Würzburg

St. Peter und Paul: Renovierung ist beendet

Freuen sich über die gelungene Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Peter und Paul: (von links) Architekt Harald Rüger, Pfarrvikar Christian Stadtmüller, Domkapitular Jürgen Vorndran, Diözesanbaumeister Cesare Augusto Stefano und Kirchenpfleger Günter Urlaub.
Foto: FOTO Kerstin Schmeiser-Weiß | Freuen sich über die gelungene Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Peter und Paul: (von links) Architekt Harald Rüger, Pfarrvikar Christian Stadtmüller, Domkapitular Jürgen Vorndran, Diözesanbaumeister Cesare ...

Licht und elegant präsentiert sich die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul in Würzburg nach der Innenrenovierung. „Das Ziel war es, die barocke Strahlkraft der Kirche wiederzubeleben und durch zeitgenössische Kunst zu ergänzen“, sagte Stadtdekan Domkapitular Jürgen Vorndran, zugleich Pfarrer von Sankt Peter und Paul, bei einem Presserundgang. So wurde beispielsweise die Rückwand des Hochaltars entfernt, was dem Altar eine völlig neue Wirkung verleiht. An der Stelle des Sebastiansaltars im linken Seitenschiff steht nun ein Aquilinsaltar. Auch die Vorhalle wurde neu gestaltet.

16 Monate dauerte die Innenrenovierung. Bischof Friedhelm Hofmann eröffnet die Kirche am Sonntag, 13. November, um 10 Uhr mit einem Pontifikalgottesdienst, teilt der Pressedienst des Ordinariats mit.

Weiterer Höhepunkt: Aquilin-Feier

Bis zum Jahresende wird die Wiedereröffnung mit Konzerten, einer Predigtreihe und öffentlichen Führungen gefeiert. Ein weiterer Höhepunkt wird die 1000-Jahr-Feier des Martyriums des heiligen Aquilin vom 29. Januar 2017 bis 29. Januar 2018 sein. „Letztendlich war sie der Anlass für die längst überfällige Renovierung“, sagte Vorndran.

„Sankt Peter und Paul gehört zu den elegantesten Kirchen in Würzburg“, waren sich Vorndran und Diözesanbaumeister Cesare Augusto Stefano einig. Das liege unter anderem an der besonderen Lichtsituation. „Die Kirche ist so aufgebaut, dass man sich vom Dunkel ins Licht bewegt. Man wird wie in einem Sog zum Altar hingezogen“, erklärte Stefano. Diese Lichtbewegung habe man bei der Innenrenovierung berücksichtigt.

Am deutlichsten wird das am Hochaltar aus Himmelstadt. Die Altarrückwand hinter dem Kreuz wurde abgenommen und das mittlere Chorfenster wieder geöffnet, so dass das Licht nun von drei Seiten in den Altarraum strömen kann. „Die Abnahme der Altarrückwand, die Vergoldung des Kreuzes und die weiße Farbgebung des Kruzifixus geben dem Hochaltar eine völlig neue Wirkung. Er steht nun transparent im gotischen Chor und fügt sich harmonisch in den Kirchenraum ein“, sagte Vorndran.

Barock mit zeitgenössischer Kunst

Das Zusammenspiel von Barock und zeitgenössischer Kunst zeigt sich auch am am Marienaltar am Choreingang. Der barocke Rahmen bekam eine zeitgenössische Hintergrundgestaltung in Weißgold und einen schlichten, modernen Altar. Daraus ergibt sich ein spannender Kontrast mit der prächtigen Rokkokokanzel. Im linken Seitenschiff steht nun ein Aquilinsaltar. Domkapitular Jürgen Lenssen, Kunstreferent der Diözese, hat die Rückwand sowie ein Reliquiar gestaltet. Am 29. Januar 2017 werde eine Reliquie des heiligen Aquilin in den Altar eingesetzt, kündigte Vorndran an. Die runden Fenster an den beiden Westtürmen, die vorher von Bildern verdeckt waren, wurden wieder geöffnet.

Auch die Vorhalle zeigt nun ein völlig anderes Gesicht. Die Bänke, die zuvor bis in die Seitenschiffe und in die Vorhalle hineinragten, wurden auf zwei Rechtecke reduziert. „Vorher stolperte man sofort über die Bänke“, sagte Vorndran. Jetzt hat der Taufstein einen zentralen Platz zwischen den beiden Westtürmen erhalten. Zugleich habe man das Konzept der Prozessionskirche mit vier Altären wieder hergestellt, erläuterte Pfarrvikar Christian Stadtmüller. Die Gemälde der Marter des heiligen Laurentius und der Maria Immaculata, die vorher an der Innenseite der Westtürme hingen, bekamen einen neuen Platz in der Vorhalle, ergänzt durch zwei barocke Seitenaltäre aus dem Neumünster.

Architekt Harald Rüger (Ochsenfurt) gab einen Überblick über die technischen Neuerungen. So wurde eine Bankheizung eingebaut und die Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt. Bei der Renovierung habe sich zudem herausgestellt, dass die Holzpodeste der Bänke großteils vermorscht und gerissen waren, auch der Steinfußboden im Kirchenschiff musste ausgetauscht werden. Der Eingang von der Nordseite her wurde barrierefrei gestaltet, außerdem wurden Hörschleifen eingebaut. Das Ergebnis der Innenrenovierung sei „äußerst zufriedenstellend“, fasste Rüger zusammen.

Gesamtkosten: 1,8 Millionen Euro

Vorndran bezifferte die Gesamtkosten der Innenrenovierung auf 1,8 Millionen Euro. Von der Bischöflichen Finanzkammer gebe es einen Zuschuss von 800 000 Euro. Die Spenden der Gläubigen hätten mittlerweile die 150 000-Euro-Marke überschritten, ergänzte Stadtmüller. Nächstes Projekt ist die neue Orgel. In der Pfarrgemeinde seien dafür bereits 180000 Euro gespendet worden.

Öffentliche Führungen durch die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul: Mi., 16.11., 19 Uhr; So., 20.11., 16 Uhr; Mi., 23.11., 19 Uhr; So., 27.11., 16 Uhr; So., 11.11., 16 Uhr; So., 18.12., 16 Uhr. Kinderführung: Sa., 19.11., 15 Uhr. Eintritt frei, Spenden willkommen.

Programm der Wiedereröffnung von St. Peter und Paul

Bischof Friedhelm Hofmann eröffnet die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul mit einem Pontifikalgottesdienst am Sonntag, 13. November, um 10 Uhr. Um 14.30 Uhr bietet Pfarrvikar Christian Stadtmüller eine Führung durch die Pfarrkirche an. Um 16 Uhr wird eine Vesper zum Kirchweihsonntag gefeiert. Um 17.30 Uhr gibt es eine weitere Führung mit Domkapitular Jürgen Vorndran.

Konzerte begleiten die Wiedereröffnung. Der Valentin-Becker-Chor gibt am Sonntag, 4. Dezember, um 16 Uhr ein Konzert. Am Samstag, 17. Dezember, wird um 19 Uhr der „Peterer Advent“ mit der Schola Petrina gefeiert. Am Mittwoch, 21. Dezember, gestaltet der Schülerchor des Wirsberg-Gymnasiums einen Evensong.

Eine „Predigtreihe in der Adventszeit“ wird jeweils samstags um 17 Uhr und sonntags um 10 Uhr in den Messfeiern angeboten: 26./27. November: „Kirche – das Haus Gottes“ (Vorndran); 3./4. Dezember: „Kirche – Gemeinschaft von Heiligen“ (Stadtmüller; 10./11. Dezember: „Kirche – Ort der Gottsuche“ (Stadtmüller); 17./18. Dezember: „Kirche – Ort der Gottesbegegnung“ (Vorndran).

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