Würzburg

Trotz Corona und Urlaub: Rotes Kreuz bittet um Blutspenden

Im Sommer spenden oft weniger Menschen Blut. Doch Blutkonserven werden nach wie vor gebraucht. Wo das unterfränkische Rote Kreuz Engpässe sieht.
Eine Mitarbeiterin vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes fixiert während einer Blutspende die Nadel (Symbolbild).
Foto: Hauke-Christian Dittrich, dpa | Eine Mitarbeiterin vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes fixiert während einer Blutspende die Nadel (Symbolbild).

Es ist Sommer, die Corona-Regeln sind gelockert – wer denkt da schon ans Blutspenden? Doch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) ist gerade in den Sommermonaten auf regelmäßige Spender angewiesen.

Die Menschen fahren in den Urlaub, genießen die Corona-Lockerungen, "die jedem von Herzen gegönnt sind", sagt Patric Nohe, Sprecher des BRK-Blutspendedienstes. "Aber dem gegenüber steht ein hoher Bedarf der Kliniken, weil die verschobene Operationen jetzt nachholen. Im Moment können wir die Versorgung gewährleisten, aber wir blicken mit Sorge auf die kommenden Tage und Wochen."

Eine ähnliche Situation habe es bereits im vergangenen Jahr gegeben. "Der Trend muss jetzt umgekehrt werden", so der Sprecher.

Blutkonserven nur 42 Tage haltbar

In jedem Jahr gibt es zwei Phasen, in denen typischerweise weniger Menschen zur Blutspende gehen: in der Grippesaison und im Sommer. Das lebenswichtige Blut kann aber nicht künstlich hergestellt werden. Und: Die Blutpräparate sind nur 42 Tage haltbar.

"Deshalb sind wir sind auf ein kontinuierliches Engagement angewiesen", sagt Nohe. Wichtiger als ein einmaliger Ansturm auf die Blutspendetermine ist also eine fortlaufende Bereitschaft, Leben zu retten. Das sagt auch Transfusionsmediziner Markus Böck von der Uniklinik Würzburg: "Das ist ein Langstreckenlauf." Er habe zwar schon viel schlimmere Zeiten erlebt, die Versorgung mit Blutkonserven sei aktuell aber "nicht luxuriös".

Im Mittel werden pro Tag etwa 2000 Vollblutkonserven in Bayern benötigt, momentan sogar etwas mehr. Davon stemmt das BRK etwa drei Viertel . Alle an einem Tag entnommenen Blutspenden laufen am selben Abend noch im Produktions- und Logistikzentrum in Wiesentheid (Lkr. Kitzingen) ein, werden dort weiterverarbeitet und in Bayern verteilt. "Wer in Unterfranken spendet, kann damit auch jemandem am Tegernsee das Leben retten", so Nohe. 

Noch strengere Hygienemaßnahmen als üblich

Wie funktioniert die Blutspende in Corona-Zeiten? Vielerorts werde mittlerweile mit Terminreservierungen gearbeitet, damit sich keine Schlangen bilden. "Die Blutspende unterliegt ohnehin sehr strengen Regularien", sagt Nohe. "Wir haben wegen Corona aber noch einen drauf gesetzt." Ein großes Lob gebühre den Spendern, die sich lückenlos an die Maskenpflicht und mit viel Disziplin an die Hygienemaßnahmen hielten. 

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Wer frisch geimpft ist, sollte rein vorsorglich einen Tag warten, um dem Körper Ruhe zu gönnen und eventuelle Nebenwirkungen abgrenzen zu können, sagt Nohe. Im Anschluss an die Blutspende könne man aber problemlos einen Impftermin, zum Beispiel beim Hausarzt, wahrnehmen.

"Beim geringsten Unwohlsein bitten wir alle Spender, daheim zu bleiben", so der Sprecher. Der Coronavirus sei zwar nicht durch Blut übertragbar, aber es gehe darum, die Spender vor Ort zu schützen. Nach einer Infektion muss man bis zur Blutspende noch vier Wochen warten. 

Blutspendetermine des BRK in Ihrer Nähe finden Sie unter www.blutspendedienst.com/blutspendetermine. Wer sich nicht sicher ist, ob er als Spender in Frage kommt, kann auf der Seite des Blutspendedienstes auch den Spende-Check machen oder sich von Mitarbeitern der kostenlosen Spenderhotline unter Telefon (08 00) 119 49 11 beraten lassen. Nach Terminvereinbarung unter Telefon (09 31) 20 13 12 30 kann man außerdem in der Universitätsklinik in  Würzburg Blut spenden.

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