Würzburg

Warum im Würzburger Rathaus Wasserschutz jetzt zur Chefsache wird

Wie kann die Trinkwasserversorgung in der Region auch in Zeiten des Klimawandels funktionieren? Was OB Schuchardt und Klimabürgermeister Heilig am Tag des Wassers sagen.
Zum Tag des Wassers: Würzburgs OB Christian Schuchardt und Klimabürgermeister Martin Heilig überlegen sich, wie das Trinkwasser besser geschützt werden kann. 
Foto: Oliver Berg | Zum Tag des Wassers: Würzburgs OB Christian Schuchardt und Klimabürgermeister Martin Heilig überlegen sich, wie das Trinkwasser besser geschützt werden kann. 

Weniger Niederschlag, sinkende Grundwasserspiegel: Konkrete Lösungen gibt es noch nicht. Über nachhaltige strategische Ansätze zur Sicherung der Wasserversorgung wird bei der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) und im Rathaus aber intensiv nachgedacht: Passend zum "Tag des Wassers" haben Oberbürgermeister Christian Schuchardt und WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer am Montag den Wert der Ressource Wasser betont und über die künftigen Herausforderungen durch die Auswirkungen des Klimawandels gesprochen.

Würzburg ist eine der trockensten Regionen Deutschlands und wurde deshalb im Rahmen des vom Bundesumweltministerium ausgerufenen "Nationalen Wasserdialog" als eine von vier deutschen Städten für die Bürgerbeteiligung ausgesucht, die vor einigen Wochen stattgefunden hat – konkretes Thema: "Klimawandel/Wasserknappheit". Der Abschlussbericht wird Mitte des Jahres erwartet, die zentralen Themen und Herausforderungen bei der Sicherung der Versorgung mit sauberem Trinkwasser sind aber bereits bekannt.

Wie kann die Wasserversorgung in Dürreperioden sicher gestellt werden?

In Trockenperioden könnte das Trinkwasser durch die Konkurrenz mit anderen Nutzungen – zum Beispiel die Bewässerung von Weinbergen und Feldern in der Landwirtschaft – in Zukunft knapp werden, betont WVV-Chef Thomas Schäfer: "Das ist kein einfaches Thema. Wir müssen Lösungen finden und das mit der Gesellschaft ausdiskutieren."

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Neben einem möglichst schonenden Umgang mit dem Grundwasser sei die größte Herausforderung, die Wasserversorgung gerade in trockenen Regionen wie Unterfranken so widerstandsfähig gegen die Einflüsse des Klimawandels zu machen, dass auch in Dürreperioden noch ausreichend Trinkwasser für alle Menschen zur Verfügung stehe. Thomas Schäfer ist skeptisch: "Bei sinkenden Niederschlägen, bei steigender Verdunstung im Sommer, bei oberflächlich abfließendem Starkregen und niedriger Grundwasserneubildung wird das nicht funktionieren."

Niederschläge werden immer weniger 

Der Freistaat beschäftigt sich im Rahmen der Studie "Wasserzukunft Bayern 2050" damit, wie die Ressource Wasser in Bayern besser verteilt werden kann. "Der Norden Bayerns trocknet aus, wir brauchen den Transfer", so Schäfer. Dazu gehöre es auch, die mehr als 3000 Wasserversorger in Bayern untereinander besser zu vernetzen.

Nachdem die Niederschlagsmengen in der Region in den vergangenen drei Jahren jeweils deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 600 Millimetern pro Quadratmeter geblieben sind und die Neubildung von Grundwasser nachlässt, "müssen wir eine Wasserarmut konstatieren und auf den unterschiedlichsten Feldern gegensteuern", sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt: "Im Kern geht es um die Sicherung unserer Quellen."

Wasserschutz ist im Würzburger Rathaus Chefsache

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört dabei die Ausweisung geeigneter Trinkwasserschutzgebiete, was derzeit im Bereich westlich von Würzburg in einigen Landkreisgemeinden nicht gerade für Begeisterung sorgt: "Das ist für einzelne Kommunen ein sensibles Thema, das nur im partnerschaftlichen Dialog erörtert werden kann. Da kommt vor allem dem Landrat eine wichtige Rolle zu", sagte Schuchardt auf Nachfrage.

Klima-Bürgermeister Martin Heilig betonte, dass Wasserschutz im Würzburger Rathaus als "besonders essentielles Zukunftsthema" Chefsache sei. "Wo immer möglich, versuchen wir Wasser in der Landschaft zu halten", erläuterte Heilig – gerade im Stadtwald seien dabei bereits große Fortschritte zu verzeichnen. Außerdem soll das Niederschlagswasser nach dem Prinzip der "Schwammstadt" künftig effizienter genutzt werden: "Die Zeiten, in denen das Wasser möglichst schnell abfließen soll, sind vorbei", so Heilig.

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