Gerbrunn

Bürgerentscheid Gerbrunn: Eine Stimme bringt die Entscheidung

Die verschiedenen Seiten kämpften mit harten Bandagen für ihr Begehren: Industriegebiet oder Biotop? Die Abstimmung war spannend, eine Stimme brachte die Entscheidung.
Das Industriegebiet erweitern oder ein Biotop erhalten? Am Sonntag haben die Gerbrunner im Bürgerentscheid abgestimmt, wie hier in der Mehrzweckhalle der Gemeinde. 
Foto: Patty Varasano | Das Industriegebiet erweitern oder ein Biotop erhalten? Am Sonntag haben die Gerbrunner im Bürgerentscheid abgestimmt, wie hier in der Mehrzweckhalle der Gemeinde. 

 Am Sonntag kam es zum Bürgerentscheid, in dem die Gerbrunner über die Zukunft der Fluranlage nördlich von Gerbrunn entschieden haben. Die Gerbrunner konnten zwischen der Erweiterung des Industriegebiets oder dem Erhalt eines Biotops wählen. Entschieden hat die Stichfrage und die war knapp. Mit nur einer Stimme Vorsprung hat das Ratsbegehren gewonnen. 1267 stimmten dafür, 1266 stimmten hingegen für das Bürgerbegehren.

Was passiert mit der 1,2 Hektar großen Fläche "Am Äußeren Kirschberg" in Gerbrunn? Keine Frage hat dieses Jahr in der Gemeinde für so viel Diskussionsstoff gesorgt. Auf der einen Seite stand die Mehrheit des Gemeinderats um Bürgermeister Stefan Wolfshörndl mit ihrem Ratsbegehren "Ressourcenschutz, Sicherung lokaler Arbeitsplätze und Wertschöpfung vor Ort" (Bürgerentscheid 1). Die sich für die Erweiterung des Industriegebietes, auf dem das Transport- und Erdbau-Unternehmen Riegel ein neues Betriebsgelände bauen will, ausgesprochen haben.

Auf der anderen Seite stand die Bürgerinitiative "Keine Erweiterung am Kirschberg", die im August mit ihrem Bürgerbegehren den Bürgerentscheid überhaupt erst auf den Weg gebracht hatte. Mit dem Bürgerbegehren "Biotop am Kirschberg erhalten" (Bürgerentscheid 2) wollten sie ein kartiertes Biotop, das zur Planungsfläche Am Kirschberg gehört, erhalten.

Ergebnis: Das Industriegebiet wird erweitert 

Die Wahlbeteiligung war hoch: Von den 5042 stimmberechtigten Bürgern und Bürgerinnen haben 2568 abgestimmt, das sind 50,92 Prozent. Davon wurde jeweils mehrheitlich mit "Ja" für das Ratsbegehren und das Bürgerbegehren gestimmt und das Quorum von 20 Prozent erreicht, so Abstimmungsleiter Markus Meyer.

Entschieden hat dann die Stichfrage: 1267 stimmten für das Ratsbegehren und somit für die Erweiterung des Industriegebietes. Für das Bürgerbegehren, Erhalt des Biotops, stimmten 1266.

Bürgermeister Stefan Wolfshörndl freut sich über den Ausgang der Abstimmung: "Nach langen Monaten der Unklarheit gibt es endlich ein Votum für das Ratsbegehren. Ich hätte mir eine deutlichere Entscheidung gewünscht, freue mich aber, dass die Bürgerschaft den Argumenten des Ratsbegehren gefolgt ist. Damit kann der Bebauungsplan weiterentwickelt werden." 

Am kommenden Mittwoch wird der Abstimmungsausschuss das amtliche Ergebnis feststellen.

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