Kommentar: Ein Dienstleister muss seinen Kunden kennen

Die Software "OK.VOTE" hat am Abend der Kommunalwahl mehr als nur geruckelt. Zur Stichwahl muss sie funktionieren, sonst wird es eng für die Betreiber.
Die Grafiken, die die Software 'OK.VOTE' auf den Webseiten der Gemeinden erzeugt und ständig aktualisiert, sind schick. Aber am Wahlabend funktionierten sie oft nicht. 
Foto: Sreenshot MP | Die Grafiken, die die Software "OK.VOTE" auf den Webseiten der Gemeinden erzeugt und ständig aktualisiert, sind schick. Aber am Wahlabend funktionierten sie oft nicht. 

Es waren Wahlmaschinen, die im Jahr 2000 das Ergebnis der Präsidentenwahlen in den USA lange Zeit offen ließen. Doch 2020 dürfte die digitale Auszählung eher Standard sein als ein Problem. Bis am Abend der bayerischen Kommunalwahlen Scanstifte streikten, Ergebnisse nicht weitergegeben oder online angezeigt werden konnten. 

Eine neue Software kann ruckeln, auch mal streiken. Dass aber den Dienstleister ein zehnmal höherer Zugriff auf kommunale Wahlergebnisse als bei den Europawahlen überrascht, kann man im besten Fall als naiv werten. Hier hat ausgerechnet ein Dienstleister für die Kommunen, deren große Bedeutung nicht erkannt.  

Noch stehen Landkreis- und Städtetag hinter dem von ihnen mitgetragenem Dienstleister. Und auch Rhön-Grabfeld-Landrat Thomas Habermann unterstützt die Software, auf die man sich eben gut vorbereiten müsse. Dennoch wird die Stichwahl in zwei Wochen zum Lackmustest für "OK.VOTE". Sie wird komplett als Briefwahl durchgeführt und muss funktionieren. Sonst dürfte sich das unüberhörbare Grummeln in vielen Gemeinden und Kreisen zu einem Beben auswachsen, das die Software-Betreiber von "OK.VOTE" nur schwerlich überstehen dürften.    

Doch bei aller berechtigter Kritik - eine einheitliche Software für Wahlen, die digital funktioniert, macht Sinn. Nur funktionieren muss sie halt.

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