WÜRZBURG

Leonhard-Frank-Haus dem Erdboden gleich

Schuttberg statt Wohnheim: Die Bagger haben in der Frankenstraße ganze Arbeit geleistet.
Foto: FOTO N. Schwarzott | Schuttberg statt Wohnheim: Die Bagger haben in der Frankenstraße ganze Arbeit geleistet.

Das Grundstück ist 6000 Quadratmeter groß und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In den vergangenen Tagen brachen sich nun Bagger ihre Bahn in der Frankenstraße 193 im Stadtteil Lindleinsmühle. Sie machten einen Schutthaufen aus dem verlassenen Wohnheim, das zuletzt höchstens von Vandalen aufgesucht wurde.

Einst führte hier der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) das Leonhard-Frank-Haus für schwer erziehbare Jugendliche, dann wanderte das Gebäude erfolglos durch mehrere private Hände. Nun hat es die AWO zurückgekauft und will dort das direkt benachbarte Hans-Sponsel-Haus als Seniorenzentrum erweitern. Anwohner in der Lindleinsmühle hatten sich zuletzt verwundert über den Abriss gezeigt.

Nach Auskunft von AWO-Geschäftsführer Guntram Scheller hatte man schon Mitte Januar mit dem Abholzen des Baum- und Strauchwerkes begonnen, um die Baustelle einzurichten. Mittelfristig, so Scheller, soll in Verbindung mit dem Hans-Sponsel-Haus ein Betreuungs-, Service- und Beratungszentrum für den Würzburger Norden entstehen. Angedacht sei ein Ersatz-Neubau auf dem Gelände mit rund 100 Pflege-Einzelzimmern, dazu zwei bis drei Wohngruppen für Demenzkranke, einer Kurzzeit- und Tagespflegestation, einem offenen Mittagstisch für alle Senioren aus dem Stadtteil, großzügigen Gemeinschaftseinrichtungen und einer barrierefreien Außenanlage. Die derzeit im Hans-Sponsel-Haus vorgehaltenen („nicht mehr zeitgemäßen“) Pflegeplätze sollen dann dorthin ausgelagert und das Haus selbst wieder seiner ursprünglichen Hauptnutzung, dem Betreuten Wohnen zugeführt werden. In modernen Apartments sollen die Senioren dort ein selbstbestimmtes Leben führen. Im Zuge der Neustrukturierung wird laut Scheller auch eine Sozialstation eingerichtet. Sie soll die nahe Umgebung und bei Bedarf den gesamten Würzburger Norden mit ambulanter Pflege und Betreuung versorgen. Das Hans-Sponsel-Haus ist nach dem früheren AWO-Vorstandsvorsitzenden und langjährigen SPD-Stadtrat benannt.

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