Fährbrück

Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik im Bezirk Unterfranken: Gemeinsames Singen und Blick in die Zukunft

Für langjährige Mitglieder der ARGE Fränkische Volksmusik Unterfranken gab es Ehrungen (von links): Vorsitzender Burkard Schmitt, Alfred Dörr, Karl Wolf, Wilfried Fickert (Häusinger Rundtänzer), Heinrich Neugebauer (Blaskapelle Üchtelhausen), Udo Feldinger( Förderverein der Sing- und Musikschule Pro Musica in Würzburg), Gabriele und Günther Hammer sowie die Vorsitzende Inka Pfister.
Foto: Irene Konrad | Für langjährige Mitglieder der ARGE Fränkische Volksmusik Unterfranken gab es Ehrungen (von links): Vorsitzender Burkard Schmitt, Alfred Dörr, Karl Wolf, Wilfried Fickert (Häusinger Rundtänzer), Heinrich Neugebauer ...

"Wie können wir erreichen, dass der Tanzboden kracht?" Um den Fränkischen Volkstanz ging es bei einer Diskussion der Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik im Bezirk Unterfranken (ARGE). Die Vereinsvorsitzenden Burkard Schmitt aus Kürnach (Landkreis Würzburg) und Inka Pfister aus Werneck-Schnackenwerth (Landkreis Schweinfurt) hatten zur Jahreshauptversammlung in den Hubertushof Fährbrück eingeladen.

Seit ihrer Gründung 1979 haben sich die Vereinsmitglieder die Pflege und Förderung der Volksmusik, des Volksliedes, der Mundart und des Volkstanzes auf die Fahnen geschrieben. Die Liebe zur Heimat und die regionale Kultur unterstützt der Bezirk Unterfranken mit seiner Schirmherrschaft, jährlichen Zuschüssen und der Arbeitskraft von Dr. Birgit Speckle als Schriftführerin.

Für "die unkomplizierte Unterstützung des Bezirks" und die Kooperation mit unterfränkischen Facheinrichtungen aus den Bereichen Volksmusik und Trachten ist die Vereinsführung dankbar. Die Aufgaben der "erweiterten Vorstandschaft" sind vielfältig. Das zeigt die frisch konzipierte Homepage mit Vereinsnachrichten, Kontaktdaten, Terminen und der Präsentation des Verlagsangebots.

Noten- und Texthefte

Bei der ARGE können Notenmappen, Noten, Liederhefte oder Tonträger bestellt werden. Im Programm sind Wirtshausliederhefte, Notensätze für Blasmusikkapellen, Hefte für Blockflöten, Adventsliederhefe oder die beliebten Noten- und Texthefte "Lieder aus Franken".

Das von Armin Griebel zusammengestellte "Heft Nummer 19" mit dem Titel "Gott zu ehren lasst euch hören" mit 53 Titeln ist neu veröffentlicht worden. 2021 übernahm Vereinsvorsitzende Ilka Pfister von Hermann Wagner die Verlagsabteilung. Beim Umzug wurde der Bestand gesichtet und neu sortiert.

"Ohne Musik wären unsere Dörfer still und leer"
Waldemar Brohm, stellvertretender Würzburger Landrat

Die Corona-Pandemie hat die Verfechter der fränkischen Kultur schwer getroffen. "Lange ging so gut wie gar nichts", bedauerte Vereinsvorsitzende Pfister. "Es gab keine Tänze, keine Prozessionen, kein Wirtshaussingen und keine Liederabende", erinnerte sie. Erst im Mai dieses Jahres gingen Veranstalter wieder an die Öffentlichkeit.

"In der Schweinfurter Ecke" waren wieder Kirchweih- und Plantänze. Das Fränkische Mariensingen in der Wallfahrtskirche Fährbrück zu Pfingsten war gut besucht, genauso wie ein Fränkischer Abend in Bergrheinfeld oder ein Tanzabend in Maßbach. Jubiläen wurden nachgeholt. Der Bayerische Rundfunk strahlte eine Sondersendung "Fränkisch vor Sieben" aus und beim "Tag der Franken" in Aschaffenburg hat die ARGE drei Bühnen bespielt.

Liebe zum Brauchtum

Allzu gern würden die Mitglieder an frühere Zeiten anknüpfen, als gemeinsam fränkische Lieder gesungen wurden, Rheinländer, Schottisch, der Stampfer, die Sternpolka, die Weidenberger Francaise oder gar der Dreischrittdreher Hochkonjunktur hatten und Kinder oder Planpaare um den Maibaum überlieferte Figurentänze vorführten.

Die Freude am Musizieren sowie die Liebe zum Brauchtum nannten der Hausener Bürgermeister Bernd Schraud und Waldemar Brohm als "hohes Gut". "Ohne Musik wären unsere Dörfer still und leer", beschrieb der stellvertretende Würzburger Landrat Brohm emotionale Momente. Fränkisch-traditionelle Musik und Heimatgefühle seien für ihn und viele Menschen "essentiell wichtig".

Podiumsdiskussion

Bei einer Podiumsdiskussion mit dem Vorsitzenden Schmitt, ARGE-Tanzleiter Josef Eusemann aus Bergrheinfeld und Musikerin und Liedermacherin Steffi Zachmeier aus Nürnberg ging es um die fränkische Brauchtumspflege von früher und heute. Wie kann man Menschen dazu bringen, Spaß an Musik und Tanz zu haben? Fehlt es an Anleitern für Fränkische Tänze?

Dass es kein Patentrezept gibt, darüber waren sich alle Anwesenden einig. Weil sich Menschen nicht mehr binden wollen, könnten Tanzlernabende ohne Verpflichtungen ein Mittel der Wahl sein. Multiplikatoren könnten in Schulen, bei Ferienprogrammen oder in Hüttendörfern Workshops anbieten. Großeltern könnten ihren Enkelkindern eine Tracht spendieren. Und: Bei Tanzabenden sind auch Menschen ohne Tracht oder Dirndl willkommen.

Abende voller Gesang und Tanz

"Du tanzt doch gern", so sollten Menschen persönlich angesprochen werden, meinte Steffi Zachmeier. Ihr schwebe eine "Hilfe zur Selbsthilfe" vor. Sie habe schon so oft erlebt, dass Menschen nach einem Abend voller Singen und Tanz strahlend nach Hause gingen. Musik berühre einfach das Herz.

Über die Homepage hinaus sollte die ARGE auch auf Instagram, bei Facebook oder in Blogs vertreten sein, warb Musikerin Zachmeier für diese Medien. Dann wären Tanztermine, Fränkische Abende, Weihnachtsfeste, Workshops oder Volksmusikfeste leichter zu finden. Flott, frech und zünftig, das sei die fränkische Liedtradition nämlich auch.

Musikantenwallfahrt am 16. Oktober

Die nächste Veranstaltung der ARGE ist die Musikantenwallfahrt am 16. Oktober in Volkach zur Kirche "Maria im Weingarten". Alle Trachtler, Sänger, Musikanten und Freunde der Musik sind dazu eingeladen. Am 2. Juli 2023 ist ein Volksmusikfest in Gerolzhofen geplant.

Ehrung langjähriger Mitglieder

Die Vorsitzenden ehrten bei der Versammlung langjährige Mitglieder. Vier Personen oder Musikgruppen wurden für zehn Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet, zwei für 25 Jahre Mitgliedschaft und 20 für 40 Jahre Mitgliedschaft. Gratulationen gab es auch für das Vereinsmitglied Professor Kilian Moritz. Der Fränkische Bund hat dem Volkskundler aus Gefäll (Landkreis Bad Kissingen) die Frankenmedaille verliehen.

Bei einer Versammlung der ARGE Fränkische Volksmusik Unterfranken gehört auch das Singen von althergebrachtem Liedgut zur Tagesordnung. Steffi Zachmeier (rechts) begleitete die Lieder mit ihrem Akkordeon.
Foto: Irene Konrad | Bei einer Versammlung der ARGE Fränkische Volksmusik Unterfranken gehört auch das Singen von althergebrachtem Liedgut zur Tagesordnung. Steffi Zachmeier (rechts) begleitete die Lieder mit ihrem Akkordeon.
Bei der Podiumsdiskussion ging es um die Frage, wie der Fränkische Volkstanz wieder einen höheren Stellenwert in der Bevölkerung bekommt (von links): Josef Eusemann, Burkard Schmitt und Steffi Zachmeier.
Foto: Irene Konrad | Bei der Podiumsdiskussion ging es um die Frage, wie der Fränkische Volkstanz wieder einen höheren Stellenwert in der Bevölkerung bekommt (von links): Josef Eusemann, Burkard Schmitt und Steffi Zachmeier.
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