Würzburg

Corona-Krise: Würzburger sitzen in Kambodscha fest

Zwei Würzburgerinnen sitzen derzeit in Kambodscha fest und wissen nicht, wie sie wieder nach Hause kommen. Ihre Versuche, die Situation zu lösen, laufen derzeit ins Leere.
Der gebürtige Würzburger Alexander Kütt mit seiner Mutter Monika und seiner Schwester Jasmin Weber (links) in Kambodscha. Letztere zwei sitzen derzeit dort fest.
Foto: Kütt | Der gebürtige Würzburger Alexander Kütt mit seiner Mutter Monika und seiner Schwester Jasmin Weber (links) in Kambodscha. Letztere zwei sitzen derzeit dort fest.

Seit sechs Jahren arbeitet der gebürtige Würzburger Alexander Kütt in Kambodscha. Erst als Fußballer, heute arbeitet er im Marketing für die Fußballmannschaft Angkor Tiger Football Club, die ein Erstliga-Verein ist. Er hat eine Einheimische geheiratet, einen Sohn bekommen und lebt mit seiner kleinen Familie, zu der auch seine Stieftochter gehört, in Siem Reap, einer 140 000-Einwohnerstadt in der Nähe der berühmten Tempelanlagen von Angkor.

Zum zweiten Geburtstag seines Sohnes traten seine Mutter Monika Kütt und seine Schwester Jasmin Weber Anfang März die Reise nach Kambodscha an - gebucht worden war der Flug schon vor Beginn der Corona-Krise. Da es bei Abflug noch keine Reisebeschränkungen für Kambodscha gab, traten die beiden in Würzburg lebenden Frauen - in der Hoffnung, dass alles gut gehen werde - dem Enkelkind zuliebe die Reise an. Doch nun sitzen sie in Kambodscha fest. Wegen eines Anstiegs der Corona-Fälle in Kambodscha durch Reisende aus Malaysia und der weltweiten Einschränkungen im Reiseverkehr wurden die Reisebedingungen verschärft, erklärt Kütt.

Alexander Kütt und seine Familie leben in Kambodscha. Da der kleine Sohn seinen zweiten Geburtstag feierte, reisten Oma und Tante nach Siem Reap.
Foto: Kütt | Alexander Kütt und seine Familie leben in Kambodscha. Da der kleine Sohn seinen zweiten Geburtstag feierte, reisten Oma und Tante nach Siem Reap.

Rückflüge wurden gestrichen

Im Zuge dessen wurde der Rückflug von Kambodscha nach Singapur für den 24. März mit Singapore Airlines gestrichen, auch der Weiterflug von Singapur nach Frankfurt ist gestrichen. "Natürlich haben wir Kontakt zur Airline aufgenommen. Diese aber wollte von Umbuchuchungen nichts wissen und verwies auf den Reiseveranstalter." Der Reiseveranstalter aber sei über E-Mails nicht erreichbar, beim Telefonat mit einem Kundendienst sei die Buchungsnummer nicht erkannt worden, so Kütt. 

Von der Deutschen Botschaft in der Hauptstadt Phnom Pen heißt es indes, Touristen sollten das Land so schnell es geht in Richtung Heimat verlassen, berichtet der 28-Jährige. "Am Telefon wird man dort aber schnell abgewimmelt, nun wissen wir gerade nicht, wer uns noch weiterhelfen kann.

Familie fühlt sich allein gelassen

Denn: Neue Flüge könnten nicht gebucht werden, da nun überall Einreise- oder Durchreiseverbot herrsche, erklärt Kütt und ist ratlos. Die Corona-Lage in Kambodscha sei mit derzeit etwa 40 Fällen noch einigermaßen entspannt gewesen, "aber nun spitzt sich die Situation zu". Eine von der Bundesrepublik Deutschland geplante organisierte Rückführung von deutschen Staatsangehörigen aus Kambodscha sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorgesehen, heißt es auf einem Kütt vorliegenden Hinweis des Auswärtigen Amts. Auf der dortigen Homepage ist eine Liste der Länder veröffentlicht, für die eine Rückholaktion geplant ist. Kambodscha ist dort zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu finden.

Monika und Jasmin Kütt fühlen sich allein gelassen, eine Lösung ist nicht in Sicht. Dabei muss besonders Mutter Monika schnellstmöglich wieder zurück zur Arbeit. Sogar ihr Arbeitgeber - eine Pharma-Firma aus der Region - hat nun ein offizielles Schreiben aufgesetzt, dass sie als systemrelevante Mitarbeiterin dringend gebraucht werde. Von der Deutschen Botschaft ist die Familie enttäuscht: "Wir hatten mehr Verständnis und Hilfe erwartet." Trotzdem bleiben sie weiter dran: "Es bleibt uns nichts anderes übrig."

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