Würzburg

Wie Veganer in Würzburg feiern wollen

Am Samstag findet das zweite Veganmania auf dem Markplatz statt. Sprecherin Doris Reinholz erzählt, wie vegan die Stadt ist und wie sie auf Anfeindungen reagiert.
Am Samstag kann in der Stadt wieder vegan gefeiert werden.
Foto: Veganmania
Im vergangenen Jahr hat eine kleine Gruppe engagierter Veganer das erste tierproduktlose Festival in Würzburg auf die Beine gestellt. An diesem Samstag, 11. Juni, findet die zweite Veganmania von 10 bis 19 Uhr auf dem Unteren Markt statt. Die Pressesprecherin der Vereins „Veganes Würzburg“, Doris Reinholz, erzählt, was die Würzburger dabei erwartet.

Frage: Frau Reinholz, die fränkische Küche ist bekannt für Bratwürste und Schäufele. Wie vegan ist Würzburg?
Doris Reinholz: Ich finde es sehr leicht, sich hier vegan zu ernähren. Wir haben tolle Marktstände und viele ökologisch orientierte Läden. Auch wenn man essen gehen will, hat sich einiges getan, nicht nur in Lokalen wie den „Veggie Bros“ und dem „Café Wunschlos glücklich“. Früher konnte die Gastronomen gar nichts mit dem Begriff „vegan“ anfangen, heute bieten fast alle vegane Gerichte an. Und wenn nicht, sagen sie, man könne dies und das weglassen. Da ist man flexibler geworden.


Dennoch scheinen viele Veganer Fleisch zu vermissen. Auf dem Mark boomen Ersatzprodukte wie Tofuwürste oder Veggie-Leberkäse. Wie ist das zu erklären?

Reinholz: Es ist anfangs einfach leichter für die Umstellung. Für langjährige Fleischesser ist es hilfreich, wenn man einen Ersatz hat und der Markt dafür ist da. Ich bin kein Fan dieser Produkte. Die zeigen auch, dass vegan nicht gleich gesund bedeutet.

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Am Samstag feiert Ihr Verein zum zweiten Mal auf dem Marktplatz. Was gibt es beim Veganmania zu entdecken?

Reinholz: Es gibt wieder viel Musik, Vorträge von Ernährungswissenschaftlern und eine Showeinlagen vom Tierschutztheater. Da bin ich schon sehr gespannt drauf.

Tierschutztheater, Show und Musik – was genau ist das Ziel der Veganmania?

Reinholz: Die Idee der Veganmania gibt es schon seit 1992. Seit der Würzburg-Premiere im vergangenen Jahr haben sich viele Initiativen gemeldet, dass sie heuer einen Stand haben möchten. Das vegane Leben ist der rote Faden der Veganmania. Das beschränkt sich nicht nur auf die Ernährung. Veganer leben umweltbewusst, entwickeln ein besseres Körpergefühl und arbeiten seelisch an sich. Veganismus ist nicht nur Trend, sondern Lebensweise.

Eine Lebensweise, die in Würzburg immer beliebter wird?

Reinholz: Ja, unsere Mitgliederzahl wächst stetig, von anfangs sieben auf mittlerweile 18. Viele helfen auch einfach so ab und zu mit, backen vegane Kuchen und engagieren sich bei Spendensammelaktionen.

Werden Sie als Verein von eingefleischten Fleischessern auch angefeindet?
Reinholz: Wenn wir Aufklärungsarbeit an Ständen leisten, stoßen wir schon auf Kritik und Feindseligkeit. Aber diese Diskussionen machen die Arbeit ja auch aus. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen.

Das Veganmania findet am Samstag nur wenige Meter von zwei Wurstständen und einem Fischladen auf dem unteren Markt statt...

Reinholz: Das ist überhaupt kein Problem. Wir wollen mit dem Festival ja auch gerade Nicht-Veganer ansprechen. Ohne Fingerzeig, sondern rein informativ. Jeder kann sich über die vegane Lebensweise kundig machen und so weit gehen, wie er will.

Doris Reinholz.
Foto: Reinholz | Doris Reinholz.
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