WÜRZBURG

Steiniger Weg zum studentischen Kulturzentrum

Ein Verein von Studierenden richtet, maßgeblich unterstützt vom Studentenwerk, unter der Stadtmensa, in der Burse, Kulturzentrum ein. „Kellerperle“ heißt das Projekt, am Donnerstag, 20. Oktober, ist „Richtfest“.

Die 30-köpfige, eineinhalb Jahre alte „Studentischen Kulturinitiative Würzburg“ will ein „offenes, soziokulturelles, unkommerzielles und selbstverwaltetes Kulturzentrum“ aufbauen, so schreiben die Macher in ihrem Konzept. Die „Kellerperle“ soll, so ist ihr Plan, „vor allem eine Plattform zur Umsetzung kreativer Ideen sein, die zum Mitgestalten und zu Eigeninitiative anregt“.

Was jetzt Richtfest heißt, war ursprünglich als Eröffnungsparty gedacht; auf die müssen Kulturinitiative und Publikum weiter warten. Man kann die Kellerperle am Donnerstagabend nur besichtigen. Das Fest findet zwei Etagen drüber statt, im Festsaal des Studentenhauses am Exerzierplatz.

Kulturinitiative und Studentenwerk haben Probleme mit der Stadt. Das Studentenwerk hatte zwar im August 2010 einen Bauantrag gestellt hatte, die Stadt aber hat ihn immer noch nicht genehmigt. Eine Schankkonzession haben die Macher auch noch nicht; ohne Baugenehmigung kriegen sie keine.

Michael Ullrich, der Chef des Studentenwerks, berichtet von einer „schwierigen Sache“, zunächst wegen des Brand-, dann wegen des Lärmschutzes. Überlegungen, in der Kellerperle auch Discos zur Finanzierung der Kunst zu veranstalten, musste die Initiative streichen. Nach langem Hin und Her, sagt Ullrich, „haben wir uns auf bestimmte Einschränkungen geeinigt, leider“. Das bedeutet: Um 22 Uhr muss Schluss sein – „sehr früh, für studentische Verhältnisse“, meint der Studentenwerkschef. Aber er wolle die Stadt nicht an den Pranger stellen, die habe sich bemüht.

Er sagt aber auch, trotz einiger großer Konzerte und Theateraufführungen, im Studentenhaus habe sich bisher noch niemand aus der Nachbarschaft beschwert.

Oberbürgermeister Georg Rosenthal selbst schrieb an die Kulturinitiative, „eine solche zeitliche Beschränkung von kulturellen Veranstaltungen“ sei „denkbar und vertretbar“. Für die Leute von der Kulturinitiative ist das schwer zu akzeptieren. Silvan Lindner etwa berichtet von einer „sehr positiven Resonanz“ auf die Kellerperle-Pläne aus der Studierendenschaft; die Stadt aber lege Steine in den Weg, „die gar nicht nötig sind“. Henning Trentmann schildert stetige Zweifel an der Richtigkeit der Raumwahl. Sie wollen es jetzt trotzdem probieren.

Die Idee von der Kellerperle ist während der Studentenproteste im Herbst 2009 gewachsen, unter den Besetzern des Audimax in der Neuen Uni. Einen Ort wollten sie haben, berichtet Trentmann, für Konzerte, gemütliches Beisammensitzen, Theater, Ausstellungen, Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen. Michael Ullrich vom Studentenwerk fand Gefallen an der Idee. In der früheren Burse ist Platz für eine Theke, eine Bühne und für maximal knapp 200 Leute. Sein Werk übernimmt Miete und Nebenkosten und bezahlt die Thekenkräfte. Die Veranstaltungsarbeit ist ehrenamtlich.

Donnerstag, 20. Oktober, ab 20 Uhr: „Richtfest“ für die Kellerperle im Festsaal des Studentenhauses am Exerzierplatz. Weitere Informationen gibt's hier: kellerperle.blogspot.com

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