Würzburg

Fragen und Antworten zur guten Position der Würzburger Baskets

Auch nach der deutlichen Niederlage gegen Berlin: s.Oliver Würzburg hat im Grunde eine komfortable Situation im Klassenerhaltskampf: Vielleicht braucht's gar keinen Sieg mehr.
Die Zukunft? Würzburgs 19-jähriges Talent Julius Böhmer macht gerade Alba Berlins Star Luke Sikma nass.
Foto: Heiko Becker | Die Zukunft? Würzburgs 19-jähriges Talent Julius Böhmer macht gerade Alba Berlins Star Luke Sikma nass.

Denis Wucherer schürte Optimismus am Sonntagabend: Insgesamt "viel Positives" habe er mitgenommen aus der nach dem ersten Viertel nicht mehr wirklich infrage stehenden Niederlage gegen Alba Berlin, die mit 79:99 letztlich sogar noch ein wenig schmeichelhaft ausfiel. Eine der – abgesehen von der individuellen Klasse der Hauptdarsteller – sicher zahlreichen grundsätzlichen Ursachen hatte der Trainer von Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg beim kurzen Blick auf die Statistiken auch flugs herausgefunden: "Es ist unser altes Problem, dass wir in Relation zu den Assists zu viele Turnovers haben. Mit Alba sind wir auf einen Gegner getroffen, der genau diese Fehler konsequent wie kaum ein anderes Team in der Liga bestraft." Nun, in diesem Fall zementieren die Zahlen tatsächlich eine unanzweifelbare Einschätzung: Würzburg gab 15 Vorlagen und hatte 20 Ballverluste (eine Quote, mit der du allenfalls in glücklichsten Ausnahmefällen ein Basketballspiel gewinnen kannst). Berlin assistierte 24 Mal und verlor nur acht Mal das Spielgerät. Also, alleine schon deshalb, sozusagen: Game over!

"Wir gehen mit einem guten Gefühl in unsere letzten drei Aufgaben", meinte Wucherer noch. Die heißen für den Fünfzehnten Würzburg nun: der Tabellenvierzehnte Chemnitz (Mittwoch, 20.30 Uhr), der Dreizehnte Frankfurt (Freitag, 19 Uhr) und der bereits als Absteiger feststehende Letzte der 18 Klubs, Vechta (Sonntag, 15 Uhr). Die drei wichtigsten Fragen und Antworten zum Kampf um den Klassenerhalt für die Würzburger:

Können die Baskets die Liga aus eigener Kraft sichern und was fehlt dazu?

Yep! Ein Sieg! Und, Hand aufs Herz: Selbst der rot-weiß vereinsbebrillteste Anhänger der Würzburger müsste demütigst eingestehen, dass diese Mannschaft und dieser Klub die Tauglichkeit für das Oberhaus erst einmal verwirkt hätte, würde ihnen dieser eine, die Klasse sichernde Erfolg in den drei letzten Spielen gegen diese Kontrahenten nicht gelingen.

Und wie geht's weiter? Cameron Hunt (vorne) und Baskets-Trainer Denis Wucherer.
Foto: Heiko Becker | Und wie geht's weiter? Cameron Hunt (vorne) und Baskets-Trainer Denis Wucherer.
Müssen die Baskets tatsächlich unbedingt noch einmal gewinnen?

Nein! Sie können auch alle drei Heimspiele vergeigen! Voraussetzung dann für den Ligaverbleib: Der Vorletzte Gießen verliert wenigstens eines seiner zwei restlichen Spiele. Am wahrscheinlichsten: das am Dienstag in Bamberg, dann empfangen die Hessen noch Braunschweig. Pluspunkt für die Baskets: Bamberg benötigt noch einen Sieg, um sich auch rechnerisch final für die Play-offs zu qualifizieren. Braunschweig ist zwar gut drauf und hat seine letzten vier Spiele gewonnen (darunter in Berlin und gegen Würzburg), kann die Runde aber gemütlich ausklingen lassen. Tabellen-Arithmetik gegen Saisonende, zumal im Basketball, kann nervig sein. Aber sie sorgt auch dafür, dass die Würzburger – bei einer Gießener Niederlage in Bamberg – am Dienstagabend den Klassenerhalt auf der Couch feiern und sehr tiefenentspannt in ihre letzte drei Spiele gehen könnten. 

Und falls die aktuell nach menschlichem Ermessen ziemlich wahrscheinliche Situation eintritt, dass die Baskets Erstligist bleiben – was dann?

Da sind aktuell bestimmt der Klub und die für ihn Verantwortlichen auch noch ziemlich gespannt drauf! Die Aussicht, dass mehr als zwei, maximal vier der zuletzt 14 unter Vertrag stehenden Spieler auch in der kommenden Saison noch für Würzburg auflaufen werden, erscheint gerade ähnlich wahrscheinlich wie die Entdeckung von grünen Männchen auf dem Mars. Konstanz ist anders – aber ganz ehrlich: Warum sollte es auch anders sein in diesem systemimmanent dem Söldnertum huldigenden Sport? Nach diesen Leistungen in einer sicherlich nicht nur aufgrund der enormen Verletzungsserie als Seuchen-Saison abzuhakenden und für nicht wenige Spieler auch verlorenen Runde könnte auch ein ganz grundlegender Neuaufbau eine echte Alternative sein für die Baskets.

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