ZELL

Letzte Ruhestätte bleibt

Darf alt aussehen: Josef Becholds letzte Ruhestätte auf dem alten Friedhof in Zell bleibt wo sie ist. Der Grabstein wird restauriert und die Einfassung wieder hergerichtet, beschloss der Gemeinderat.
Foto: Herbert Ehehalt | Darf alt aussehen: Josef Becholds letzte Ruhestätte auf dem alten Friedhof in Zell bleibt wo sie ist. Der Grabstein wird restauriert und die Einfassung wieder hergerichtet, beschloss der Gemeinderat.

Die Freiwillige Feuerwehr Zell sieht sich nicht länger imstande, die Grabstelle ihres Gründers Josef Bechold zu pflegen. Eine entsprechende Information der Floriansjünger und der TG Zell ging ohne weitere Begründung der Zeller Verwaltung zu. Im Gemeinderat stand die weitere Vorgehensweise besprochen.

Unbestritten sind die Verdienste von Josef Bechold in Zell. Der ehemalige Werkmeister in der Druckmaschinenfabrik Koenig & Bauer war im Jahr 1862 Gründer der Freiwilligen Feuerwehr, der Sängerriege und nicht zuletzt der TG Zell. Für den bau der TG-Turnhalle hatte Josef Bechold das Grundstück zur Verfügung gestellt. 1805 geboren starb Josef Bechold kinderlos am 6. Juni 1871. Seine Grabstätte im Alten Friedhof wurde bis jetzt von der Feuerwehr und der TG Zell gepflegt.

Merklich nagte jedoch inzwischen der Zahn der Zeit am Grabstein aus gelbem Sandstein. Auch die Grabeinfassung ist inzwischen gebrochen.

Angedacht wurde von der Feuerwehr die Restaurierung des Grabsteins, der anschließend im Bereich des Aussegnungsplatzes aufgestellt werden sollte. Das würde rund 900 Euro kosten, so die Information von Bürgermeisterin Anita Feuerbach.

Nach Auffassung des Zeller Bauamts könnte der Grabstein aber auch restauriert und an gleicher Stelle wie bisher wieder aufgestellt werden. Statt der Grabeinfassung sei eine Steinabdeckung mit Aufzählung von Becholds Verdiensten um die Gemeinde denkbar. Allerdings würden sich die Kosten hierfür nahezu verdoppeln gegenüber dem Vorschlag der Feuerwehr.

Welche Bedeutung Josef Bechold in Zell hatte und noch immer hat, zeigte die intensive Diskussion im Gemeinderat. Aus einer Reihe von Wortmeldungen kristallisierte sich schließlich heraus, dass die Gemeinde den Grabstein restaurieren lassen sollte und er danach an seinem angestammten Platz bleibt.

Stellvertretender Bürgermeister Lenz Antretter gab zu bedenken: „Alte Gräber sollten auch alt aussehen“. Übereinstimmend mit Claudia Ullrich empfahl Antretter deshalb, die gebrochene Einfassung zu reparieren und eine einfach gehaltene Grab-Bepflanzung vorzusehen. Ergänzend forderte Birgit Kunz die weitere Grabpflege durch die Feuerwehr.

In der Abstimmung votierte der Gemeinderat geschlossen für einen Verbleib des Grabsteins samt Einfassung an bisheriger Stelle nach der Restaurierung. Gleichzeitig erteilte das Gremium einer Grabplatte eine Absage und sprach sich für eine einfache Bepflanzung aus. Vorschläge soll ein fachkundiger Bauhofmitarbeiter machen.

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