Würzburg

Ehemaliger Zahnarzt über Hypnose und das Sich-selbst-Befreien

Am Montag erscheint Michael Wehs viertes Buch, „Magie der Hypnose
Foto: Pat Christ | Am Montag erscheint Michael Wehs viertes Buch, „Magie der Hypnose

Ursprünglich studiert hat er Zahnmedizin, später qualifizierte sich der Würzburger Michael Weh zum Heilpraktiker und Hypnosetherapeuten weiter. Seit fünf Jahren ist der 54-jährige Dozent an der Würzburger Paracelsus-Schule außerdem als Autor aktiv. Am 15. Februar erscheint sein viertes Buch „Magie der Hypnose“ im MV-Verlag. Die Buchhandlung Hugendubel wird es präsentieren. Im Vorfeld haben wir mit dem promovierten Zahnarzt gesprochen.

Frage: Herr Weh, wovon handelt Ihr neue Buch?

Michael Weh: Es richtet sich in erster Linie an Therapeuten und soll als Standardwerk an den Paracelsus Heilpraktikerschulen in Deutschland etabliert werden. In zweiter Linie ist es gedacht für Menschen, die sich selbst von psychischen Leiden befreien möchten. Es geht mir darin um das Zauberhafte, Wundersame, das Hypnose bewirken kann. Durch das Werkzeug Hypnose kann die innere Struktur des Erlebens und die Sichtweise eines Menschen verändert werden. Wendet man Hypnose professionell und mit viel Erfahrung an, kann sie geradezu eine „Wunderheilung“ bewirken.

Was sagen denn Christen dazu, wenn Sie mit dem Begriff „Wunderheilung“ operieren?

Weh: Ich benutze das Wort „Wunderheilung“ absichtlich, setze es aber immer in Anführungszeichen. Natürlich gibt es keine Wunderheilung. Das „Wunder“ besteht schlicht und einfach in einer oft sehr schnellen Heilung. Ziel ist es, Patienten, die unter psychischen Symptomen wie Ängsten, Depressionen oder auch Schmerzen leiden, durch hypnotische Einflussnahme möglichst in einer einzigen oder in zwei Sitzungen zu heilen. Und das gelingt auch tatsächlich in 90 Prozent aller Fälle. Damit ist Hypnose etwas anderes als die klassische Psychotherapie, die davon lebt, den Patienten über Monate immer wieder kommen zu lassen.

Heißt das, dass selbst eine Depression in wenigen Sitzungen deutlich gelindert werden kann?

Weh: Man muss unterscheiden. Ich meine nicht wirklich schwere Fälle, etwa Menschen mit Psychose oder Schizophrenie. Die gehören nicht in die Hände von Heilpraktikern. Ich denke an Patienten, die von sich sagen, dass sie seit 20 Jahren depressiv sind. Fragt man nach, stellt sich nicht selten heraus, dass sie in diesem Zeitraum insgesamt acht oder zehn Stunden echt depressiv waren.

Doch diese Situationen färben auf ihr ganzes übriges Leben ab. In einer hypnotischen Kurzzeittherapie wird versucht, den Blickwinkel des Patienten zu verändern – weg von dem letztlich Wenigen, was negativ war, hin zu dem, was positiv ist. Dadurch verschwindet das Negative nicht. Aber es verliert an Bedeutung.

Sie sprachen von einer Erfolgsquote von 90 Prozent. Es scheint aber auch Patienten zu geben, die nicht von Hypnose profitieren?

Weh: Natürlich stößt Hypnose wie jede andere Methode an ihre Grenzen. Außerdem muss man sehen, dass manche Menschen in so schwierigen Lebenssituationen stecken, dass sie depressiv werden müssen. Hier ist die Depression wiederum ein notwendiger Motor, um sich aus dieser Situation zu befreien. Im Übrigen erfordert eine Depression nicht zwangsläufig eine professionelle Psychotherapie. Sport oder auch ein sehr guter Freund, der bereit ist, zuzuhören, können genauso wirksam sein.

Wie viele Fälle hatten Sie denn bisher schon als Hypnosetherapeut behandelt?

Weh: Als ich noch meine Zahnarztpraxis hatte, behandelte ich mehrere tausend Patienten mit Hypnose gegen Angst und Schmerz. Hinzu kommen weit über tausend Patienten, die ich später als Heilpraktiker wegen psychischer Leiden wie Depressionen therapierte. Inzwischen allerdings behandele ich kaum noch einzelne Patienten. Ich unterrichte momentan vor allem Gruppen, biete Meditationsmeetings an und schreibe Bücher.

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