Mädelhofen

Hettstadt: Wie Forstarbeiter das Waldsterben stoppen wollen

Hitze und Dürre haben dem Wald zwischen Mädelhofen und Hettstadt stark zugesetzt. Besonders Buchen leiden darunter. Eine Säaktion soll die Waldschäden nun ausgleichen.
Gemeinsam mit seinen Kollegen sät Revierförster Lukas Schmidt (rechts) Eichen an. Sie gelten als besonders klimaresistente Baumart.
Foto: Matthias Ernst | Gemeinsam mit seinen Kollegen sät Revierförster Lukas Schmidt (rechts) Eichen an. Sie gelten als besonders klimaresistente Baumart.

Heiße Sommertemperaturen und kaum Niederschläge – der Klimawandel macht den heimischen Wäldern stark zu schaffen. Klimaresistene Baumarten sollen dem Waldsterben entgegenwirken. Zwischen Mädelhofen und Hettstadt haben Revierförster Lukas Schmidt von den Bayerischen Staatsforsten Forstbetrieb Arnstein und seine Kollegen deshalb auf einer Fläche von fünf Hektar Eicheln gesät.

Eichen gelten als klimaresistent

Der Wald von morgen müsse artenreich und anpassungsfähig sein, sagt Förster Schmidt. Eine wichtige Rolle werden dabei aus seiner Sicht Eichen, Elsbeeren, Speierlinge, Kirschen und andere heimische und klimatolerante Baumarten spielen. "Wir als Forstleute denken nicht in kurzen Zeiträumen, sondern müssen langfristig planen", sagt Schmidt. Eichen gelten derzeit noch als klimaresistenter als Buchen. Deshalb wird diese alte deutsche Art vermehrt wieder angepflanzt.

Aus diesem Grund wurden für die Säaktion im Vorfeld Eicheln im Spessart gesammelt und am Forsthaus in Waldbrunn zwischengelagert. Nun wurden sie von Hand ausgesät. Dazu hatte ein spezieller Pflug den Boden etwas vertieft und Furchen gezogen. Dort hinein auf den freigelegten Mineralboden legten die Mitarbeiter der Staatsforsten die Eicheln, die dann mit einem Rechen wieder zugedeckt wurden. "Man muss schon ein wenig Erfahrung mitbringen", sagt Forstwirt Thomas Ungermann. Der Zeitpunkt zum Säen sei günstig. Denn die wärmeren Temperaturen und die Feuchtigkeit sorgen dafür, dass die Früchte besser in den Boden einsinken.

Buchen leiden unter heißen Sommern

Bisher dominierte die Buche den mageren Boden in diesem Gebiet, doch in den vergangenen Jahren starben immer mehr Bäume - teilweise bis zu 120 Jahre alt - ab. Aufgrund ihrer dünnen Rinde seien Buchen anfällig für Sonnenbrand, sagt Lukas Schmidt. Erkennbar sei dies an der aufgeplatzten Außenhaut. Neben dem unmittelbaren Rindenschaden können so beispielsweise holzzersetzende Pilze noch leichter in den Baum eindringen, erklärt der Fachmann. Diese schädigen den Baum so sehr, dass er häufig komplett abstirbt.

In der Regel erneuere sich der Wald auf natürlichem Wege selbst, so Schmidt. Auf den Flächen, auf denen noch keine Samen zu kleinen Bäumen heranwachsen konnten, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten einen Wald zu begründen. Zum einen ist es das Pflanzen von Setzlingen oder Saat, zum anderen die Förderung des natürlichen Samenfalls und des sogenannten "Ansamens".

Ein Zaun schützt vor Wildschäden

Letzteres ist die häufigere und naturnahere Strategie. Sie kann allerdings nur da angewendet werden, wo ausreichend klimastabile Baumarten im Altbestand vorhanden sind. Häufiges Problem dabei ist, dass die Buche mit ihrem dichten Blattwerk andere Baumarten, wie der lichtbedürftigen Eiche, das Licht raubt.

Aus diesem Grund wurden auf der Fläche bei Mädelhofen stark geschädigte Buchen bereits gefällt. Zusätzlich wurde die Fläche eingezäunt, damit Rehe und Wildschweine das Wachstum der Samen und jungen Bäume nicht beeinträchtigen. Förster Schmidt und seine Kollegen hoffen, dass die Rechnung aufgeht und in wenigen Jahren auf dem Gebiet junge Eichen zu einem gesunden Waldbestand beitragen.

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