Würzburg

Wie der Landkreis sozial benachteiligten Kindern hilft

Die Grundschule Waldbüttelbrunn soll künftig eine Stelle für Jugendsozialarbeit an Schulen bekommen. Dies wurde am Freitag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses beschlossen.
Die Grundschule in Waldbüttelbrunn bekommt ab September eine Stelle für Jugendsozialarbeit an Schulen.
Foto: Thomas Obermeier | Die Grundschule in Waldbüttelbrunn bekommt ab September eine Stelle für Jugendsozialarbeit an Schulen.

Die Auswirkungen der Pandemie, wie beispielsweise fehlende soziale Kontakte, spüren vor allem benachteiligte Kinder und Jugendliche. Gerade jetzt werden sie mit familiären Problemen alleine gelassen, der Alltag zu Hause wird für viele zur Herausforderung.

Im Jugendhilfeausschuss des Kreistags Würzburg wurden mehrere Vorschläge besprochen, um solche Probleme zu beheben. Konkret stellten die Gemeinde Waldbüttelbrunn als auch die Kreistagsfraktion der Grünen Anträge auf Unterstützung von Kinder und Jugendlichen während Corona.

Stelle ab September besetzt

Bereits im Oktober 2019 hatte die Gemeinde Waldbüttelbrunn den Antrag auf eine Teilzeitstelle für Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) für die örtliche Grundschule gestellt. Der Antrag wurde damals vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales abgelehnt, da die Haushaltsmittel für 2019/2020 erschöpft waren. Im Februar dieses Jahres stellte die Gemeinde deshalb den Antrag erneut - dieser wurde am Freitag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags einstimmig genehmigt.

Die Kosten der Stelle werden zur Hälfte durch eine Landkreisförderung sowie eine staatliche Förderung des Freistaats abgedeckt, sagt Klaus Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Waldbüttelbrunn. Die restlichen Kosten von rund 15 500 Euro übernehme die Gemeinde selbst. Die Stelle für JaS soll laut Schmidt zum 1. September dieses Jahres besetzt werden.

Jugendsozialarbeit hat sich bewährt 

Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales ist die JaS eine Form der Jugendhilfe und die intensivste Art der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule. Die Zielgruppen sind sozial benachteiligte und verhaltensauffällige Kinder. Auch wendet sich JaS an Schüler aus Zuwandererfamilien, mit familiären Problemen oder fehlender familiärer Unterstützung.

"Wir müssen den Fokus auf benachteiligte Kinder und Familien richten", sagte Bernd Adler, Leiter des Jugendamts im Landkreis Würzburg. Die Jugendsozialarbeit an Schulen habe sich bewährt - gerade in Zeiten der Corona-Pandemie. Die Fachkräfte seien vor Ort gewesen. Sie hätten Hausbesuche gemacht und sich darum gekümmert, den Kontakt zu den Schülern aufrecht zu erhalten. "Sie waren das Bindeglied in dieser ganzen Zeit. Ich halte das für wirksam und nachhaltig."

19 Schulen im Landkreis ohne sozialpädagogische Unterstützung

Das bayerische Staatsministerium plane laut Adler 70 Stellen für Jugendsozialarbeit in ganz Bayern. Die Frage, wie viele weitere Stellen davon in den Landkreis Würzburg kommen, lasse sich aktuell jedoch noch nicht beantworten. Im Landkreis Würzburg gibt es momentan noch 18 Grundschulen sowie eine Mittelschule, die ohne sozialpädagogische Unterstützung auskommen. 

Außerdem stellte die Kreistagsfraktion der Grünen einen weiteren Antrag.  Sie fordern eine pandemiebedingte Unterstützung von Kindern und Jugendlichen an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis Würzburg. Parteimitglied Rita Heeg forderte sozialpädagogische Unterstützung, sofern diese nicht im Rahmen der JaS abgedeckt ist.

Antrag wird weiter ausgearbeitet

Die Hilfe soll auch für Gymnasien und Realschulen zur Verfügung stehen. Heeg betonte, dabei handele es sich um einen Initiativantrag, der gemeinsam ausgearbeitet werden müsse. Auch hier stimmten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses einstimmig zu. Wie genau der Antrag umgesetzt werden soll, bedarf jedoch noch weiterer Planung. 

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