Würzburg

Gedenken an die erste Deportation der Juden aus Würzburg

Am 27. November 1941 wurden rund 200 Juden von den Nazis aus Würzburg abtransportiert. Die Gemeinschaft Sant'Egidio und die Israelitische Kultusgemeinde erinnerten daran.
Zahlreiche Würzburger nahmen zum Gedenken an die Deportation der Juden aus Würzburg an einem Schweigemarsch teil.
Foto: Johannes Kiefer | Zahlreiche Würzburger nahmen zum Gedenken an die Deportation der Juden aus Würzburg an einem Schweigemarsch teil.

Am Donnerstagabend lud die Gemeinschaft Sant'Egidio gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg zum Gedenken an die Deportation der Juden aus Würzburg ein. Um 18.30 Uhr versammelten sich auf dem Domvorplatz Würzburger Bürger aus verschiedenen Kulturkreisen und Generationen um der Deportation vom November 1941 zu gedenken. Das gemeinsame Erinnern solle eine Bekenntnis zum Respekt vor der Würde eines jeden Menschen sein und eine klare Absage an jede Form von Diskriminierung und Antisemitismus, so die Gemeinschaft in ihrer Einladung. Durch Gedenkveranstaltungen wie diese sollen die Gräueltaten und Verbrechen des Dritten Reiches nicht in Vergessenheit geraten.

Auf die Begrüßung durch Weihbischof Ulrich Boom und der evangelisch-lutherischen Dekanin Edda Weise folgte ein Schweigemarsch durch die Innenstadt in die Eichhornstraße. Dort sprachen Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Angelika Wagner von der Gemeinschaft Sant'Egidio. Beteiligt an der Veranstaltung des Gedenkens der Deportation waren ebenfalls der Katholische Dekanatsrat Würzburg-Stadt und das Dekanat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Würzburg.

Die erste Judendeportation in Würzburg

Vor nunmehr 78 Jahren, am 27. November 1941, wurde die erste größere Gruppe von Menschen jüdischen Glaubens aus Würzburg deportiert. Über 200 Jüdinnen und Juden aus Würzburg, unter ihnen auch Kinder, wurden an diesem Tag von den Nationalsozialisten aus Würzburg abtransportiert. Zu Fuß und mitten in der Nacht mussten die Menschen den Weg von der Schrannenhalle in der Innenstadt zum Güter- und Ladebahnhof in der Aumühle zurücklegen. Von dort aus wurden die Juden und Jüdinnen über Nürnberg bis nach Schirotawa bei Riga gebracht. Das genaue Schicksal der über 200 jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Würzburg lässt sich nur schwer rekonstruieren. Historiker vermuten, dass der Großteil von ihnen im Wald von Bikernieki in Riga von der Sicherheitspolizei an offenen Massengräbern erschossen wurde.

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