Würzburg

Plante syrischer Student in Würzburg Anschlag auf Synagoge?

Der Verdacht gegen den Würzburger Medizinstudenten Abdulhadi B. hat sich offenbar erhärtet: Der gebürtige Syrer soll ein „Schläfer“ der Terrorgruppe IS sein. Die Antiterror-Experten der Generalstaatsanwaltschaft München erheben Anklage gegen den 27-Jährigen . Dies bestätigte ein Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft München unserer Redaktion.

Mitglied beim IS

Dem Beschuldigten wirft die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) in München die Mitgliedschaft bei der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ vor. Der Pressesprecher bestätigte damit frühere Berichte dieser Redaktion.

"Offenbar stellte der in Würzburg lebende Syrer eine größere Gefahr dar, als zunächst angenommen wurde: „Etwa seit dem Jahr 2014 soll er versucht haben, mehrere andere Personen dazu zu bewegen, Anschläge für den IS zu begehen,“ heißt es von Seiten der Strafverfolger. Daneben liegt dem Syrer zur Last, an den Planungen für einen Bombenanschlag auf eine Synagoge in Berlin beteiligt gewesen zu sein.

Zum Kindersoldaten trainiert

Schließlich soll er dem damals siebenjährigen Sohn seiner früheren Lebensgefährtin Propaganda-Videos des IS gezeigt und ihn körperlich gezüchtigt haben, um ihn als Kindersoldaten zu trainieren. Das Oberlandesgericht München hat noch nicht über eine Zulassung der Anklage entschieden. Sein Verteidiger Wolfgang Kunkel sagte auf Anfrage, bis zu einer Verurteilung gelte für seinen Mandanten die Unschuldsvermutung.

Der syrische Medizinstudent war den Justizbehörden zunächst 2016 durch sein aggressives Verhalten gegenüber seiner Lebensgefährtin aufgefallen. Um die Frau von einer Trennung abzubringen, hatte er sie in ihrer Wohnung überfallen, geschlagen, getreten und mit einem Messer mit dem Tod bedroht.

Prozess statt Strafbefehl

Dafür hätte er zunächst nur einen Strafbefehl kassiert und hätte sein Studium der Medizin in Würzburg fortsetzen können. Doch er zog vor das Amtsgericht, wurde von Richter Thomas Behl schuldig gesprochen und zu fünf Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Den Einspruch gegen das Urteil zog er später zurück, das Urteil ist rechtskräftig. Er sitzt diese Strafe gerade in einer unterfränkischen Haftanstalt ab.

In Untersuchungshaft

Doch im Zuge der Ermittlungen war 2016 auch bekannt geworden, dass er mit Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Deutschland gedroht haben soll. Daraufhin wurde der Student in Würzburg in Untersuchungshaft genommen. Durchsuchungen bei ihm förderten zunächst aber weder konkrete Anschlagspläne noch Sprengstoff für ein solches Vorhaben zutage.

Doch die intensiven Ermittlungen der Antiterrorexperten auch zu seinem Emailverkehr förderten wohl so viel belastendes Material zutage, dass es nun für eine Anklage ausreichte. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich dazu nicht im Detail.

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