Schweinfurt

FC-05-Spiel nach schwerem Autounfall der Gäste abgesagt

Sechs Spieler des SV Schalding-Heining mussten nach der Kollision ihres Kleinbusses mit einem Lkw zur Beobachtung ins Krankenhaus. Warum die Schweinfurter verzweifeln.
Krankenwagen statt Mannschaftsbusse: Das Regionalliga-Spiel zwischen dem FC 05 Schweinfurt gegen SV Schalding-Heining; Schaldinger Kleinbus war in einen schweren Unfall verwickelt
Foto: Michael Bauer | Krankenwagen statt Mannschaftsbusse: Das Regionalliga-Spiel zwischen dem FC 05 Schweinfurt gegen SV Schalding-Heining; Schaldinger Kleinbus war in einen schweren Unfall verwickelt

Nach der Corona-bedingten Absage der Partie gegen Garching konnte der FC 05 Schweinfurt auch sein zweites angesetztes Regionalliga-Heimspiel nach der Pandemie-Pause nicht austragen: Keine 100 Meter vor dem Willy-Sachs-Stadion fuhr ein Lkw ungebremst auf einen der Kleinbusse, mit denen die Gäste vom SV Schalding-Heining angereist waren, auf. Von den sieben darin sitzenden Spielern zeigten sechs Symptome und wurden zur Sicherheit mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht, wo sie im Hinblick auf eine Verletzung im Bereich der Halswirbelsäule beobachtet wurden. Am Nachmittag konnten sie die Heimreise antreten.

Das sind die wenig schönen Fakten eines Fußball-Samstages, der ohnehin kein normaler gewesen wäre: Das erste Liga-Heimspiel der Nullfünfer im Jahr 2020 wäre als erstes Regionalliga-Geisterspiel in die Geschichte eingegangen. So bleibt mit der Absage das vorläufige Ende von sechs Wochen, wie sie für den FC 05 chaotischer nicht sein hätten können. Ein solches Drehbuch könnte kein Schmonzetten-Regisseur erfinden.

In diesem Kleinbus saßen die verletzten Spieler des SV Schalding-Heining.
Foto: Michael Bauer | In diesem Kleinbus saßen die verletzten Spieler des SV Schalding-Heining.

Rückblende: Am 11. September erzwingt Türkgücü München auf den letzten Drücker, mit nicht zu leugnender Berechnung eineinhalb Tage vor Anpfiff die Absage des Schweinfurter DFB-Pokal-Spiels beim FC Schalke 04. Es folgen ein Gerichtsurteil und eine Berufung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), der weiter lieber die 05er als die Türken im Pokal sieht. Am 10. Oktober kann die Regionalliga-Partie des FC 05 gegen den VfR Garching nicht stattfinden, weil die Gäste einen Corona-Fall beklagen. Und nun das Unglück der Schaldinger. Das Ganze eingebettet in die Corona-Krise.

Übelkeit und Schock-Zustand

"Meine Zeit hier in Schweinfurt ist verrückt", sagt 05-Trainer Tobias Strobl, der zwar schon Anfang November 2019 sein Amt angetreten hat, aber mit seiner neuen Mannschaft erst sechs Liga-Spiele und drei Partien im Liga-Pokal im Pflichtprogramm absolviert hat. "Bei vielem, was da passiert ist, bleibt ein fader Beigeschmack. Heute jedoch ist es natürlich das wichtigste gewesen, dass den betroffenen Schaldinger Spielern Gott sei Dank nichts schlimmeres passiert ist." Gästetrainer Stefan Köck sprach davon, dass seine betroffenen Spieler zunächst den Eindruck hinterlassen hätten, als wollten sie spielen - doch dann recht schnell blass geworden seien und über Übelkeit geklagt hätten. "Wir standen erst einmal alle unter Schock", so Köck, der den Unfall aus der Perspektive des hinter dem Unfall-Lkw fahrenden Kleinbusses erlebt hatte: "Wir haben nur bremsen müssen, erst dann haben wir realisiert, was weiter vorn passiert ist." Und das alles eine Kreuzung vor dem Stadion.

Ziemlich demoliert stand der am Unfall beteiligte Schaldinger Kleinbus später auf dem Gelände des Willy-Sachs-Stadions.
Foto: Michael Bauer | Ziemlich demoliert stand der am Unfall beteiligte Schaldinger Kleinbus später auf dem Gelände des Willy-Sachs-Stadions.

Die ob der vielen unfreiwilligen Pausen langsam verzweifelnden Schweinfurter entschieden sich spontan zu einer Trainingseinheit. Strobl hatte die Spieler wählen lassen: Freier Tag, Spaßtraining oder eine ernste Einheit - sie entschieden sich für Letzteres. "Das zeigt, wie fokussiert sie sind, sie wollten an diesem Tag wenigstens noch eine Belastungsspitze setzen." Was der nächste Belastungstest unter Wettkampfbedingungen sein wird, steht dagegen noch in den Sternen: Am kommenden Samstag stünde die Regionalliga-Partie in Memmingen an, würde aber abgesagte werden müssen, sollte das Oberlandesgericht doch noch die Pokal-Nominierung des FC 05 bestätigen. Dann fände am 3. oder 4. November das Spiel auf Schalke statt, für das die Schweinfurter vorher eine Woche in die Corona-Testphase gehen müssten.

Sehr viel Konjunktiv, den erst das Urteil ausräumen kann. Die Schweinfurter rechnen deswegen mit einer Entscheidung am Montag oder Dienstag. Andernfalls wäre der Pokal-Ersatztermin nicht mehr zu halten - zumal sich Türkgücü München seit Freitag nach drei positiven Fällen im Team in einer wohl bis zu 14-tägigen Quarantäne befindet.

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