Würzburg

Papst nimmt Rücktrittsgesuch des Würzburger Bischofs an

Mit einem Pontifikalamt feiert Bischof Friedhelm Hofmann am Sonntag (17.09.17) im Würzburger Dom den 25. Jahrestag seiner Bischofsweihe. Als 88. Bischof von Würzburg hat der Hirte der unterfränkischen Katholiken 13 Jahre lang die Geschicke des Bistums geführt. Seit heute (18.09.17) ist Hofmann Bischof emeritus, Bischof im Ruhestand.
Foto: Patty Varasano | Mit einem Pontifikalamt feiert Bischof Friedhelm Hofmann am Sonntag (17.09.17) im Würzburger Dom den 25. Jahrestag seiner Bischofsweihe. Als 88.

Die Überraschung hatte sich Nuntius Erzbischof Nikola Eteroviæ für das Ende des Pontifikalgottesdienst zu Ehren der Silbernen Bischofsweihe von Friedhelm Hofmann aufgehoben: Beim Verlesen des Grußwortes von Papst Franziskus zu Beginn hatte der Bote des Vatikans noch die Leistungen des Würzburger Bischofs und seine „besonderen Begabungen“ gewürdigt.

Überraschung durch den Nuntius

Nun, kurz vor dem Segen, ergriff der Nuntius erneut des Wort und verkündete, was Rom erst an diesem Montagmittag um 12 Uhr offiziell machen wird: Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Friedhelm Hofmann angenommen. Da brandete nach knapp zwei Stunden erstmals Applaus auf im Dom, und im Gesicht von Friedhelm Hofmann zeigte sich ein freundliches Lächeln.

Ab diesem Montag wartet der Ruhestand

Zu Beginn dieser neuen Woche also wird der 75-Jährige nach zwölf Jahren als Weihbischof zu Köln und 13 Jahren als Bischof in Würzburg in den Ruhestand gehen. Für die rund 755 000 Katholiken im Bistum Würzburg beginnt die Wartezeit, bis ihr 89. Hirte gefunden ist.

Kleine Geschenke für den Bischof

Zuvor hatte Friedhelm Hofmann am späten Sonntagnachmittag mit einem ebenso würdevollen wie heiteren Gottesdienst den 25. Jahrestag seiner Bischofsweihe gefeiert. Musikalisch umrahmt wurde er von den Domsingknaben, der Mädchenkantorei sowie dem Bläserensemble des Doms. Rund 1300 Gläubige waren gekommen, zu den Ehrengästen gehörten die Kardinäle Reinhard Marx und Friedrich Wetter, Erzbischof Robert Zollitsch, die Bischöfe John C. Ndimbo (Tansania) und Bernardo Johannes Bahlmann (Brasilien) aus den Partnerbistümern Mbinga und Obidos sowie Landtagspräsidentin Barbara Stamm und eine ganze Riege unterfränkischer Minister, Abgeordneter, Landräte und Bürgermeister.

Hofmanns Vorgänger auch dabei

Viele Gläubige freute es auch, dass Hofmanns Vorgänger Paul-Werner Scheele (89) die Messe im Dom mitfeiern konnte. Der Gottesdienst wurde per Videoübertragung ins Neumünster sowie auf den Kiliansplatz übertragen, wo jeweils rund 100 Gäste die Eucharistiefeier verfolgten. 

Video

Im Mittelpunkt stand Friedhelm Hofmann, der den Gottesdienst, so schien es, genoss. In seiner Predigt ging der Bischof ein auf die zentralen Fragen der Christenheit und gab als Antwort seinen Leitspruch: Sei gegrüßt Kreuz, einzige Hoffnung. Hofmann erinnerte an die Höhepunkte seiner Amtszeit und prophezeite dem Bistum eine hoffnungsvolle Zukunft, weil es sie hier alle reichlich gebe: ehrenamtlich Engagierte, Ordensleute und stille Beter. Ein bewegender Moment waren für Hofmann die Fürbitten. Zu jeder bekam er ein kleines Geschenk überreicht, darunter Kaffee aus Tansania, ein Amazonas-Schiffchen aus Brasilien, ein Dombild des Künstlers Jacques Gassmann sowie einen bunten Regenschirm als Symbol für den Schutz, den er Flüchtlingen in Not angedeihen ließ.

Kardinal Marx weicht vom Protokoll ab

Nach dem Coup des Nuntius wich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, vom Protokoll ab. Statt seiner vorbereiteten Rede sprach Marx frei von der Leber weg: „Vergelt's Gott für Deinen großartigen Einsatz“, sagte der Erzbischof von München-Freising. „Du hast nie aufgehört, Seelsorger zu sein.“ Marx würdigte Hofmann als „einen Menschenfreund“, dessen Freude stets angesteckt und die er aus Köln mit nach Franken genommen habe. Weitere Würdigungen gab es von Weihbischof Ulrich Boom, der evangelischen Regionalbischöfin Gisela Bornowski sowie von Barbara Stamm. Friedhelm Hofmann bedankte sich, auch bei allen Mitarbeitern, und sprach vor allem den jungen Priestern in einer für die Kirchen nicht leichten Zeit Mut zu. Dann spendete er zum letzten Mal als Bischof von Würzburg den Segen, ehe er auf dem Kiliansplatz das Bad in der Menge der Gläubigen genoss und zahllose Hände schüttelte. Mitarbeit: san

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Würzburg
Achim Muth
Barbara Stamm
Bischofsweihen
Bistum Würzburg
Dom
Erzbischöfe
Evangelische Kirche
Friedhelm Hofmann
Momente
Papst Franziskus I.
Paul Werner
Reinhard Marx
Robert Zollitsch
Ruhestand
Weihbischöfe
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (4)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!