Würzburg

Die Kickers können ihr Endspiel nicht gewinnen

Trotz der frühen Führung durch Neuzugang Marvin Pieringer schaffen es die Rothosen nicht, gegen den dezimierten Vorletzten FC St. Pauli zu gewinnen.
Früher Jubel: Marvin Pieringer feiert sein Tor zum 1:0.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Früher Jubel: Marvin Pieringer feiert sein Tor zum 1:0.

Die Würzburger Kickers kommen nicht voran. Das Spiel gegen den FC St. Pauli hatte Trainer Bernard Trares zum Endspiel ausgerufen. Doch die Rothosen konnten, obwohl sie nach einer Gelb-Roten Karte für Marvin Knoll eine Halbzeit lang in Überzahl agierten, nicht gewinnen und mussten sich am Ende mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Ein Ergebnis, mit dem die Gäste deutlich zufriedener sein konnten.

Die Veränderungen, die die Kickers derzeit an ihrem Team vornehmen, gleichen einer Operation am offenen Herzen. Er wolle "die Mannschaft sukzessive verbessern" hatte Bernhard Trares nach der 2:4-Niederlage gegen den Karlsruher SC am Samstag gesagt. Da waren die Kickers, so schien es, am fußballerischen Tiefpunkt angelangt. Das Nachholspiel am Mittwoch, das Kellertreffen gegen den FC St. Pauli, es sollte, so hofften sie am Dallenberg, zum Wendepunkt werden. Auch, weil nun erstmals die vier bislang verpflichteten Neuzugänge zum Einsatz kommen konnten. 

Am Dienstag hatten die Kickers Nägel mit Köpfen und die Verpflichtung von Martin Hasek perfekt gemacht. Der 25-jährige Mittelfeldmann, der sich nach Transferstreitigkeiten mit seinem Ex-Klub Sparta Prag seit März individuell fit gehalten hatte, trainierte bereits seit einigen Tagen bei den Rothosen. Über die Details der Verpflichtung und die Vertragsdetails äußerten sich die Kickers nicht. Gegen St. Pauli saß Hasek zunächst einmal auf der Bank, ebenso wie der vom österreichischen Flyeralarm-Klub Admira Wacker an den Dallenberg gekommene Sturm-Oldie Stefan Maierhofer. Zumindest bis Saisonende Würzburg verlassen hat indes Angreifer Saliou Sané. Er ist an Drittligist 1. FC Magdeburg ausgeliehen.

Mit Rechtsverteidiger Rolf Feltscher und dem aus der U-23-Mannschaft des SC Freiburg ausgeliehenen Stürmer Marvin Pieringer schafften es zwei Winter-Neuzugänge auch gleich in die Startelf. Und der 21-Jährige sollte auch schon bald im Blickpunkt stehen.

Für die erste Überraschung des Abends sorgte Kickers-Coach Trares freilich mit seiner Aufstellung. Im Kasten stand zum zweiten Mal in dieser Saison Hendrik Bonmann und nicht Fabian Giefer. "Wenn ein Spieler so viele Spieler verloren hat und so viele Tore kassiert hat, dann ist es einmal an der Zeit zu wecvhseln", so Trares.

Der Wechsel im Kickers-Kasten war auch so ein Zeichen für einen Neubeginn. Ein weiteres: der Platztausch von Sebastian Schuppan. Der Ex-Kapitän hatte seit seiner Ernennung zum Vorstand Sport die Spiele stets von der Tribüne aus verfolgt. Diesmal setzte er sich auf die Bank, nah bei der Mannschaft. Trainer Trares indes war an diesem Mittwochabend deutlich aktiver an der Seitenlinie als noch zuletzt, setzte sich kaum einmal auf seinen Stuhl am Spielfeldrand, sondern machte ordentlich Meter in seiner Coaching-Zone.

Woran es auch immer lag. Bei diesem von Trares bereits als Endspiel ausgerufenen Aufeinandertreffen klappte in der ersten Halbzeit bei den Kickers so manches, was in dieser Saison bislang so oft schief gegangen war. "Wir haben heute eine andere Leistung gezeigt, als noch am Wochenende", fand Trares.

Nach acht Minuten des zögerlichen Abtastens, in denen man beiden Teams die Wichtigkeit dieser Partie deutlich anmerkte, hatte Kickers-Offensivakteur David Kopacz Pieringer mit einem feinen Pass in den Strafraum in Szene gesetzt. Der Kickers-Newcomer düpierte Gäste-Kapitän Marvin Knoll im Zweikampf und wurde deutlich gefoult: Elfmeter - die große Chance in diesem so wichtigen Spiel früh die Weichen zu stellen. Und Pieringer zeigte bei seinem Zweitliga-Debüt gleich einmal, dass er über ein ausgeprägtes Selbstvertrauen verfügt. Der 21-Jährige, in dieser Saison in der Regionalliga Süd-West bei 14 Einsätzen mit zwölf Toren, schnappte sich gleich den Ball, verwandelte sicher und erzielte gleich im ersten Spiel für die Kickers seinen ersten Treffer (8.).

Eine wichtige Führung, die den Kickers Sicherheit geben sollte. Tatsächlich hätte die Führung den Kickers kurz darauf auch wieder aus den Händen gleiten können. Doch als Daniel Kofi Kyereh sich im Kickers-Strafraum durchsetzte, machte Bonmann im Kickers-Kasten geschickt die kurze Ecke des Tores dicht und der Schuss prallte an den Pfosten (14.). Bei einem Kopfball von Igor Matonovic lenkte der Kickers-Schlussmann den Ball noch über den Kasten (25.). Der neue Mann im Kickers-Tor zeigte also durchaus seine Qualität.

Und nicht nur die Gäste hatten ihre Chancen. Daniel Hägele hätte in der 19. Minute den zweiten Kickers-Treffer erzielen müssen. Doch der Defensivmann war nach einer starken Feltscher-Flanke womöglich selbst überrascht, wie frei er im Fünf-Meter-Raum zum Abschluss kam und bugsierte das Spielgerät am Tor vorbei.

Trotzdem schien beim Seitenwechsel alles für die Kickers zu laufen. Nicht nur weil die Rothosen zum ersten Mal unter Trares mit einer Führung in die Pause ging, sondern weil die Hausherren da bereits einen Spieler mehr auf dem Feld hatten. Knoll hatte Dominic Baumann, der an der Mittellinie einen Fehlpass der Hamburger erlaufen hatte, mit einem Foul gestoppt und sah Gelb-Rot. Eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung von Schiedsrichter Michael Bacher.

Aber eine Hinausstellung, die sich im Nachhinein nicht als Vorteil für die Kickers erwies. Denn man merkte in den zweiten 45 Minuten eigentlich nie, dass die Kickers in Überzahl waren. Der Trares-Elf entglitt die  Spiel-Kontrolle und in der 57. Minute rächte sich dies: die Kickers verpassten mehrfach die Gelegenheit den Ball zu klären und am Ende sprang das Spielgerät Rico Benatelli vor die Füße: der Ex-Kickers-Akteur traf zum 1:1.

Trares versuchte nun vieles brachte mit Hasek und Maierhofer auch die beiden weiteren Winter-Neuzugänge. Doch die Kickers-Versuche wirkten fortan eher verzweifelt als strukturiert und das Remis war am Ende ein Rückschlag im Bemühen den Anschluss an den Rest des Zweitliga-Feldes herzustellen. Von einem Endspiel wollte 

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