Würzburg

IHK: Lob und Kritik für Multifunktionsarena

Die geplante neue Halle für Großveranstaltungen hat aus Sicht der IHK viele Vorteile für Stadt und Region. Aber in zwei Punkten sieht die Kammer große Probleme. 
Östlich der Grombühlbrücke auf früherem Bahngelände soll eine Multifunktionsarena entstehen. Jetzt machte sich die IHK Gedanken um die künftige Park- und Verkehrssituation. Grafik: Jutta Glöckner
| Östlich der Grombühlbrücke auf früherem Bahngelände soll eine Multifunktionsarena entstehen. Jetzt machte sich die IHK Gedanken um die künftige Park- und Verkehrssituation. Grafik: Jutta Glöckner

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe mehrerer Ausschüsse der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt hat sich mit den Planungen für die geplante Multifunktionsarena an der Schweinfurter Straße in Würzburg befasst. „Grundsätzlich begrüßt die
Unternehmerschaft das Vorhaben als wichtigen Baustein für die Entwicklung
des Regionalzentrums Würzburg und der Regiopolregion Mainfranken“, heißt es in einer Presseerklärung, jedoch "besteht die Befürchtung, dass das Vorhaben zu einer übermäßigen Belastung des lokalen Straßenverkehrs führt. Außerdem sollte das geplante Parkplatzangebot erheblich erweitert werden“.

Auf einem 21 000 Quadratmeter großen Areal hinter dem Hotelturm soll eine Multifunktionshalle entstehen, die bei Basketballspielen 6500 und bei Konzerten bis zu 7500 Besuchern Platz bieten soll. Vor kurzem hat der Planungs- und Umweltausschuss des Würzburger Stadtrats die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans für das Projekt beschlossen.

Viele Vorteile durch neue Halle

Einig sind sich die IHK-Unternehmer, dass die Arena für Würzburg und die Region viele Vorteile bringen würde: Würzburg würde als Kultur- und Tourismusstandort
gestärkt, wovon auch das Gast- und Beherbergungsgewerbe profitiere. Auch trage die neue Halle zur Attraktivität der Wohn- und Arbeitsregion bei und könne neue Besucher durch Messen und Veranstaltungen in die Stadt locken, heißt es in der IHK-Stellungnahme.

Reichen die ÖPNv-Kapazitäten?

Gleichwohl besteht aber  aus Sicht der Unternehmer in zentralen Punkten Nachbesserungsbedarf bei der Planung. Zwar gebe es eine Anbindung des Standortes an das Straßenbahn- und Busnetz, allerdings sei fraglich, ob die heutigen ÖPNV-Kapazitäten für den zu erwartenden hohen Besucherandrang bei Veranstaltungen ausreichen.

Zudem befürchten die Unternehmensvertreter, dass sich die schon jetzt angespannte Verkehrssituation in der Schweinfurter Straße weiter verschärfen könnte. "Ein Verkehrskollaps bei Events in der Multifunktionsarena muss unbedingt verhindert werden“, so der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin W. Deinhard. Möglich wäre dies nach Ansicht der IHK durch die Einrichtung von Park-&-Ride-Plätzen an allen Einfahrtsstraßen nach Würzburg sowie auf dem Gelände der ehemaligen Faulenbergkaserne mit entsprechend leistungsfähiger Anbindung über den öffentlichen Nahverkehr.

Parkhaus ist zu klein

Kritik üben die Unternehmer auch am Parkraumgutachten. Dieses verweise auf 2500 Parkplätze in der näheren Umgebung des Arenastandorts. Auf dem Gelände selbst soll ein Parkhaus mit lediglich 420 Stellplätzen errichtet werden – zu wenig, wie die IHK-Mitglieder meinen. Denn diese
Parkmöglichkeiten würden auch andere Besucher und Dauerparker in Anspruch nehmen
. Bei Veranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern wäre das Stellplatzangebot unzureichend. Die Unternehmer fordern daher, das Parkhaus größer zu dimensionieren.  Außerdem ist aus Sicht der IHK ein intelligentes Parkleit- und Ampelsystem erforderlich, um Such- beziehungsweise Stop-and-Go-Verkehre einzudämmen. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Stadt Würzburg aktuell bemüht sei, die Luftreinhaltung zu verbessern.

Lösungen sind möglich 

Bei der Arena Würzburg Projektgesellschaft sieht man die IHK-Erklärung überwiegend positiv. Geschäftsführer Thomas Oehler begrüßte gegenüber dieser Reaktion, dass die IHK den Mehrwert des Standorts für Stadt und Region anerkenne.  Die kritischen Anmerkungen zur Parksituation und der ÖPNV-Anbindung seien "sehr vernünftig" und man wisse sehr wohl, dass vor allen Beteiligten noch diverse Arbeitsaufgaben lägen. Dazu gehörten auch die von der IHK genannten Themen, mit denen man sich intensiv beschäftige. Wenn Lösungen von allen Beteiligten im Dialog gesucht würden, könne man auch positive Ergebnisse erzielen, so Oehler.   

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