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Warum es für die SG Prappach/Oberhohenried doppelt runter geht

Der Verzicht auf die Kreisliga hat für die Spielgemeinschaft gravierende Folgen. Statt in die Kreisklasse geht es für die Mannschaft hinunter in die A-Klasse.
Die SG Prappach/Oberhohenried muss nach ihrem Kreisliga-Verzicht in der kommenden Saison in der A-Klasse antreten. Ob Spielertrainer Alexander Derra dann noch an Bord ist, scheint noch nicht ganz geklärt.
Foto: Matthias Lewin | Die SG Prappach/Oberhohenried muss nach ihrem Kreisliga-Verzicht in der kommenden Saison in der A-Klasse antreten. Ob Spielertrainer Alexander Derra dann noch an Bord ist, scheint noch nicht ganz geklärt.

Der Verzicht auf die Kreisliga kam bei der SG Prappach/Oberhohenried nicht von ungefähr. Die Mannschaft aus den beiden Haßfurter Stadtteilen kämpfte gegen den Abstieg, ließ dabei noch die SG Sennfeld hinter sich und hätte letztlich durch den Saisonabbruch die Klasse gehalten.

Doch entschied man sich anders: "Wir haben zu viele Langzeitverletzte und in der kommenden Saison mindestens genau so viele Probleme bekommen wie in vergangenen", beklagt Martin Achtmann, der stellvertretende Sport-Vorstand des TSV Prappach trotz des Zusammenschluss zweier Vereine horrende Personalsorgen.

Also entschied der TSV zusammen mit SG-Partner FSV Oberhohenried, eine Klasse weiter unten anzufangen. So war der Plan. Der sah auch vor, den Kreisliga-Verzicht rechtzeitig vor Saisonschluss zu beantragen, um in der nächsten Runde in der Kreisklasse auf Torejagd zu gehen.

Ein Verzicht bedeutet immer den Abstieg um zwei Spielklassen

Aber: "Ein freiwilliger Verzicht auf einen Startplatz in einer Liga, der sportlich erreicht wurde, bedeutet grundsätzlich den Abstieg um zwei Klassen", erklärt Kreisspielleiter Gottfried Bindrim im Gespräch mit dieser Redaktion. Dies habe er den Verantwortlichen der SG auch so mitgeteilt. Seit rund fünf Jahren gebe es diese Entscheidung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV).

Der Verband hatte diese Regel eingeführt, um die "Hemmschwelle" für einen Verzicht nach oben zu setzen. "Sonst hätte es passieren können, dass beispielsweise finanziell klamme Bayernligisten ihren Verzicht erklären, um in der Landesliga zu gesunden", verdeutlicht Bindrim. Was natürlich zu einem gewaltigen Aufblähen der Landesligen hätte führen können. "Wenn die aber bis in die Bezirksliga absteigen, überlegen sie es sich mit dem Verzicht eher noch einmal."

Der BFV hatte kurzzeitig zwar überlegt, diese Regelung in dieser ungewöhnlich langen und am Ende abgebrochenen Saison auszusetzen, sich dann aber doch dagegen entschieden, sagt Bindrim. Eine Überlegung, auf Martin Achtmann gehofft hatte: "Mit dem Saisonabbruch hatten wir eine Ausnahmesituation. Da hätte der Verband auch durchaus etwas flexibel reagieren können."

"Natürlich haben wir das Ziel, in die Kreisklasse zurückzukehren. Aber ob wir das sofort realisieren können, ist fraglich."
Martin Achtmann, stellvertretender Sport-Vorstand TSV Prappach

"Das war natürlich eine ganz, ganz schwere Entscheidung", beschreibt Achtmann die Diskussion innerhalb der Spielgemeinschaft. "Aber schlussendlich war uns klar, dass wir in der Kreisliga ganz hinten drin gestanden wären – ohne Aussicht auf Siege."

Auf die Spielgemeinschaft hat der Abstieg in die A-Klasse, Stand heute, laut Achtmann aber keine Auswirkungen, der FSV Oberhohenried trägt die Entscheidung mit. Nicht abschätzen kann der 46-Jährige aber die Situation der Reserve-Mannschaft. Die steht als Absteiger aus der A-Klasse 3 fest. "Unser Ziel ist es natürlich, weiterhin eine zweite Mannschaft zu haben, aber ob wir das stemmen können, ist momentan noch fraglich", sieht der Industriefachwirt die personelle Situation der SG mit Sorgen.

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Denn ob die Langzeitverletzten irgendwann wieder zur Verfügung stehen, ist zumindest fraglich. "Bei Jürgen Lang könnte es sein, dass er nicht mehr zurückkehren wird", meint Achtmann. Er hofft, dass zumindest Andi Knorz wieder angreifen werde. Bei einigen anderen Spielern "sieht es aber nicht so gut aus".

Wichtig ist den Prappachern, "den Spaß am Fußball wieder zurückzugewinnen. Wenn man immer nur gegen den Abstieg spielt, fehlt der natürlich", hofft Achtmann, dass in Prappach bald wieder mehr gelacht werden kann. "Natürlich haben wir das Ziel, in die Kreisklasse zurückzukehren. Aber ob wir das sofort realisieren können, ist fraglich. Wir wissen ja heute noch nicht, was bis zum tatsächlichen Saisonstart noch alles passiert."

Was ist mit dem Trainer?

Und was passiert mit dem Trainer? Alexander Derra hat vor rund zwei Monaten gegenüber dieser Redaktion erklärt, dass er gerne in Prappach bleiben würde – zu diesem Zeitpunkt war von einem Verzicht auf die Kreisliga aber noch nicht die Rede. "Wir sind noch in Gesprächen mit Alex", hofft Achtmann auf einen Verbleib des Spielertrainers. "Wenn er den Schritt in die A-Klasse nicht mitgeht, dann müssen wir uns nach einem neuen Trainer umschauen. Aktuell planen wir aber mit Alexander Derra." 

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