Würzburg

Corona: Statt mit Bargeld lieber mit der Karte zahlen

In Deutschland wird mehr bar bezahlt als in vielen Nachbarländern. Das ändert sich jetzt. Der Grund ist nicht nur die Ansteckungsgefahr durch Münzen und Scheine.
Kontaklos bezahlen ist die sicherste Methode, um beim Einkaufen das Risiko einer Corona-Ansteckung zu minimieren.
Foto: Aldi Nord | Kontaklos bezahlen ist die sicherste Methode, um beim Einkaufen das Risiko einer Corona-Ansteckung zu minimieren.

"Liebe Kunden, zu Ihrer und unserer Vorsorge bitten wir wenn möglich um Kartenzahlung. Danke für Ihr Verständnis", heißt es auf einem handgeschriebenen Plakat am Eingang einer Würzburger Aldi-Filiale. Auch viele andere Geschäfte fordern ihre Kunden auf, in diesen Tagen beim Bezahlen auf Bargeld zu verzichten.

Zwar halten es Virologen für sehr unwahrscheinlich, dass das Coronavirus über Geldscheine und Münzen auf Menschen übertragen wird. Allerdings kommen sich Kunden und Mitarbeiter bei der Geldübergabe im Kassenbereich ziemlich nah, sodass die Kartenzahlung schon automatisch für Abstand sorgt. Noch besser ist die sogeannte kontaktlose Kartenzahlung: Da muss nicht mal mehr der Terminal zur PIN-Eingabe berührt werden.  

Gerüchte, dass es bereits Aldi-Filialen gibt, die gar kein Bargeld mehr annehmen, weist eine Sprecherin des Discounters zurück. Das Bezahlen mit Münzen und Scheinen sei weiterhin möglich, allerdings "bitte" man die Kunden, "möglichst kontaktlos und mit Karte zu bezahlen". Die Nutzung dieser Zahlungsmöglichkeit habe sich zur Freude von Kassiererinnen und Kassierern "enorm gesteigert", so die Sprecherin, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen.

Zunahme von Kartenzahlungen um 20 Prozent

Eine Zunahme von Kartenzahlungen um 20 Prozent hat Marco Trabold in seinen Edeka-Märkten in Zellingen, Gemünden, Würzburg und Eisingen festgestellt. Auch er bittet die Kunden seit Beginn der Corona-Krise nicht nur ausreichend Abstand voneinander ("zwei Einkaufswagen") zu halten und Hamsterkäufe zu vermeiden, sondern auch auf Bargeld zu verzichten. "Das verhindert allzu engen Kontakt", erklärt Trabold. Mittlerweile zahle nur noch rund ein Fünftel bar, so Trabold. An ein Abschaffen des  Bargelds denke er gleichwohl nicht. Schließlich gebe es auch Menschen, die von ihrem Geldinstitut gar keine Karte bekommen. 

Karte einfach ans Terminal halten

Engpässe bei der Bargeldversorgung gebe es trotz Corona-Krise keine, versichert Stefan Hebig, der Sprecher der Sparkasse Mainfranken, des größten Geldinstituts in der Region. Auch die Sparkasse empfiehlt in diesen Tagen das Zahlen mit EC-Karte, Kreditkarte oder mit dem Smartphone. Gerade letzteres garantiere "besonders hygienische Bedingungen", weil sich die Nutzer nur am eigenen Gerät, beispielsweise per Fingerabdruck, identifizieren müssen. Kontaktlose Zahlungen mit der Karte sind dann möglich, wenn diese mit dem sogeannten NFC-Chip, erkennbar am Funkwellen-Symbol, ausgestattet sind. Bei Einkäufen bis 25 Euro reicht es, die Karte einfach an das Terminal zu halten, bei größeren Summen braucht es zusätzlich den PIN oder eine Unterschrift.

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