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Bad Neustadt: Wort zum Wochenende: Gelebter Glaube ist wichtiger denn je

Bad Neustadt

Wort zum Wochenende: Gelebter Glaube ist wichtiger denn je

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    Stefan Wurth
    Stefan Wurth Foto: Peter Schneider

    Liebe Leserin, lieber Leser, wer unsere Welt in nah und fern bewusst wahrnimmt, beobachtet seit Jahren umwälzende Veränderungen, die sich auch noch stetig zu beschleunigen scheinen. Die Wörter „Kipppunkt“ und „Zeitenwende“ wirken inzwischen fast schon abgedroschen, sind aber dennoch in vielen Zusammenhängen zutreffend. Das gilt auch für die – man muss wohl sagen – „früheren“ Volkskirchen.

    Seit einigen Jahren beträgt der Bevölkerungsanteil mit katholischer oder evangelischer Kirchenmitgliedschaft in Deutschland zusammengerechnet weniger als 50 Prozent. Die Babyboomer-Generation der 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war die letzte, die noch für volle Kirchen gesorgt hat.

    Bereits zu meinen Studienzeiten vor 40 Jahren war vom „Traditionsabbruch“ die Rede. Der zeigt nun in der übernächsten Generation seine volle Wirkung. Die früher „großen“ Kirchen haben ihr Monopol verloren. Nicht zuletzt im Internet gibt es unzählige Quellen, um eine eigene, ganz individuelle Spiritualität entwickeln und leben zu können.

    Schmerzhafte Verluste

    Das alles lässt natürlich die Institution „Kirche“ nicht unverändert. Sie schrumpft und muss folglich vieles aufgeben, was Älteren wie mir von Kind an selbstverständlich erschien. Das ist enttäuschend und schmerzhaft, nicht zuletzt für die vielen kirchlichen Mitarbeitenden, für die es wegen Personalmangels keine Nachfolge geben wird. Die demoskopisch bedingten Nachwuchsprobleme treffen eben nicht nur Sportvereine, Handwerksbetriebe und Pflegeeinrichtungen.

    Die Kirche der Zukunft wird mit deutlich weniger Personal, weniger Finanzmitteln und weniger Gebäuden auskommen müssen, als wir es uns heute vorstellen können oder wollen. Ich weiß aus internationalen Kontakten: Die Kirche Jesu Christi ist nicht auf die Form angewiesen, an die wir in Deutschland gewohnt sind.

    Worauf dann? Auf das Geist-bewegte Miteinander von Christen, die in der Nachfolge Jesu tun, was er uns aufgetragen hat. Gelebter Glaube ist wichtiger denn je. Nur durch ihn werden Kirche und Christentum in unserer Gesellschaft bedeutsam bleiben. Und Jesus sagt auch uns: „Wer die Hand an den Pflug legt und zurückblickt, der ist nicht geeignet für das Reich Gottes“. (Lukas 9,62)

    Stefan Wurth, evangelischer Religionspädagoge, Ostheim

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