Würzburg

Schnellen Künstlerhilfe: Trittbrettfahrer gesucht

Man plant jetzt ein Kunstfest für nächsten Sommer und trifft Absprachen mit Künstlern für deren Auftritte bei dem Fest? Dann kann man doch eigentlich die Gage jetzt schon jenen Künstlern auszahlen, die es wegen der derzeitigen Corona-Ausfälle es grade bitter nötig haben. So jedenfalls lauteten Gedanken einiger Kultur-Multiplikatoren. Ihre Hilfsidee stieß jedoch auf organisatorische Hürden: Je größer man so etwas aufzieht, desto mehr Stellen müssen mitentscheiden, und das macht alles dann doch kompliziert.

Der Antiquar Daniel Osthoff ("Würzburg liest ein Buch") hatte im Herbst an der Idee einer schnellen Künstlerhilfe mitgestrickt. Jetzt sprach ihn ein Bekannter darauf an: "Ich habe gehört, ihr wollt was für notleidende Künstler tun", zitiert Osthoff seinen Bekannten, der ungenannt bleiben will. Vor allem, weil er 1800 Euro auf den Tisch legte: Daniel Osthoff und "seine Leute" sollten entscheiden, welche drei kreativen Würzburger je 600 Euro bekommen sollten.

Auftritt im Sommer im Wirsberg-Gymnasium

Eine Person fiel dem Buchhändler gleich ein als Inbegriff für Corona-geschädigte Freiberufler. Die wiederum nannte ihm eine weitere, von der Osthoff nicht geahnt hätte, dass sie durch den Zusammenbruch des Veranstaltungswesens so stark betroffen sei. Die ersten 1200 Euro waren also vergeben. Nun gibt es einen Kulturbereich, in dem sich der Büchermensch kaum auskennt. Einer der Initiatoren vom Oktober dafür umso besser: Er schrieb fünf Kandidaten auf eine Liste. Die legte Osthoff dem Spender vor, der entschied. Die drei Empfänger sind die Sängerin und Kabarettistin Birgit Süß, der Puppenspieler Thomas Glasmeyer und der Popmusiker Matze Wolf, "Widersacher der Liedermacher".

Und die ursprüngliche Idee, dass die vorweihnachtliche Spende Gage für ein Sommerfestival sein soll, trägt auch ohne Festival: Daniel Osthoff ist stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins des Wirsberg-Gymnasiums, und dort sollen die drei denn auch auftreten.

"Man muss wissen, an wen man sich wenden kann", so umreißt er nicht nur seine eigene Funktion, sondern auch die des Spenders – und potenzieller Nachahmer: "Sie sollten sich an Menschen oder Institutionen wenden, von denen Se wissen, dass sie eine Anregung, eine Idee oder auch Geld sofort weitergeben." Er selbst schätzt die Zeit, die er in die Verwaltung der 1800 Euro-Spende gesteckt hat, auf eineinhalb Stunden.

Wer es dem anonymen Stifter gleichtun will kann sich auch beim Dachverband freier Würzburger Kulturträger orientieren: www.dachverband-wuerzburg.de

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Würzburg
Joachim Fildhaut
Birgit Süß
Buchhändlerinnen und Buchhändler
Feier
Gagen
Kabarettistinnen und Kabarettisten
Kunst- und Kulturfestivals
Liedermacher und Singer-Songwriter
Musikerinnen und Musiker aus dem Bereich Popmusik
Puppenspielerinnen und Puppenspieler
Sängerinnen
Vorweihnachtszeit
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!