Würzburg

Glosse: Wie man sich endlich mal wieder richtig aufregen kann

Im Januar 2020 erhitzte vor allem ein Thema die Gemüter der Deutschen. Und so viel sei verraten: Corona war es nicht.
Zum Jahreswechsel 2019/2020 hat sich Deutschland über die Einführung der Bonpflicht geärgert.
Foto: Sebastian Kahnert, dpa | Zum Jahreswechsel 2019/2020 hat sich Deutschland über die Einführung der Bonpflicht geärgert.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit vor genau einem Jahr? Vermutlich haben Sie gerade das Wohnzimmer aufgeräumt, nachdem die Familie wieder abgereist ist. Alle bunt gemischt und aus beliebig vielen Haushalten. Wie viele Haushalte? Darüber hat damals noch keiner nachgedacht. Sie haben die Silvesterfete mit all ihren Freunden geplant. Und um Null Uhr haben Sie wildfremde Menschen – Achtung – umarmt und mit ihnen angestoßen. In der Öffentlichkeit. Was für eine verrückte Zeit. Sitten waren das. Das lässt sich nur der Kopf schütteln.

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Wissen Sie auch noch worüber Deutschland im Dezember 2019 wirklich empört den Kopf geschüttelt hat? Denken Sie noch einmal nach. Das Aufregerthema zum Jahreswechsel? Und kommen Sie drauf? Genau: die Bonpflicht. Was hat sich Deutschland aufgeregt: Bürokratisch, teuer und überflüssig sei sie. Eine Papierverschwendung ohnegleichen. Schikane des Einzelhandels. Die Empörung war kaum zu bremsen. Am 1. Januar 2020 war die größte Sorge vieler Menschen ein winziges Stück Papier.

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So viel wissen wir inzwischen. Es bliebt 2020 nicht die größte Sorge. Leider. Wenige Wochen später berichteten die Nachrichten erstmals über eine neuartige Lungenkrankheit und an das, was dann passierte, erinnern Sie sich vermutlich noch ziemlich genau.

Also ganz ehrlich: Wenn ich darüber nachdenke, möchte ich gerne nächstes Jahr wieder den Kopf schütteln, wenn ich den Beleg entgegennehme. Oder wer weiß, vielleicht fällt der Politik dann auch noch was Schönes ein. Einfach nur, damit man sich mal wieder herrlich leidenschaftlich aufregen kann. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Din-Norm zur Wölbung der Schoppengläser? Oder eine D-T-Aussprache-Kontrolle vor der Einreise nach Franken? 

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