WÜRZBURG

Baufirma Löhe insolvent: 140 Arbeitsplätze betroffen

Drei Generationen der Familie Löhe haben seit 1925 an der Zukunft Unterfrankens mitgebaut, an Straßen, Brücken, Ortsdurchfahrten. Zuletzt war das Würzburger Traditionsunternehmen an Projekten wie dem Bau des Hochwasserschutzes in Miltenberg und Würzburg beteiligt. Aktuell baut es am Hauptbahnhof Würzburg mit. Aber nach 88 Jahren sieht es düster aus für die Baufirma unterhalb des Schenkenturms: Ihr geht finanziell die Luft aus.

Richter Karl-Heinz Merkle am Amtsgericht Würzburg bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass ein Insolvenzantrag vorliegt. Auslöser war laut Geschäftsführer Michael Löhe die Zahlungsunfähigkeit des mittelständischen Unternehmens, das viel für die öffentliche Hand gebaut hatte: „Die Nachwehen der Wirtschaftskrise, verbunden mit ruinösem Wettbewerb, schleppende Geldeingänge durch Auftraggeber und die winterliche Witterung haben zu dieser Konsequenz geführt.“

Zwar habe man „unter hohem persönlichem Einsatz und Risiko der Eigentümer“ heftig um eine andere Lösung als eine Insolvenz gerungen und mit regionalen Banken verhandelt. Aber „letztlich schlugen alle Versuche zu einer Umstrukturierung der Finanzierung fehl,“ bilanziert Löhe bitter. „Wir bedauern die Entscheidung, bedanken uns aber für die konstruktive Atmosphäre in den verschiedenen Gesprächen.“ Von der Insolvenz sind rund 140 Arbeitsplätze betroffen, überwiegend Fachkräfte im Hoch- und Tiefbau.

Am Freitag hatte Löhe seine Belegschaft in einer Betriebsversammlung über die Krise informiert. Inzwischen ist ein fünfköpfiger Gläubigerausschuss bestellt. Laut Richter Merkle schlägt der in seiner ersten Sitzung einen vorläufigen Insolvenzverwalter vor. Das Gericht entscheidet über diesen Vorschlag, nachdem es sich über den Kandidaten informiert hat. „Unser Ziel ist es, eine Fortführung zumindest eines Teils des Betriebes aus dem Verfahren heraus zu erreichen und so zumindest einen Teil der Arbeitsplätze zu sichern“, so Michael Löhe. Zielgerichtete Gespräche dazu wurden bereits geführt. Das Schweinfurter Bauunternehmen Adam Tasch wurde unter anderen Beteiligungsverhältnissen seit 1994 ebenfalls von der Familie Löhe weitergeführt. Es ist von dem Insolvenzantrag nicht mitbetroffen. „Tasch ist eine rechtlich selbstständige Einheit. Der Geschäftsbetrieb läuft völlig unbeirrt weiter“, bestätigt Geschäftsführer Burkhard Löhe, Bruder von Michael Löhe.

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