Fußball: 2. Bundesliga

1. FC Nürnberg: Der Entwicklungsprozess hakt

Beim 1:1 gegen Düsseldorf trifft der Club nur durch einen Handelfmeter und fällt auf den fast schon gewohnten Relegationsrang zurück.
Leichte Verwirrung beim 1. FC Nürnberg: Düsseldorfs Thomas Pledl (Mitte) , früher auch mal in Fürth, geht mit dem Ball zwischen Tim Handwerker (links) und Fabian Nürnberger hindurch.
Foto: Heiko Becker | Leichte Verwirrung beim 1. FC Nürnberg: Düsseldorfs Thomas Pledl (Mitte) , früher auch mal in Fürth, geht mit dem Ball zwischen Tim Handwerker (links) und Fabian Nürnberger hindurch.

Alles besser werden sollte für den 1. FC Nürnberg in dieser Saison. Aber die Tabelle der 2. Bundesliga bietet, nachdem immerhin schon ein Fünftel der Runde absolviert ist, das fast schon gewohnte Bild. Auf Relegationsplatz 16 geht der Club nach dem langweiligen 1:1 (1:1) im Geisterspiel gegen Fortuna Düsseldorf in die nächste Länderspielpause. Die Aufbruchstimmung, die der neu installierte Sportvorstand Dieter Hecking nach dem glücklichen Klassenerhalt in der Relegation gegen Ingolstadt ausgerufen hatte, ist erst einmal dahin.

Hecking fordert Geduld, aber unter dem ebenfalls neuen Trainer Robert Klauß zeigte die Mannschaft bisher wenig, was Anlass zu übergroßem Optimismus liefert. Gegen Düsseldorf verhinderten die Schwächen im Aufbauspiel und die Harmlosigkeit im Strafraum trotz der größeren Spielanteile den zweiten Saisonsieg. Aber der neue Coach sieht nur ein andauerndes Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag, generell ist er nicht unzufrieden. "Die Mannschaft macht Fortschritte, es ist nun mal ein Entwicklungsprozess", sagte Klauß.

Ein Beispiel, wo dieser Entwicklungsprozess hakt: Zum achten Mal ging der Club in dieser Saison schon in Führung, gewonnen hat er aber nur gegen Sandhausen (1:0). Selbst in der Zeitlupe blieb es unklar, ob nun Düsseldorfs Verteidiger Christop Klarer oder Nürnbergs Stürmer Manuel Schäffler im Zweikampf ein Handspiel begangen hatten. Schiedsrichter Robert Schröder entschied sich nach Überprüfung der Bilder dennoch für einen Strafstoß, den Schäffler („Ich habe an meiner Hand nichts gespürt“)  mit verzögertem Anlauf zum frühen 1:0 nutzte (13.). Lange konnte sich der FCN über dieses Geschenk nicht freuen, nach einer halben Stunde Spielzeit glich der türkische Nationalstürmer Kenan Karaman nach Vorarbeit des besten Düsseldorfers Kristoffer Peterson mit einem platzierten Flachschuss für die Fortuna aus.

"Die Mannschaft macht Fortschritte, es ist nun mal ein Entwicklungsprozess."
Robert Klauß, Trainer des 1. FC Nürnberg

In der zweiten Hälfte kam der Club zurück und wurde dominant, aber selten gefährlich.  Die Schlussphase gehörte aber der Fortuna. Nur gut für den Club, dass der achtsame Innenverteidiger Asger Sörensen den eingewechselten Brandon Borello noch blockte (87.). „Wir hatten bei Kontern drei, vier überragende Möglichkeiten, da musst Du einen setzen“, ärgerte sich Fortunen-Trainer Uwe Rösler, war nach „einem sehr intensiven Match, das wir gewinnen, aber auch verlieren konnten“ aber mit dem ersten Auswärtspunkt für den bisher nicht vom Glück verfolgten Bundesliga-Absteiger zufrieden. Die Gelbe Karte, die er für Beifallklatschen erhielt, verstand Rösler nicht: "Das war weder ironisch noch hämisch gemeint. Schade, dass junge Schiedsrichter so impulsiv reagieren."

Mit der Hereinnahme von Nikola Dovedan anstelle von Johannes Geis, der dann zur zweiten Halbzeit kam, hatte sich Klauß für eine offensiver besetzte Nürnberger Mittelfeldzentrale entschieden. Doch der Plan, auch mit Pässen des Österreichers hinter die stabile Abwehrkette der Düsseldorfer zu kommen, funktionierte nicht sonderlich. Klar die meisten Impulse im Club-Spiel gingen von Leipzig-Leihgabe Tom Krauß aus, der seine Stärken eher in der Defensive zu haben schien, aber immer selbstbewusster auftritt.

Das einzige Nürnberger Tor: Manuel Schäffler verwandelt einen umstrittenen Handelfmeter zur Führung.
Foto: Heiko Becker | Das einzige Nürnberger Tor: Manuel Schäffler verwandelt einen umstrittenen Handelfmeter zur Führung.

Stürmer Pascal Köpke spielte nach seinen beiden Treffern beim 2:3 in Braunschweig diesmal eine unglückliche Rolle. Zwei Abschlüsse missrieten ihm (23., 42.) und als ihn Schäffler auf die Reise schickte, verstolperte er den aussichtsreichen Konter (60.).  „Schäffler hat unseren jungen Innenverteidigern alles abverlangt“, war Rösler froh, dass der mit allen Wassern gewaschene Nürnberger Zentralstürmer nicht mehr Unheil angerichtet hatte.

Nächstes Heimspiel ist das Frankenderby

Für den Club geht es nach der Länderspielpause in Osnabrück weiter. „Da wollen und müssen gewinnen“, legte Torwart Christian Mathenia die Messlatte schon jetzt hoch. Vielleicht auch deshalb, weil als nächstes Heimspiel schon das für die Gefühlslage der langsam nervös werdenden Club-Fans so wichtige Frankenderby gegen die Spvgg Greuther Fürth folgt. Das Kleeblatt hat es sich in den letzten Jahren bekanntlich zur Regel gemacht,  im Max-Morlock-Stadion zu gewinnen. Und blickt als Überraschungszweiter derzeit viel lieber auf die Tabelle als der 1. FC Nürnberg.

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