Margetshöchheim

Margetshöchheimer streiten um die Zukunft der Streuobstwiese

Die Gemeinde möchte einen Teil der Wiese verkaufen und bebauen. Dagegen macht sich nun Widerstand breit.
Ein Teil der Streuobstwiese am nördlichen Ortseingang von Margetshöchheim soll verkauft und bebaut werden.
Foto: Vanessa Möller | Ein Teil der Streuobstwiese am nördlichen Ortseingang von Margetshöchheim soll verkauft und bebaut werden.

Auf die Bäume der Streuobstwiese am nördlichen Ortseingang von Margetshöchheim scheint die Sonne. Die Flagge der Spargelbude weht sanft im Wind. Was so friedlich aussieht, sorgt in der mainfränkischen Gemeinde jedoch gerade für Streit. Da die Gemeinde einen Teil der Streuobstwiese verkaufen möchte, haben einige Margetshöchheimer über Ostern ein Bürgerbegehren gestartet. Mit mehreren hundert Unterschriften haben sie nun erreicht, dass die Einwohner darüber abstimmen werden, ob die Fläche verkauft und bebaut wird.

Das betroffene Gebiet am Zeilweg gehört der Gemeinde und besteht bisher aus einer Streuobstwiese, die die Genossenschaft Main-Streuobst-Bienen bewirtschaftet. Ein Teil der Fläche soll nun verkauft werden, um dort ein Bürogebäude und ein Streuobstzentrum zu bauen. Das Bürogebäude möchte ein ortsansässiger Ingenieur errichten, der mehr Platz benötigt. Bürgermeister Waldemar Brohm sagt, dass die Gemeinde seit mehr als zwei Jahren mit dem Ingenieur Gespräche führe und ein passendes Baugrundstück gesucht habe.

Angst vor zu viel Nitrat im Grundwasser

Ulrike von Rhein, Klaus Freitag, Brigitte Muth-von Hinten und Gerhard Väth starteten über das Osterwochenende eine Initiative gegen den Verkauf, da sie einige Sorgen haben. Dazu zählen unter anderem die Angst vor einem "mit Gewerbebauten zugebauten Ortseingang" sowie die Sorge um das Trinkwasser. Denn das Gebiet liegt in einer Wasserschutzzone. Muth-von Hinten ist Vorsitzende des Bund Naturschutz in Margetshöchheim und sagt: "Es besteht die Gefahr, dass mit dem Bau viel Nitrat ausgewaschen wird." Dies sei ein Problem, da der Ort bereits seit Jahren damit kämpfe, die Nitratwerte im Grundwasser unter den gesetzlichen Werten zu halten. "Gerade in Zeiten mit zunehmender Trockenheit sollte man einen Eingriff vermeiden", fügt sie an.

Bürgermeister Brohm weiß um das Nitratproblem. Der Wert stagniere seit etwa 15 Jahren und es gebe kaum noch neue Werkzeuge gegen einen Anstieg. "Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren über 1,5 Millionen Euro in den Wasserschutz und die Trinkwasserversorgung gesteckt", sagt Brohm. Da könne man doch nicht glauben, dass sie dies nun mit dem Bau leichtfertig aufs Spiel setzen würden. Zudem habe sich die Gemeinde sehr genau angeschaut, wer dort bauen werde. Der Ingenieur sei sich der besonderen Umstände bewusst. Zudem soll der Betreiber der Gemeinde vor Abschluss des Kaufvertrags sein Bau-Konzept vorlegen.

Änderung des Flächennutzungsplans nötig

Die Lage in der Wasserschutzzone macht eine Bebauung nur mit Auflagen möglich, die das Landratsamt Würzburg nun abgesegnet hat. Die bebaubare Fläche von rund 2500 Quadratmetern darf nicht in landwirtschaftliche Flächen hineinragen und es müssen naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen geschaffen werden. Zudem musste der Flächennutzungsplan geändert werden: Der obere Bereich ist nun ein Mischgebiet, was eine Bebauung möglich macht. Der untere Bereich ist landwirtschaftliche Fläche und kann nicht weiter bebaut werden.

Eine weitere Sorge der Initiatoren des Bürgerbegehrens ist die Zerstörung der Streuobstwiese. Sie fragen sich, wie die Fläche ökologisch aufgewertet werden könne, wenn dort gebaut würde. Bürgermeister Brohm sagt: "Unser Ansatz ist, dass wir möglichst wenig Bäume fällen müssen." Zudem solle die Anzahl der Bäume, die neu auf dem Rest des Gebiets gepflanzt würden, die der Gefällten um ein Vielfaches übersteigen. Einen Teil der Neupflanzungskosten trage außerdem der Gewerbetreibende mit.

Bis zum Wochenende waren laut von Muth-von Hinten genügend Unterschriften für einen Bürgerentscheid eingetroffen. Am Montag wollen die Verantwortlichen die Listen der Gemeinde vorlegen.

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