionen im Verlauf der vergangenen sieben Tage gemeldet. Am Sonntag hatte der Wert noch bei 96,1 gelegen. 

Allein von Sonntag auf Montag wurden demnach 45 weitere auf das Coronavirus positiv getestete Personen gemeldet. Mit diesen Neuinfektionen steigt die Zahl der insgesamt auf das Coronavirus positiv getesteten Personen in Stadt und Landkreis Würzburg auf 1934, davon entfallen 1061 auf die Stadt und 873 auf den Landkreis Würzburg. 59 Menschen sind bisher an Covid-19 verstorben.

Es gelten die Regelungen der bayerischen "Corona-Ampel"

Da Würzburg die Inzidenz-Grenze von 100 überschritten hat, gelten für die Stadt ab Dienstag die Regelungen der bayerischen "Corona-Ampel" in der Stufe dunkelrot. Das bedeutet: Maximal fünf Personen oder zwei Hausstände dürfen sich zu privaten Feiern und im öffentlichen Raum treffen. Es gilt die Maskenpflicht überall dort, wo Menschen dicht und länger zusammen sind, unter anderem auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen, in öffentlichen Gebäuden, Arbeitsstätten, Freizeiteinrichtungen, Kulturstätten, auch am Platz in Schulen aller Jahrgangsstufen und Hochschulen. 

Außerdem gelten ab 21 Uhr eine Sperrstunde sowie Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und ein Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen. Zu Veranstaltungen aller Art dürfen sich maximal 50 Personen versammeln – mit Ausnahme von Kirchenveranstaltungen, Demonstrationen und Hochschulveranstaltungen.

Allgemeinverfügung der Stadt bleibt in Kraft

In Kraft bleiben zudem die Beschränkungen, die die Stadt bereits am 17. Oktober per Allgemeinverfügung erlassen hatte. Dazu zählen eine Maskenpflicht von 6 bis 22 Uhr auf der Alten Mainbrücke und am Bahnhofsvorplatz sowie Alkoholverbote in Teilen der Innenstadt. Weitergehende Beschränkungen gibt es trotz der gestiegenen Infektionszahlen zunächst nicht. Auch die Allerheiligenmesse kann somit stattfinden.

"Wenn die täglichen Kontakte festgehalten werden, kann das im Fall einer Infektion die Nachverfolgung deutlich erleichtern."
Christian Schuchardt, Oberbürgermeister

Vor allem in sozialen Medien hatte es in den vergangenen Tagen Kritik an der Durchsetzung der Maskenpflicht auf der Alten Mainbrücke gegeben. Wie es aus dem Rathaus hieß, werde die Einhaltung durch den Kommunalen Ordnungsdienst überwacht. Seit 18. Oktober hätten 31 Kontrollen stattgefunden, dabei seien einige Hinweise und Verwarnungen ausgesprochen worden. Insgesamt werde die Maskenpflicht aber "recht gut" beachtet.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt richtete am Montag die Bitte an die Menschen in Würzburg, private Kontakttagebücher zu führen. "Wenn die täglichen Kontakte festgehalten werden, kann das im Fall einer Infektion die Nachverfolgung deutlich erleichtern", sagte Schuchardt gegenüber dieser Redaktion. Hintergrund sei, dass man sowohl in der Stadt als auch im Landkreis ein "diffuses" - also schwer einzugrenzendes – Infektionsgeschehen beobachte – im Gegensatz zur Lage Anfang September, als zwei Superspreader-Ereignisse sowie Reiserückkehrer für den Anstieg der Infektionszahlen sorgten. 

Inzidenz-Anstieg auch im Landkreis Würzburg

Auch im Landkreis Würzburg steigt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an. Hier meldete das RKI am Montag einen Wert von 73,3. Am Vortag hatte die Zahl noch bei 61,6 gelegen. Für den Landkreis gelten weiter die Regelungen der Stufe „Rot“ der bayerischen „Corona-Ampel.

Bereits am Sonntag hatte das Landratsamt Würzburg mitgeteilt, dass es für Schüler und Lehrer in Stadt und Landkreis bei der Maskenpflicht am Platz bleibt. Am Wochenende habe man geprüft, inwieweit eine Ausnahme von dieser Pflicht angeordnet werden könnte und sich dagegen entschieden – ebenfalls wegen des diffusen Infektionsgeschehens. Die Fälle in Stadt und Landkreis Würzburg seien über das Kreis- und Stadtgebiet verstreut, auch seien mehrere Schulen und Kitas sowie weitere Einrichtungen in Stadt und Landkreis betroffen.

Zugleich bleibt es aber trotz der gestiegenen Infektionszahlen bei der Stufe "Gelb" des Drei-Stufen-Plans des Bayerischen Kultusministeriums. Das bedeutet, dass es in den Schulen vollen Präsenzunterricht gibt. Auch in den Kitas werden weiter alle Kinder betreut, dies jedoch in festen Gruppen.

Versorgung von Covid-19-Patienten ist weiter gewährleistet

Die Versorgung von Covid-19-Patienten in Würzburg ist weiter gewährleistet. Im Klinikum Würzburg Mitte (KWM) werden derzeit acht Patienten im Alter zwischen 45 und über 60 Jahren mit einer Corona-Erkrankung behandelt, zwei davon auf der Intensivstation. "In unseren beiden Kliniken sind sowohl auf den Normal- als auch auf den Intensivstationen Kapazitäten zur Versorgung von Covid-19-Patienten vorhanden. Wir behalten zudem immer tagesaktuell die Situation im Blick, um auch kurzfristig reagieren und gemäß eines festen Stufenplans innerhalb kürzester Zeit weitere Kapazitäten für eine größere Anzahl an Covid-19-Patienten schaffen zu können", sagte Beate Derra vom KWM auf Anfrage. 

Im Universitätsklinikum Würzburg werden zurzeit sieben Covid-19-Patienten im Alter von 21 bis 79 Jahren behandelt, davon zwei intensivmedizinisch. Im UKW sehe man noch "keinen klaren Trend", dieser sei jedoch aufgrund der Bevölkerungsinzidenz zu erwarten, so UKW-Pressesprecherin Susanne Just.

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