Würzburg

Polizei: Wegen Corona weniger Unfälle in Unterfranken

Die Polizei Unterfranken hat ihre Verkehrsbilanz vorgestellt. Was 2020 auch dank Corona gut lief und wovor Polizeipräsident Gerhard Kallert warnt.
2020 gab es weniger Verkehrsunfälle in Unterfranken. Der Grund ist Corona, so die Polizei bei einer Pressekonferenz.
Foto: Stefan Puchner, dpa | 2020 gab es weniger Verkehrsunfälle in Unterfranken. Der Grund ist Corona, so die Polizei bei einer Pressekonferenz.

Kein Rückblick aufs Jahr 2020 ohne Corona. Auch die Verkehrsbilanz der Polizei wurde erheblich von den Einschränkungen durch das Virus geprägt. In Unterfranken passierten im Jahr 2020 weniger Unfälle als im Vorjahr. "Bis auf zwei oder drei Ausnahmen ist das insgesamt eine sehr positive Bilanz", stellte Polizeipräsident Gerhard Kallert fest. Diese Ausnahmen beträfen vor allem den Radverkehr und das Fahren unter Drogeneinfluss. Hier warnte Kallert: "Ich möchte nicht, dass die Unfallursache Drogenkonsum so zunimmt, wie das beim Alkohol früher der Fall war."

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Die Zahl der Verkehrsunfälle sank das zweite Jahr in Folge auf 35 010, dieses Mal aber deutlicher um über 17 Prozent, was vor allem auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Denn im Januar 2020 lagen die Werte noch leicht über denen von 2019, doch mit Beginn des ersten Lockdowns gingen die Unfallzahlen in den Keller, wie die Polizei in ihrem Bericht anschaulich zeigte. 

Viele tödliche Unfälle auf Landstraßen

Die Zahlen bei den kleineren Unfällen, den Verletzten und den Verkehrstoten sanken ihn ähnlichem Maße. Dabei betonte Kallert auch: "Jeder der 45 Verkehrstoten ist einer zu viel." Auffällig war, dass über zwei Drittel der Todesfälle (31) auf Landstraßen passierten. Ein Unfallschwerpunkt, den die Polizei gemeinsam mit Straßenbauingenieuren weiter beheben will. 

Sorgen bereitet Kallert die Entwicklungen bei den Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Radfahrern. Der Trend aus Bayern zeige sich so auch in Unterfranken. 2020 gab es fast 16 Prozent mehr Unfälle mit Radfahrern, die Zahl der verletzten Radfahrer stieg sogar um 17 Prozent. Eine Entwicklung, die Kallert vor allem darauf zurückführt, dass es 2020 coronabedingt mehr Radfahrer gab. Dies würden auch die Zahlen der Zweirad-Industrie zeigen. 

Kampagne für Fahrradhelme startet

Um die Gefahr bei Verkehrsunfällen zu senken, startet die Polizei Ende April die Kampagne "KopfEntscheidung". Dabei soll besonders über das Tragen eines Fahrradhelms informiert werden. Für die Kampagne konnte die Polizei unter anderem den ehemaligen Fußball-Nationalspieler und Meistertrainer Felix Magath und die ehemalige Miss Bayern Lara Rúnarsson gewinnen. 

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Die zweite Entwicklung, die dem Polizeipräsidium Sorgen bereitet, sei die Verwicklung von Verkehrsteilnehmern, die unter Drogeneinfluss stehen, in Unfälle. Erstmals gab es 2020 mehr Fahrten unter Drogeneinfluss als Fahrten unter Alkoholeinfluss. 92 Unfälle unter Drogeneinfluss nahm die Polizei dieses Jahr in Unterfranken auf, zwei Menschen starben infolge dieser Unfälle. Dazu kommen fast 1600 Drogenfahrten, die die Polizei kontrollierte. "Das macht uns seit Jahren große Sorgen", so der Polizeipräsident. Dabei sei hier das Dunkelfeld noch viel größer. Die Kollegen werden bereits ausführlich darauf geschult, den Drogenkonsum zu erkennen. Dies sei aber deutlich schwieriger als  Fahrer mit Alkohol im Blut zu identifizieren.

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