Bergrheinfeld

Warum die Laune der Bergrheinfelder trotz Auftaktsieg nicht gut ist

Ein packendes Duell lieferten sich der TSV Bergrheinfeld und die TG aus Höchberg. Dennoch sind die Teams mit der derzeitigen Situation nicht glücklich. Woran liegt's?
Seine Treffer nutzten am Ende nichts: Höchbergs Rückraumspieler Andreas Sternkopf (blau-weißes Trikot), hier gegen Bergrheinfelds Michael Meyer, gehörte mit sieben Treffern zu den Stärksten auf dem Feld.
Foto: Steffen Krapf | Seine Treffer nutzten am Ende nichts: Höchbergs Rückraumspieler Andreas Sternkopf (blau-weißes Trikot), hier gegen Bergrheinfelds Michael Meyer, gehörte mit sieben Treffern zu den Stärksten auf dem Feld.

Mit packenden und mitreißenden 60 Minuten Handball läuteten der TSV Bergrheinfeld und die TG Höchberg vor rund 50 Zuschauern in der Bergrheinfelder TSV-Halle mit einem 24:21 (9:13) die Saison in der Bezirksliga ein. Nach einer enthusiastischen Handball-Begegnung waren nach Abpfiff aber auch nachdenkliche Stimmen aus den Reihen der Teams zu vernehmen.

Auf dem Spielfeld war den Akteuren jedoch nichts von der besonderen Situation durch die Corona-Pandemie anzumerken. In die Partie musste der Gast aus Höchberg übrigens ersatzgeschwächt gehen. Warum? Die fehlende Spielgenehmigung von drei Spielern wurde erst kurz vor dem Anpfiff in Bergrheinfeld bemerkt. Mit viel Elan brachte die Mannschaft des Trainergespanns Lorenz von Bibra und André Stemann trotzdem eine starke erste Hälfte auf die Platte, an dessen Ende sie sich – vor allem dank der vielen erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstöße – innerhalb der letzten fünf Minuten eine verdiente 13:9-Pausenführung herausspielen konnte.

58-jähriger Schlussmann als TSV-Rückhalt

Nach Wiederbeginn kämpfte sich das Heimteam mit guter Abwehrarbeit und emotionalem Spiel zurück. Besonders der 58 Jahre alte Schlussmann Rüdiger Ständecke wuchs mit etlichen starken Paraden mit jeder Minute des zweiten Durchgangs mehr über sich hinaus. Als Bergrheinfelds bester Torschütze des Tages, Simon Füller, zwölf Minuten vor Spielende erstmals seit der 25. Minute wieder ausgleichen konnte, stellte der TSV die Weichen auf Heimsieg.

Knapp eine Zeigerumdrehung später markierte Michael Meyer die 19:18-Führung. Anschließend konnten die Gäste, deren Kräfteverschleiß durch die spärlich besetzte Bank unübersehbar war, in einer dramatischen Schlussphase noch zweimal ausgleichen. Nach dem 23:21, wiederum durch Füller, drei Minuten vor Ende, war die Gegenwehr der tapferen Gäste allerdings gebrochen.

"Ich hoffe, wir können die Saison so lange wie möglich spielen."
TSV-Abteilungsleiter Jürgen Edelmann über die neue Runde

"Mit vollem Kader hätten wir hier - glaube ich - heute nicht verloren. Besser war der Gegner nicht", ärgerte sich TG-Coach von Bibra nach Abpfiff: "Uns war klar, dass Bergrheinfeld nach der Pause nochmal mit Vollgas rauskommt. Am Ende ging uns einfach die Puste aus."

Rundum zufrieden war, naturgemäß nach dem erfolgreichen Einstand in die neue Spielzeit, Bergrheinfelds Abteilungsleiter Jürgen Edelmann, der den verhinderten Cheftrainer Willi Barthelmes vertrat. "Nach vielen technischen Fehlern haben wir den Gegner in der ersten Halbzeit zu vielen Toren eingeladen und sind verdient mit einem Rückstand in die Pause gegangen", resümierte er: "In der Kabine haben wir uns dann einfach nur vorgenommen die zweite Hälfte konzentriert zu spielen." Der pragmatische Plan ging auf.

Die Freude über den Sieg wurde bei Edelmann dennoch etwas von der Sorge hinsichtlich der bevorstehenden Wochen im bayerischen Amateurhandball überdeckt. "Ich hoffe, wir können die Saison so lange wie möglich spielen", so Edelmann. Deutlicher drückte sich dahingehend der Höchberger von Bibra aus, der den Entschluss des Bayerischen Handball-Verbands, die Saison auszutragen, als "grenzwertig" bezeichnet. Einige ältere Spieler hätten entschlossen, erst einmal nicht spielen zu wollen. "Ein Arbeitgeber sagt ja mal nicht eben so: Geht dahin und steckt euch an", sagt von Bibra verständnisvoll zum Handball-Verzicht einiger seiner Spieler aufgrund der Gefahrenlage während der Pandemie. Ein reguläres Saisonende erwartet er indes nicht. "Wir werden immer wieder Pausen haben, weil Mannschaften nicht spielen dürfen", befürchtet er: "Letztlich ist das eine Übergangssaison."

Die Statistik des Spiels

Handball, Bezirksliga Männer 
TSV Bergrheinfeld – TG Höchberg 24:21 (9:13)
Bergrheinfeld: R. Ständecke – Füller 8 Tore, Landgraf 2, Schaubeck, Lunz 3, Edelmann 2, Arnold 3, L. Ständecke 1, Dünninger, Eusemann, Link 1, Meyer 4/2 per Siebenmeter, Ochel, Waigand.
Höchberg: Hoffart – Pirzkall, Schürlein, König 3, Link 5/1, Seidl 1, Nomigkeit 2, Szczesny 2, Sternkopf 7/4, Fischer 1.
Schiedsrichter: Stefan Dilsky, Christian Seifert (TSV Lengefeld). Zuschauer: 50. Zeitstrafen: 2/1. Gelb: 3/3. Spielfilm: 4:5 (11.), 8:8 (23.), 9:13 (29.), 14:15 (38.), 18:18 (48.), 20:19 (50.), 21:21 (54.), 24:21 (Endstand).
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