Volkershausen

Das kurze Flackern von Volkershausen

Nur wenige Jahrzehnte konnte sich der VfB im Ligaspielbetrieb halten. Immerhin gelang zweimal der Aufstieg in die B-Klasse.
24 Jahre mussten die Volkershausener Mannen um ihren Vorsitzenden Rolf Baumann auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die B-Klasse warten. 1987 gelang beides nach einem dramatischen Dreikampf mit der SpVgg Sulzdorf und dem SV Rothhausen. Im Bild (hinten, von links) Vorsitzender Rolf Baumann, Michael Pollak, Ulli Baumann, Georg Faust, Joachim Schmitt, Holger und Oliver Nebes, Trainer Richard Weißenberger sowie (vorne, von links) Richard Halbig, Walter Derleder, Manfred Schranz, Hardy Baumga...       -  24 Jahre mussten die Volkershausener Mannen um ihren Vorsitzenden Rolf Baumann auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die B-Klasse warten. 1987 gelang beides nach einem dramatischen Dreikampf mit der SpVgg Sulzdorf und dem SV Rothhausen. Im Bild (hinten, von links) Vorsitzender Rolf Baumann, Michael Pollak, Ulli Baumann, Georg Faust, Joachim Schmitt, Holger und Oliver Nebes, Trainer Richard Weißenberger sowie (vorne, von links) Richard Halbig, Walter Derleder, Manfred Schranz, Hardy Baumgard, Alfred Bickel, Thomas Weigand und Edmund Göpfert.
Foto: Seufert | 24 Jahre mussten die Volkershausener Mannen um ihren Vorsitzenden Rolf Baumann auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die B-Klasse warten.

Es war ein kurzes Auflodern, eine Flamme, die schnell verbrannte beim VfB Volkershausen . Ein Verein in einer Gemeinde südöstlich von Maßbach im östlichen Landkreis, der das Schicksal vieler kleiner Vereine teilte. Doch einige Höhepunkte gab es, wie das Spiel gegen die SpVgg Sulzdorf in der Saison 1986/87.

Der 1963 gegründete VfB Volkershausen wurde von Fußball-Enthusiasten gegründet, etablierte sich durch viele fleißige Hände, errang sportliche Erfolge und - musste den Spielbetrieb aufgrund von Personalmangel, der insbesondere des letztlich zu kleinen Kaders geschuldet war, wieder einstellen. "Im Gründungsjahr hatten wir noch viele interessierte Spieler, die den Gedanken, im Ort einen Fußballverein zu gründen, aufkommen ließen", erinnert sich Rolf Baumann, stellvertretender Gründungsvorsitzender und mehr als 40 Jahre Vorstandsmitglied.

Großer Kader, kleiner Platz

"Unser Problem war damals nicht die Größe des Kaders; er kehrten einige Spieler, die bis dahin in Maßbach und Weipoltshausen gekickt hatten, in den Heimatort zurück. Unser Problem war vor allem ein vernünftiger Platz."

Das erste eigene Spielfeld sei nur 40 mal 60 Meter groß gewesen, die Unterstützung durch die Gemeinde erst einmal nicht vorhanden. "Erst mit der Flurbereinigung Ende der 1960er-Jahre konnten wir auf dem heute noch bestehenden Gelände einen Rasenplatz anlegen, der einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb zuließ", erinnert sich Baumann.

Als dieser nebst einem schmucken Sportheim angelegt war, legten die VfBler so richtig los und erwiesen sich sofort als eine wichtige Kraft in der damaligen C-Klasse . Auf der Basis einer guten Jugendarbeit steigerte sich das Spielvermögen, der erste große Erfolg wurde 1986/87 gefeiert. "Da schafften wir erstmals den Aufstieg in die B-Klasse ", so Ulli Baumann, einer der Recken, die für eine sportlich überragende Zeit verantwortlich waren.

"Mit der Meisterschaft hatten wir eigentlich nicht gerechnet, vor allem nicht zur Winterpause, weil wir da schon acht Punkte hinter der SpVgg Sulzdorf zurücklagen", so Ulli Baumann, der später als Trainer - unter anderem beim FC 05 Schweinfurt und nunmehr Co-Trainer beim Landesligisten SV Euerbach - zu regionaler Bekanntheit kam.

Er und seine Mitstreiter setzen im Frühjahr 1987 zu einer Aufholjagd an, besiegten die Sulzdorfer auf heimischem Geläuf mit 1:0, holten sich in Sulzdorf beim 1:1 einen Punkt und sorgten so für eine Verunsicherung beim fast feststehenden Meister aus dem Grabfeld.

Weil auch der SV Rothhausen als Mitkonkurrent im Kampf um die Tabellenspitze nicht nachgab, schlossen der VfB, Sulzdorf und Rothhausen die Runde punktgleich ab. Über den direkten Aufstieg beziehungsweise Relegationsplatz mussten Entscheidungsspiele richten. "Wobei wir das Glück hatten, dass wir zunächst ein Freilos hatten", so Ulli Baumann.

Im ersten "Stechen" gewann dann Sulzdorf mit 4:3 gegen die Rothhausener. Vier Tage später trafen sich die Sulzdorfer mit den Schützlingen von VfB-Coach Richard Weißenberger auf neutralem Platz in Aidhausen. Zum "Gipfeltreffen" am Fronleichnamstag pilgerten 500 Zuschauer. " Volkershausen war fast ausgestorben", so Rolf Baumann, damals Vorsitzender.

Die Weißenberger-Elf übernahm taktisch klug in einer insgesamt dominanten Vorstellung sofort die Initiative und ging in der 10. Minute in Führung. Ulli Baumann setzte nach einem Doppelpass die Kugel satt von der Strafraumkante aus in die Triangel.

Beflügelt vom Vorsprung setzten die VfBler nach und lancierten mit feinen Kombinationen über die Mittelfeldachse Alfred Bickel , Manfred Schranz, Joachim Schmitt und Ulli Baumann gefährliche Angriffe. Dabei hatte Baumann kurz vor dem Seitenwechsel Pech bei einem Lattentreffer; das Angriffsduo Edmund Göpfert und Oliver Nebes ließ zudem Hochkaräter liegen.

Zu Beginn der 2. Halbzeit versuchte sich der Kontrahent am Ausgleich, konnte aber den bärenstarken Keeper Hardy Baumgart nicht überwinden. Nach einer Stunde befreiten sich die Weißenberger-Mannen vom Druck und agierten über Konter wieder torgefährlicher. Ein solcher führte zum 2:0. Schranz nickte nach Flanke von Göpfert ein.

Sulzdorf setzte alles auf eine Karte, prallte aber an der von Georg Faust bestens organisierten Abwehr ab. Ein weiterer Tempogegenstoß führte zum dritten VfB-Treffer. Auf Vorarbeit von Schranz schoss Göpfert freistehend ein. Der Gegentreffer in der Nachspielzeit war nur Makulatur und ging in den da schon angestimmten Freudengesängen der VfB-Fans unter.

Nur sechs Monate gut mitgehalten

In der B-Klasse währte die Freude allerdings nur sechs Monate. "Nach einer passablen Vorrunde, in der wie sogar einmal Tabellenführer waren, stürzten wir in der Rückrunde auf einen Abstiegsplatz ab, weil wir zum einen Verletzungsprobleme hatten; zum anderen fehlte es bei manchen Akteuren auch an der notwendigen Einstellung. In der B-Klasse war gegen spielstarke Teams einfach mehr Trainingsfleiß gefragt", erinnert sich Ulli Baumann.

Nach der Saison 1994/95 stiegen Baumann und Mitstreiter nochmals nach dem Gewinn der Relegation auf, aber wieder postwendend ab. Von da ab geriet das VfB-Schiff ins Schlingern. Der Kader wurde immer kleiner. "Mit nur 13 beziehungsweise 14 Spielern auf gutem Niveau wurde es immer schwieriger", meint Rolf Baumann im Rückblick.

Der Klub stieg wieder ab und musste notgedrungen Anfang des 21. Jahrhunderts mit dem TSV Maßbach eine Spielgemeinschaft eingehen. Diese hielt nicht allzu lange. Konsequenz war, dass der VfB den Spielbetrieb aufgab.

"Es war eine schöne Zeit", rekapitulierten Vater und Sohn Baumann, "aber die Auflösung der Fußballabteilung war nicht zu verhindern. Wir waren in dieser Hinsicht Vorreiter für viele kleine Dorfklubs, die ihren Spielbetrieb nur über Spielgemeinschaften oder Fusionen aufrechterhalten können."

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