Würzburg

Contra-Kommentar: Präsenzparteitage sind ein fatales Signal

Während jeder seine Kontakte auf ein Minimum reduzieren soll, planen Parteien Präsenzparteitage? In Zeiten des Lockdowns ein Unding, meint unser Autor Benjamin Stahl.
Präsenzparteitage – hier ein Sonderparteitag der SPD von 2018 – sollten in Zeiten des Lockdowns vermieden werden, findet unser Autor.
Foto: Kay Nietfeld, dpa | Präsenzparteitage – hier ein Sonderparteitag der SPD von 2018 – sollten in Zeiten des Lockdowns vermieden werden, findet unser Autor.

Private Kontakte sollen vermieden, Schüler auf Distanz unterrichtet werden. Unternehmen sind angehalten, ihre Mitarbeiter möglichst von zuhause aus arbeiten zu lassen. Und die Parteien? Die planen mitten in der Pandemie Präsenzveranstaltungen. Anfang Dezember traf sich die Unterfranken-AfD zu einem Bezirksparteitag in Mainaschaff. Im Januar kam die CSU-Landesgruppe im Bundestag zu einer Klausurtagung zusammen, zu der auch die Kanzlerin und der NATO-Generalsekretär geladen waren.

Am Donnerstag sagte die Münchener CSU erst nach heftiger Kritik einen Präsenzparteitag kurzfristig ab. Und die SPD will weiter ihre unterfränkischen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl in der Würzburger Posthalle wählen. Als Otto-Normal-Bürger kann man da nur mit dem Kopf schütteln: Es riecht nach Extrawurst.

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Sicher: Die Parteien arbeiten für die Veranstaltungen Hygienekonzepte aus, teilweise werden die Teilnehmer vorab auf Corona getestet und im Falle der abgesagten Münchener CSU-Veranstaltung hatte das Gesundheitsministerium betont, dass der Parteitag rechtlich zulässig gewesen wäre. Das Signal, das durch solche Veranstaltungen aber bei der Bevölkerung ankommt, ist fatal.

Und notwendig für die Demokratie sind Präsenzparteitage auch nicht: Die CDU hat es schließlich auch geschafft, einen neuen Vorsitzenden auf einem Digital-Parteitag zu wählen.

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