Würzburg

Katholische Kirche legt ihre Finanzen offen

Nach dem Limburger Finanzskandal 2013/14 wurde die Forderung nach mehr Transparenz laut. Nun legten die deutschen Bischöfe verbindliche Standards fest. Was gehört dazu?
Die deutschen Bischöfe haben verbindliche und vergleichbare Standards beschlossen, mit denen mehr Transparenz in den katholischen Kirchenfinanzen erreicht werden soll. 
Foto: Fredrik von Erichsen, dpa | Die deutschen Bischöfe haben verbindliche und vergleichbare Standards beschlossen, mit denen mehr Transparenz in den katholischen Kirchenfinanzen erreicht werden soll. 

Künftig soll es hierzulande mehr Transparenz in finanziellen Angelegenheiten der katholischen Kirche geben. Es werden alle Jahresabschlüsse, mindestens die Bilanz und die Ergebnisrechnung der (Erz-)Bistümer, Bischöflichen Stühle, Domkapitel sowie anderer bedeutender Rechts- und Vermögensträger veröffentlicht. Dazu gehören laut Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz auch Anhang, Lagebericht sowie Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers. Vereinbart wurde zudem, die Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB) anzuwenden.

Für das Bistum Würzburg kündigte Bischof Franz Jung bereits im Februar bei der Vorstellung des Haushaltsplans für 2019 an, "dass die Verwendung der uns zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel transparent und nachvollziehbar dargestellt wird". Dies soll die Umstellung von der Kameralistik auf HGB-Regeln gewährleisten. Erstmals will die Diözese 2020 voll nach HGB bilanzieren.

Die Forderung nach Abschaffung der Kameralistik, bei der lediglich Einnahmen und Ausgaben veröffentlicht werden, kam verstärkt ab 2013/14 auf. Grund war der Finanzskandal um den Bau des Limburger Bischofshauses. Er führte zum Rücktritt von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Diese jetzt festgelegten verbindlichen und vergleichbaren Standards gelten für alle deutschen (Erz-)Bistümer. Ausnahmen sind das Bistum Münster, das sich für das Neue Kommunale Finanzmanagement entschieden hat, welches über das HGB hinausgeht, sowie das Bistum Rottenburg-Stuttgart mit seinem "Rottenburger Modell", das vom Verband der Diözesen Deutschlands anerkannt wurde.

Mit Informationen von KNA

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