Würzburg

Wie gelingt Inklusion in den Arbeitsmarkt in Tansania?

Rund vierzig Studierende der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften haben laut Pressemitteilung in Zusammenarbeit mit der in Würzburg ansässigen DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. Lösungen erarbeitet, wie Menschen mit Behinderungen in Tansania künftig besser in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Die Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler studieren im Bachelorpraxisprojekt „Chancen und Risiken der Digitalisierung“ sowie im Masterprogramm „Soziale Arbeit“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS).

Zum Kooperationsprojekt zugeschaltet wurde per Videokonferenz der Inklusionsexperte Jonathan Moyo aus Daressalaam, Tansania. Er erläuterte den Studierenden, vor welchen Herausforderungen Menschen mit Behinderung in diesem ostafrikanischen Land stehen und welche Maßnahmen von der Regierung und von gemeinnützigen Unternehmen angeboten werden. Aufbauend auf diesem Basiswissen wurden die Studierenden in Teams aufgeteilt, um mit verschiedenen digitalen Tools Lösungsansätze zu erarbeiten.

Gefragte Kompetenzen

Zur Entwicklung von innovativen Lösungen setzten die Studierenden agile Arbeitsmethoden wie das „Design Thinking“ ein. Professor Dr. Ulrich Gartzke betont laut Pressebericht die Wichtigkeit, dass Studierende in modernen wissenschaftlichen Methoden ausgebildet werden: „Interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Erarbeitung von kreativen Lösungen in einem internationalen Umfeld unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Ressourcen vor Ort sind Kompetenzen, die immer stärker nachgefragt werden“, so der Professor für Sozialmanagement an der FHWS.

Die sieben Teams präsentierten einer international-erfahrenen Jury aus DAHW-Mitarbeitenden und Professorin Dr. Tanja Kleibl ihre Lösungsansätze. Die Ideen waren vielseitig und kreativ: Social Marketingkampagnen zur besseren Information der Öffentlichkeit und Vermeidung von Stigmatisierung, Existenzgründungskonzepte mit Schulungen und finanzieller Unterstützung durch Mikrokredite oder Datenbanklösungen für ein besseres Matching von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern.

Die DAHW-Mitarbeiterin Carolin Gunesch zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Konzepte und den Überlegungen, heißt es weiter. Die Jury zeichnete die Idee zur digital unterstützten Schulbildung für Jugendliche mit Behinderungen als die beste aus: „Eine gute Ausbildung ist der wichtigste Schritt, um eine qualifizierte Tätigkeit ausüben und am Arbeitsmarkt teilnehmen zu können. Das Konzept ist durch die digitalen Elemente skalierbar und kann im ganzen Land eingesetzt werden“, begründete sie die Entscheidung.

Bei ihren Aktivitäten unterstützt die DAHW eine sogenannte gemeindenahe inklusive Entwicklung („Community Based Inclusive Development“, CBID). Bei dieser Maßnahme erhalten Menschen mit Behinderung Zugang zu Hilfsmitteln, Gesundheits- und/oder Rehabilitationsdiensten sowie zu Angeboten zur Einkommensgenerierung und zur Selbstbemächtigung („Empowerment“). Der Stigmatisierung und Diskriminierung werden durch gemeinschaftsorientierte Aktivitäten begegnet.
Weitere Informationen und der Filmbeitrag „The story of Daudi“ unter Studierende entwickeln Lösungsansätze für Arbeitsmarkt-Integration (https://www.dahw.de/unsere-arbeit/presseportal/pressemeldungen/meldung/fhws-studierende-entwickeln-in-digitaler-zusammenarbeit-loesungsansaetze-fuer-arbeitsmarktintegratio.html)
Quelle: FHWS
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