Margetshöchheim

Margetshöchheim: Haushaltsvolumen 2021 ist einmalig

Unter den Fraktionen aus CSU, Margetshöchheimer Mitte (MM) und SPD herrscht Einigkeit, dass investiert werden soll. Wo der der Haushalt in den vergangenen Jahren bei elf bis zwölf Millionen Euro lag, rechnet man für 2021 mit einem Gesamtvolumen von 15,6 Millionen Euro, davon fallen 6,1 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und 9,4 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt.

Die größte Ausgabe, die die Gemeinde zu stemmen hat, ist der Neubau des Mainstegs. Hierfür werden im diesjährigen Haushalt drei Millionen Euro einkalkuliert. Nach jahrelanger Hängepartie konnte im Oktober letzten Jahres mit dem Bau begonnen werden. Der neue Steg soll Margetshöchheim mit Veitshöchheim verbinden und den als baufällig eingestuften Ludwig-Volk-Steg ersetzen.

Lebensqualität wird gesteigert

"Am Ende des Tages bin ich der Meinung", so Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU), "dass wir die richtigen Investitionen tätigen." Durch die Ausgaben werde die Lebensqualität in Margetshöchheim gesteigert. Die Neuverschuldung sei notwendig, weshalb er dem Haushalt insgesamt "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" zustimme. Angesichts niedriger Zinsen komme die Kreditaufnahme immerhin zum richtigen Zeitpunkt.

Mit 1,2 Millionen Euro Kreisumlage, einer Millionen Euro für den Kindergartenbetrieb und 850 000 Euro für die Sanierung der Kindergrippe fallen weitere Ausgaben an. Außerdem hat die Gemeinde für 900 000 Euro Grundstücke erworben, die in Zukunft für sozialen Wohnungsbau genutzt werden sollen. Zusätzlich zu den bestehenden Schulden sei daher die Aufnahme eines weiteren Darlehens von 2,5 Millionen Euro nötig. "Sparsamstes Wirtschaften ist geboten", resümiert Kämmerer Bruno Hartmann.

Nitratgehalt im Wasser zu hoch

Trotzdem ist man vorsichtig optimistisch, auch weil die wichtigsten Einnahmen nur leicht durch die Corona-Pandemie zurückgegangen sind. So stehen 2,35 Millionen Euro aus Einkommenssteuer, 750 000 Euro aus Schlüsselzuweisungen und 800 000 Euro aus Grund- und Gewerbesteuer auf der Habenseite. Dadurch konnten 339 400 Euro vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt übertragen werden.

Während der Haushaltsplan vom Gemeinderat einstimmig beschlossen ist, sorgt das Thema "Trinkwasserversorgung" für Kopfzerbrechen. Grund ist, dass der Nitratgehalt im Trinkwasser zu hoch liegt, aktuell schrammt er mit 49,9 Milligramm pro Liter knapp unter dem Grenzwert von 50 – eine Folge von Überdüngung.

Das Problem sei nicht die Menge des Grundwassers, obwohl die Trockenheit der vergangenen Jahre mitverantwortlich für den Anstieg des Nitratgehalts ist. Der Gemeinde fehle vielmehr der Kompetenzspielraum, übermäßiges Düngen zu verbieten. Als Trinkwasser-Experte kam der ehemalige zweite Bürgermeister Peter Etthöfer zu Wort. Ihm zufolge lasse sich das Problem "nicht landwirtschaftlich lösen". Die Gemeinde habe bereits einen Großteil des Wassereinzugsgebiets angepachtet, betreibe darauf mehrheitlich Bio-Wirtschaft und sammle die Mahd zügig auf.  

Man könne den übrigen Landwirten lediglich Angebote machen, sparsam zu Düngen und daraus folgende Ernteeinbußen finanziell zu entschädigen. Aktuell steht eine Empfehlung des deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches aus, technische Lösungen werden geprüft. Zunächst sollen im Wassereinzugsgebiet die bisherigen Proben noch engmaschiger und mit hoher Vergleichbarkeit durchgeführt werden, um Dynamiken darstellen und Nitrat-Hotspots besser identifizieren zu können.

Die Trinkwasser-Problematik ist außerdem in den Mittelpunkt der Debatte um das geplante Streuobstzentrum gerückt. Gegner des Baus befürchten, Erdbewegungen könnten zur Freisetzung von Nitrat führen. 600 Unterschriften haben sie für ein Bürgerbegehren gesammelt, wobei Bürgermeister Waldemar Brohm die Methoden der Zentrums-Gegner kritisiert. Wie es mit dem Streuobstzentrum weitergehen soll, wird auf der nächsten Gemeinderatssitzung Thema sein.

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