Würzburg

Jazzrausch im Fechenbach-Haus

Sechs Bands an zwei Abenden zeigen beim 34. Würzburger Festival, was Jazz alles sein kann. Dafür erhielt die Veranstaltung ehrenhalber einen Zusatztitel.
Keine Sorge: Die Gruppe Free Fall & Melane spielt beim Würzburger Jazzfestival nicht mit dem abgebildeten Sammelsurium, sondern mit richtigen Instrumenten.
Foto: Mirko Polo | Keine Sorge: Die Gruppe Free Fall & Melane spielt beim Würzburger Jazzfestival nicht mit dem abgebildeten Sammelsurium, sondern mit richtigen Instrumenten.

Über den Begriff „Jazzpuristen“ kann die Jazzinitiative Würzburg fast nur lachen. „Jazz lebt davon, gerade nicht pur zu sein, sondern Grenzen zu überschreiten, sei es hin zur E-Musik, zum Rock, mit dem der Jazz gemeinsame Wurzeln hat, oder in Richtung auf ein Primat des Klangs, was den Jazz mit dem Pop verbindet“, sprudelt es aus Jörg Meister hervor. Der Multiinstrumentalist ist Vorsitzender der Inititiave, die heuer am 27. und 28. Oktober zum 34. Mal das Jazzfestival Würzburg veranstaltet.

Natürlich gibt es ein paar Eigenschaften, die gehäuft im Jazz auftauchen und somit diese Genrebezeichnung weiterhin sinnvoll machen: viel Improvisation, swingende Rhythmen, verspielte Tonarten, die Melodien lassen sich nicht ganz leicht im Blick behalten. Saxophone, Piano und Kontrabass spielen Rollen wie anderswo nicht. Man muss schon etwas konzentrierter hinhören – hat dann aber ganzheitlich Spaß.

Treffen der Generationen

Die Jazz-Initiative achtet bei der Programmauswahl jedes Jahr darauf, dass die Bands nicht in erster Linie für Profis spielen und die Laienhörer nur noch mit den Ohren schlackern. Übrigens: Werke, die nur Kollegen richtig würdigen können, gibt es nicht nur in der Musik. Entsprechendes passiert im Theater und im Kunstmuseum.

Genug von dem, was das Würzburger Jazzfestival nicht ist! Es ist ein Treffen von Generationen neugieriger und genussbereiter Musikfreunde. Jüngere Leute mischen sich in den letzten Jahren mehr und mehr unter die jahrzehntelangen Stammgäste. Zum Beispiel wegen der Jazzrausch Big Band. Die war heuer schon – mit einem völlig anderen Programm – beim Hafensommer zu hören. Die Münchner Techno-Clubberer mit ihrem vielen Gebläse beschließen das Jazzfest am Sonntagabend.

Übergreifende Kooperation

Jung geht’s am Samstag gleich los. Tiktaalik sind die Gewinner eines Nachwuchswettbewerbs, den der Landesjazzverband ausrichtete. Als Preis gewannen die experimentierfreudigen Jungs den Auftritt in Würzburg. Denn das hiesige Festival und die Landes-Lobby für Jazz kooperieren heuer zusammen. Der Münchner Verband wählte das 34.  Würzburger Jazzfestival aus, um zugleich als drittes Landesjazzfestival in die Musikgeschichte einzugehen. Eine echte Auszeichnung. So kamen die Würzburger auch an die Bayern-Allstars, die den zweiten Festivaltag eröffnen. Die als Bayerisches Landesjazzensemble firmierenden Allstars bestehen aus Claus Reichstaller (Trompete), Lutz Häfner (Saxophon), Paulo Morello (Gitarre), Tizian Jost (Klavier), Henning Sieverts (Kontrabass und Cello) sowie Bastian Jütte (Schlagzeug).

Weitere aufregende Melangen sind an diesem Wochenende garantiert dank der Damencombo "Lines for Ladies"mit Sheila Jordan. Außerdem mit von der Partie sind die weiteren Vokalistinnen Sabine Kühlich und Anne Chichowski, Tine Schneider (Piano), Judith Goldbach (Bass) und Mareike Wiening (Schlagzeug).  Weiter auf dem Programm: Die Gruppe "Flow" des Trompeters Thomas Siffling mit Fusionklängen. Neben dem Leader spielen Heiko Duffner (Gitarre), Konrad Hinsken (Keyboards), Dirk Blümlein (Bass) und Christian Huber (Drums). "Three Fall & Melane" vereinen Soul, Jazz und Rap mit afrikanischen Jazz. Das Quartett besteht aus Sängerin Melane Nkounkolo, Lutz Streun (Tenorsaxophon und Bassklarinette), Til Schneider (Posaune) und Sebastian Winne (Schlagzeug und Percussion).

Konzertbeginn im Felix-Fechenbach-Haus ist am 27. und 28. Oktober jeweils um  19 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 40 Euro pro Abend, Studierende zahlen 25 Euro. Tickets gibt es in der Tourist-Information im Falkenhaus und im Buchladen Neuer Weg.

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