Würzburg

Nein zum Zusammenschluss: Wie geht es für die Würzburger Mittelschulen weiter?

Die Zusammenlegung der Schulen ist vom Tisch. Der Stadtrat hat gegen den Willen des Schulamts seinen Beschluss vom November 2019 gekippt. Was die Hintergründe sind.
Die Pestalozzi Mittelschule in Grombühl ist eine von mehreren Mittelschulen in Würzburg. Über ihre Zusammenlegung hat der Stadtrat jetzt wieder beraten und beschlossen.
Foto: Thomas Obermeier | Die Pestalozzi Mittelschule in Grombühl ist eine von mehreren Mittelschulen in Würzburg. Über ihre Zusammenlegung hat der Stadtrat jetzt wieder beraten und beschlossen.

Die Zusammenlegung von drei Mittelschulen an der Hauger Schule ist endgültig vom Tisch: Nach längerer Diskussion hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Mittelschulen in der Stadt weiterhin dezentral zu organisieren. Das Schulreferat soll dafür ein neues Konzept mit mehreren Standorten erarbeiten, einer davon soll nach einer zweijährigen Generalsanierung die Pestalozzi-Schule in Grombühl sein.

Der Stadtrat hat seinen eigenen Beschluss aufgehoben

Der Stadtrat hat damit seinen eigenen Beschluss zur Errichtung einer zentralen Mittelschule an der Hauger Schule vom November 2019 aufgehoben. Das Staatliche Schulamt hatte wegen sinkender Schülerzahlen die Zusammenlegung der Mönchberg-, Goethe- und Pestalozzi-Mittelschulen im Hauger Viertel vorgeschlagen. Weil die Räume an der Hauger Schule allerdings noch auf unbestimmte Zeit für ausgelagerte Klassen des Siebold- und des Riemenschneider-Gymnasiums gebraucht werden, leitete Schul-Bürgermeisterin Judith Jörg bereits kurz nach ihrer Wahl im Mai den Richtungswechsel ein.

"Wir haben am Hubland schon jetzt 175 Grundschüler, und der Stadtteil wird weiter wachsen"
Judith Jörg - Schul-Bürgermeisterin

Ihr Plan sieht vor, die Mönchberg-Mittelschule (aktuell 77 Schülerinnen und Schüler) mit ihrem speziellen pädagogischen Angebot für Jugendliche mit Migrationshintergrund zu erhalten. Gleichzeitig soll die Goethe-Mittelschule (110 Schüler) vom Frauenland nach Grombühl umziehen und dort mit der Pestalozzi-Mittelschule (95 Schüler) in einem sanierten Gebäude zusammengelegt werden. Mit dieser Lösung will Jörg auch die nötigen Raumkapazitäten für die Goethe-Kepler-Grundschule schaffen, die in naher Zukunft Grundschüler vom neuen Stadtteil am Hubland aufnehmen muss.

Die Stadt plant am Hubland eine eigene Grundschule

"Wir haben am Hubland schon jetzt 175 Grundschüler, und der Stadtteil wird weiter wachsen", so Jörg. Deswegen plant die Stadt am Hubland eine eigene Grundschule und schickt bis dahin einen Teil der Kinder in freie Klassenzimmer in der Gerbrunner Volksschule – eine entsprechende Vereinbarung mit der Nachbargemeinde soll der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung verabschieden.

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Alles andere als glücklich mit der Kehrtwende ist Schulamtsdirektor Erwin Pfeuffer. Er hält den Richtungswechsel für "zu vorschnell", wie er den Stadträten erläuterte: "Als Pädagoge hat man damit zu kämpfen, dass die Mittelschulen weiterhin dezentral organisiert werden sollen."

Das Staatliche Schulamt hatte vier Jahre Arbeit in eine neues pädagogisches Konzept investiert

Das Staatliche Schulamt habe vier Jahre Arbeit in eine neues pädagogisches Konzept investiert, das sich nach Pfeuffers Worten besser in zweizügigen und damit größeren Mittelschulen umsetzen lässt: Dort könnten Migrationsschüler weiterhin – wie bisher an der Mönchbergschule – ihre speziellen Angebote bekommen, würden Fächer wie Sport oder Musik aber zusammen mit deutschen Jugendlichen besuchen. Damit soll nach dem Willen des Schulamts eine zeitgemäße Integration der Geflüchteten in die Schulgemeinschaft und damit in die Gesellschaft ermöglicht werden: "Dieses Anliegen sehe ich derzeit gefährdet", betonte Pfeuffer.

Der Stadtrat diskutierte über eine Stunde über die künftigen Mittelschulstandorte, wobei sich die Redner weitgehend darüber einig waren, dass die vom Schulreferat vorgeschlagene Lösung die einzig richtige ist und die Zeit drängt. Auch die Zustimmung zur Beschlussvorlage erfolgte einstimmig, nachdem ein Passus über den Erhalt des pädagogischen Konzepts der Mönchberg-Mittelschule gestrichen wurde.

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