Würzburg

Würzburg: Wie ein leerer Würfel der lokalen Kunstszene helfen soll

Die Aktion "Kunstleerer Raum" soll zeigen, dass die Kunst eine Öffentlichkeit braucht, die ihre Arbeit beachtet. Was dies mit einem leeren Kubus in der Hofstraße zu tun hat.
Knapp zwei Monate können sich Kunstschaffende aller Sparten in der Öffentlichkeit präsentieren.
Foto: Fabian Gebert | Knapp zwei Monate können sich Kunstschaffende aller Sparten in der Öffentlichkeit präsentieren.

Bis zum 21. November steht der "Kunstleere Raum" - ein Würfel aus Metallstangen auf einem roten Teppich - in der Hofstraße für die Kunst. Am Samstagnachmittag wurde er eröffnet, und viele kulturinteressierte Leute schauten zu: Die führenden Köpfe der Würzburger Ausstellungshäuser, Musiker, Publizisten und mehr kamen zu diesem Treffen und erfuhren allmählich, was es mit der recht kurzfristig angekündigten Aktion auf sich hatte: Es soll nicht bei einem Szenetreffen bleiben. Die Veranstaltergruppe des Kunstleeren Raums sucht in den nächsten 40 Tagen an diesem Kubus den Kontakt mit der breiten Öffentlichkeit.

Kunst sichtbar machen

Die Fotografin und Gestalterin Gabriele Kunkel sprach für die Initiativgruppe, zu der Evelin Neukirchen, Mechthild Hart, Sabine Saam, Georgia Templiner und Rainer Haindl gehören. Kunkel erinnerte an die Anfänge vor drei Jahren. Da hatten sich einige von ihnen am Tag des offenen Ateliers beteiligt und die betrübliche Erfahrung gemacht, dass nur recht wenige Würzburger die Ateliertüren durchschritten. Abhilfe sollte der Kunstleere Raum schaffen – draußen, bei den Leuten, die man ja mit dem eigenen Wirken erreichen will. 2020 gingen die Kreativen schon einmal in die Würzburger Innenstadt, um "Kunst sichtbar zu machen", so Gabriele Kunkel.

Die Würzburger Tänzerin Lisa Kuttner wühlte sich aus halbtransparenten Planen hervor.
Foto: Fabian Gebert | Die Würzburger Tänzerin Lisa Kuttner wühlte sich aus halbtransparenten Planen hervor.

Jetzt also in der kleinsten Fußgängerzone der Stadt. Die soll zum "Kommunikationsort, zur Speakers' Corner werden, an dem wir mit den Passanten ins Gespräch kommen". Schließlich sei Kunst "kritische Reflexion", sagt Kunkel: "Sie guckt dahinter und lässt sich nichts vormachen." Bei der Eröffnung taten die Passanten noch, was ihr Name besagt: Sie passierten die Reihen der aktiven Kulturmenschen eher unbeeindruckt. Zum Innehalten soll sie künftig ein tägliches Programm mit Aufführungen jeweils um 14 und 17 Uhr bewegen. Schon als am Samstag der Würfel enthüllt wurde, wühlte sich die Tänzerin Lisa Kuttner aus halbtransparenten Planen hervor und bewegte sich – freilich sehr energiearm - zum Saxophon Dirk Rumigs. Nach dieser Improvisation erklang traditioneller Dixieland. Das Programm der nächsten Wochen verspricht weit gespannt zu werden.

Luisa Heese: Kunst muss in den öffentlichen Raum

Gastrednerin war die neue Leiterin des Museums im Kulturspeicher, Luisa Heese, die "die große Ehre" hatte, diese Aktion eröffnen zu dürfen. Beim Kunstleeren Raum hatte die Göttinger Kunstwissenschaftlerin ihren ersten öffentlichen Auftritt in ihrer derzeitigen Wahlheimat, die sie "als Ort mit reicher kultureller Geschichte" erlebt. Aber: "Für uns ist die Gegenwart wichtig!", betonte Heese. "Sie muss genauso wie die Tradition wertgeschätzt werden, damit sie stattfinden kann. Wir wollen und müssen in den öffentlichen Raum." Eben das sei in den letzten Monaten, als der Kulturbetrieb weitgehend still stand, klar geworden: "Es geht nicht darum, Skulpturen aufzustellen, sondern den Raum mit Kunst zu beleben." Daher wünschte sie "uns allen wunderbare und inspirierende Wochen".

Das Programm ist der Website des Kunstleeren Raums zu entnehmen. Aktive Teilnehmer können sich noch anmelden. Kontakt über E-Mail: templiner@t-online.de, www.kunstleerer-raum.de.

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