Würzburg

Publikation "Die Lerchenhainsiedlung"wird nachgedruckt

Lerchenhainsiedlung
Foto: Archiv Schmuck | Lerchenhainsiedlung

100 Jahre Bauhaus werden 2019 deutschlandweit gefeiert. Auch in Würzburg gibt es Bauhaus-Spuren, die vor allem der Architekt Peter Feile hinterlassen hat. Seine „Villenanlage Lerchenhain“ im oberen Frauenland demonstrierte an drei „Musterhäusern“, wie man sich modernes Wohnen in neuen Betonbauten mit Flachdächern vorstellte. 1930 wurden die drei Musterhäuser mit lebhafter Resonanz öffentlich vorgestellt, 9000 bis 11 000 Besucher zählten sie in 14 Tagen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das ehrgeizige Projekt von 21 Flachdachhäusern kam zum Erliegen. 1935 wurde mit der Änderung des Bebauungsplanes die Idee einer kompromisslosen Moderne aufgegeben. Es folgten Giebelhäuschen im „fränkischen Heimatstil“.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Jugendwerk des Architekten Peter Feile weitgehend Vergessen. Nur noch Kennern wie Heiner Reitberger blieb es vertraut. Seine Hinweise und sein Artikel in „Das alte Würzburg“ bewegten die Bauhistorikerin Suse Schmuck, sich auf Spurensuche zu begeben. Entstanden ist 2002 die Publikation „Die Lerchenhainsiedlung“. Sie wurde als zweites Heft in der damals neuen Reihe „Hefte für Würzburg“ von der Heiner Reitberger Stiftung herausgegeben.

Durch die Wiederentdeckung der Baugeschichte und durch die schönen alten Fotos beflügelt, entwickelte sich die Lerchenhainsiedlung in den vergangen 15 Jahren in eine neue Richtung: Die Häuser von 1930 wurden von ihren entstellenden Zutaten befreit und zeigen zum Teil wieder die ursprünglichen Qualitäten. Überdies bauten die Architekten Mensing/Stöcker und Hetterich neue weiße Flachdachhäuser und führten damit die Grundidee der Siedlung bis in die Gegenwart weiter.

Lange Zeit war das Heft vergriffen. Im Rahmen des Bauhausjahres wird es nun unverändert nachgedruckt. Es erinnert an das mutige Projekt von Peter Feile und dokumentiert zugleich, wie die Frühe Moderne in einer konservativ geprägten Stadt begeisternde Spuren hinterließ. Das Heft ist zum Preis von fünf Euro im Buchhandel, im Kulturspeicher oder über die Heiner Reitberger Stiftung zu beziehen.

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