Würzburg

Software ließ so manchen Wahlhelfer verzweifeln

Sie heißt OK.VOTE, doch okay war nicht viel. Eine neue Software sollte Auszählung und Verbreitung der Kommunalwahl-Ergebnisse erleichtern, doch sie streikte vielerorts. 
Vor allem die vielen per Briefwahl abgegebenen Stimmen sorgten bei der Kommunalwahl für Probleme. 
Foto: Sven Hoppe, dpa | Vor allem die vielen per Briefwahl abgegebenen Stimmen sorgten bei der Kommunalwahl für Probleme. 

So manche Wahlhelfer und Kandidaten wurden am Sonntag und Montag auf eine harte Geduldsprobe gestellt. In einigen Gemeinden Unterfrankens funktionierte die digitalisierte Auszählung mit Strichcodes nicht, mancherorts brachen die Server zusammen, so dass Wahlergebnisse nicht weitergegeben werden konnten.  

Im Spessart brachen die Server zusammen

Besonders hart traf es den Landkreis Main-Spessart. Dort brachen offenbar völlig überlastete Server zusammen, so dass im Landratsamt Main-Spessart lange überhaupt keine Ergebnisse einliefen, so Pressesprecher Holger Steiger. Er sprach von einem Desaster. Lediglich in Lohr habe alles gut funktioniert. Die Stadt hatte sich gegen die neue Software "OK.Vote" ausgesprochen.  

Insgesamt wurde die Software "OK.VOTE" der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) in rund der Hälfte aller bayerischen Kommunen eingesetzt. Probleme gab es auch in Würzburg, wo bis Montag gegen 15 Uhr noch drei Briefwahlbezirke wegen der Softwareprobleme nicht bekanntgegeben werden konnten. Noch länger mussten die Kandidaten in Sommerach und Nordheim (Lkr. Kitzingen) zittern. Sommerach hatte erst gegen 17 Uhr ein vorläufiges amtliches Endergebnis mit den gewählten Volksvertretern. In Nordheim lag es am Montagabend noch nicht vor.   

Zurück zur Handauszählung 

Auf eine harte Geduldsprobe wurden die Wahlhelfer in Untereisenheim (Lkr. Würzburg) gestellt. Nachdem die Software dort komplett streikte, griffen sie auf die klassische Handauszählung zurück. Doch die Wahlaufsicht erkannte dies nicht an. So mussten am Montag alle Stimmen noch einmal technisch ausgezählt werden, was zwar immer wieder zu Problemen führte, bis 15 Uhr waren dann aber alle Stimmen doppelt und korrekt gezählt.  

Bis weit nach Mitternacht stand noch nicht fest, wer künftig in Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) im Stadtrat mitentscheiden darf. Bürgeramtsleiter Helmut Dietz begründete den Zeitverzug aber auch mit der hohen Zahl an Briefwählern. Doch auch hier gab es Probleme mit der Software. Dietz nannte es "Programm-technisch bedingte Schwierigkeiten“.  

Die Software wurde übrigens erstmalig bei der Europawahl eingesetzt. Offenbar bereiteten auch die großen Dateien für die Kreistage dem neuen Tool technische Probleme.

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