Thüngersheim

Brandschutz ist tagsüber nicht gewährleistet

Die Gegebenheiten  in dem im Jahr 1983 im engen Ortskern von Thüngersheim in Betrieb genommenen Feuerwehrgerätehaus  sind beengt und nicht mehr zeitgemäß. 
Foto: Herbert Ehehalt | Die Gegebenheiten  in dem im Jahr 1983 im engen Ortskern von Thüngersheim in Betrieb genommenen Feuerwehrgerätehaus  sind beengt und nicht mehr zeitgemäß. 

Die gesamten Rahmenbedingungen der Freiwilligen Feuerwehr zur Sicherheit der Bevölkerung in Thüngersheim sind dringend verbesserungswürdig. Gravierende Defizite im Gesamtkonstrukt zeigt der von der Gemeinde in Auftrag gegebene Feuerwehrbedarfsplans auf. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sind für die Kommandanten Sandro Saccavino und Torsten Riedmann lediglich die Bestätigung stetig geäußerter Befürchtungen.

Das von der Firma Brandschutzplanung Renninger GmbH erstellte Gutachten bedeutet für die Gemeinde, sich vordringlich der Reduzierung und Beseitigung der darin festgestellten Defizite zu widmen. Seiner persönlichen Verantwortung und der des Gemeinderates bewusst, mahnte Bürgermeister Michael Röhm (Bürgerbewegung, BüBew) zum Abschluss der Präsentation: "Der aufgezeigte Feuerwehrbedarfsplan ist für uns der Fahrplan für die nächsten Jahre." Und auch FWT-Fraktionssprecher Jürgen Weid redete seinen Ratskollegen in diesem Sinne ins Gewissen.

Teils hapert es gewaltig

"Die Erstellung des Feuerwehrbedarfsplans für die Gemeinde Thüngersheim beinhaltet eine Gefährdungsanalyse, eine Risikoanalyse, die Bestimmung der Schutzziele und Festlegung der daraus resultierenden Ausstattung der Wehr", erklärte Gutachter Christof Frank. Im Ergebnis bestätigt das Gutachten, dass es in allen Bereichen mehr als bedenklich ist, teils sogar gewaltig hapert. An der unteren Grenze für einen Ort in der Größe Thüngersheims mit etwa 2700 Einwohnern ist die verschwindend geringe Zahl von nur 34 Aktiven, die sich der Sicherheit der Bevölkerung verpflichtet fühlen. Nur vier Aktive gehören der Altersgruppe zwischen 16 Jahren und 20 Jahren an. Einzig die Begeisterung von einem Dutzend Jugendlicher in der Jugendfeuerwehr bewerten die beiden Kommandanten als kleinen Lichtblick.

Als kritisch erachtet wurde in dem Gutachten unter anderem die Zahl von nur acht ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern. Sie sind die ersten, die mit ihrer besonderen Ausrüstung und Ausbildung in ein brennendes Gebäude vordringen. Alarmierend ist die Situation betreffend der Tagesalarmsicherheit insbesondere deshalb, da von den Atemschutzgeräteträgern beruflich bedingt tagsüber kein einziger zur Verfügung steht. Mit nur sieben in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 16 Uhr zur Verfügung stehenden Aktiven kann die gesetzliche Grundaufgabe der Gemeinde zur Gewährleistung des Brandschutzes nicht erfüllt werden.

Horror-Szenario

Denn für den Ernstfall-Einsatz einer Löschgruppe sind neun Aktive gefordert. Ein Horror-Szenario stellt dies dar wegen der vorhandenen örtlichen Gegebenheiten aus Kindergarten, Grundschule, Seniorenheim und den Verkehrswegen mit Bundesstraße 27, der Bahnstrecke und dem Main, von denen Thüngersheim tangiert wird. Zur "sicherheitsbedenklichen Achillesferse der Gemeinde", so Gutachter Christof Frank, trage auch eine kaum zu realisierende Einhaltung der gesetzlich geforderten Hilfsfrist innerhalb von zehn Minuten bei.

Alte Fahrzeuge

Nicht genug zu diesen beängstigenden Voraussetzungen, weist auch die Ausstattung der örtlichen Wehr massive Defizite aus. Beengte und keine zeitgemäße Voraussetzungen finden die Aktiven in und vor dem im Jahr 1983 im engen Ortskern in Betrieb genommenen Feuerwehrgerätehaus vor. Für drei Fahrzeuge stehen nur zwei ausgewiesene Stellplätze zur Verfügung. Das betagte Löschgruppenfahrzeug, Baujahr 1992, wird in seinem Alter von einem MZF (Mehrzweckfahrzeug), Baujahr 1991, sogar noch getoppt, wunderte sich der Gutachter. "Aufgrund des akuten Handlungsbedarfs in vielen Belangen genießt die Feuerwehr in Thüngersheim offensichtlich keinen besonderes hohen Stellenwert", stellte der Gutachter in seinem Fazit fest.

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