Zell

Noch kein offenes Konzept an der Grundschule Zell

Schulbetrieb in Corona-Zeiten: Auf dem Gelände der Grundschule Zell herrscht prinzipiell Maskenpflicht. Rechts im Bild ist das neue Gebäude für die Mittagsbetreuung zu sehen.
Foto: Jörg Rieger | Schulbetrieb in Corona-Zeiten: Auf dem Gelände der Grundschule Zell herrscht prinzipiell Maskenpflicht. Rechts im Bild ist das neue Gebäude für die Mittagsbetreuung zu sehen.

Grundschule und Mittagsbetreuung waren das dominierende Thema bei der jüngsten Sitzung des Zeller Marktgemeinderates. Deren Leiter haben auf Antrag der Grünen-Fraktion über ihre Erfahrungen in Corona-Zeiten berichtet. Christine Tell, Rektorin der Grundschule, wies daraufhin, dass vor allem die Notbetreuung im Sommerhalbjahr ein großes Problem gewesen sei. "Es sind oftmals mehr Kinder gekommen als angemeldet waren", sagte Tell. Ohne den Einsatz von Fachlehrern und Ehrenamtlichen wäre die Betreuung nicht zu stemmen gewesen. Schließlich musste nach den Lockerungen vor jeder geteilten Klasse ein Lehrer stehen – und mehr habe man auch aufgrund der praktisch aufgebrauchten mobilen Reserve nicht.

Eine generelle Schwierigkeit sei zudem, so Tell weiter, an einzelne abgedriftete Schüler und deren Eltern heranzukommen. "Wir haben frühzeitig versucht, diese Kinder in die Notbetreuung zu bekommen, was größtenteils auch gut geklappt hat", berichtete Tell. Auch habe man gemeinsam mit der Gemeinde unbürokratisch Tablets an solche Familien verliehen, von denen "wir glaubten, dass sie keine funktionierenden Endgeräte zu Hause haben."

Weiter Präsenzunterricht in den ersten Klassen

Mittlerweile sei die Schule mit 51 IPads für die 128 Schülerinnen und Schüler sehr gut aufgestellt. "Es braucht allerdings mehr als nur die Ausgabe eines Tablets", gab die Rektorin zu bedenken. Am wichtigsten sei es, während des Homeschoolings mit den Kindern in Kontakt zu bleiben. Natürlich hoffe niemand, dass es wieder über einen längeren Zeitraum dazukommt. Die beiden ersten Klassen könnte man Tell zufolge aufgrund ihrer geringen Größe dann sogar weiter im Präsenzunterricht beschulen. "Dass ist gerade in diesem Alter eine sehr gute Nachricht", so die Zeller Rektorin.

Für die Kleinsten ist nach einhelliger Meinung auch in der Mittagsbetreuung eine Bezugsperson sehr wichtig. Zell hat sich zuletzt indes für ein offenes, noch umzusetzendes Konzept mit unterschiedlichen Themenräumen entschieden. Doch auch hier kann es etwa bei den Hausaufgaben einen festen Ansprechpartner geben, ehe jeder individuell seinen Neigungen nachgehen darf.

Drei Hürden für offenes Konzept

Momentan verhindern allerdings noch drei Hürden die Umsetzung des offenen Konzepts, wie auch Simon Henche, verantwortlicher Sozialpädagoge der Mittagsbetreuung, unterstrich. Die erste ist bald übersprungen: Der Neubau des direkt an die Grundschule angrenzenden Gebäudes läuft planmäßig und ist in Kürze abgeschlossen. Die zweite Hürde ist schon derzeit kaum überwindbar und hängt wiederum eng mit der dritten zusammen. Corona lässt bis auf weiteres kein offenes Konzept zu – und wenn es soweit ist, bräuchten die – momentan etwa 80 zu versorgenden Kinder – Mittagsbetreuung mehr Personal, idealerweise in Form einer täglich anwesenden Leitung.

Die ärztliche (Unter-)Versorgung ist ein wunder Punkt in Zell. Seit fast zwei Jahren gibt es keinen Allgemeinmediziner mehr in der 4400-Einwohner-Gemeinde vor den Toren Würzburgs. Deshalb soll am mittleren Ortseingang ein Ärztehaus auf einem gemeindeeigenen Grundstück entstehen. Der Weg dorthin ist allerdings weiterhin offen. Bürgermeister Joachim Kipke (Zeller Mitte) berichtete nach einem Gespräch mit den Interessenten vom 10. September nun über den aktuellen Sachstand.

Neuer Gemeinderat hebt Beschluss auf

Er machte deutlich, dass man eine Lösung mit Erbbaurecht favorisieren würde. Allerdings räumte der Bürgermeister auch ein, dass sich die Interessenten – darunter die örtliche Apothekerin, drei Hausärzte, ein Physiotherapeut und eventuell noch ein Zahnarzt – aus unterschiedlichen Gründen nicht selbst in die Realisierung einbringen könnten.

Der alte Gemeinderat hatte mit der Stimmenmehrheit der Fraktion CSU/Freie Zeller Bürger bereits Ende letzten Jahres einen Beschluss gefällt, wonach das Grundstück an einen Projektanten verkauft wird, der das Ärztehaus anschließend baut und vermarktet. Diesen Beschluss hat der neue, nun vier statt zwei Fraktionen umfassende Marktgemeinderat in seiner Sitzung am 28. Juli aufgehoben – gegen den Willen von CSU/Freie Zeller Bürger.

Deren Vertreter stellten nun fest, dass ein Grundstücksverkauf weiterhin nicht vom Tisch sein dürfe. Sowohl das Rathaus als auch die Interessenten lassen sich nun extern über rechtliche, steuerliche und finanzielle Aspekte der verschiedenen Optionen beraten. Ausgang: offen.

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