Würzburg

HSV gegen Kickers: Hollerbach hofft auf ein Remis

Vor dem Würzburger Gastspiel beim großen Liga-Favoriten beantworten ist das Team von Marco Antwerpen krasser Außenseiter. Was dem Aufsteiger trotzdem Mut machen kann.
Als Trainer des Hamburger SV hatte Bernd Hollerbach oft Grund zum Klagen: In sieben Spielen gab es keinen einzigen Sieg. Nun trifft sein norddeutscher Herzensklub auf seinen anderen Lieblingsverein. Für das Spiel des HSV gegen die Kickers hofft er auf viele Tore und ein Unentschieden.
Foto: Christian Charisius | Als Trainer des Hamburger SV hatte Bernd Hollerbach oft Grund zum Klagen: In sieben Spielen gab es keinen einzigen Sieg. Nun trifft sein norddeutscher Herzensklub auf seinen anderen Lieblingsverein.

Es ist ein besonderes Spiel für die Würzburger Kickers. An diesem Samstag (13 Uhr) tritt der Fußball-Zweitliga-Aufsteiger zum ersten Mal im Volksparkstadion beim einstigen Erstliga-Dino Hamburger SV an. Aber ist es auch das erste Aufeinandertreffen beider Klubs? Diese und andere Fragen klären wir vor der Partie:

Wie ist die Bilanz der Kickers gegen den HSV?

Es ist nicht das erste Mal, dass beide Klubs gegeneinander spielen. Kickers-Archivar Rainer Adam hat tief in den Archiven gewühlt und herausgefunden: Die sportliche Bilanz der Kickers gegen den sechsmaligen deutschen Meister von der Elbe ist ausgeglichen. Ein Sieg und eine Niederlage gab es für die Kickers in zwei Freundschaftsspielen, die beide auf dem alten Platz an der Randersackerer Straße in Würzburg stattfanden. Beim ersten Vergleich am 8. September 1924 verloren die Kickers mit 1:5. Am 2. Juni 1930 schafften sie dann aber eine kleine Überraschung, als sie die Hanseaten, die zwei Jahre zuvor ihren zweiten deutschen Meistertitel gewonnen hatten, nach einem 0:3-Rückstand noch mit 5:3 besiegten.

Vier Spiele, vier Siege - was macht den HSV derzeit so stark?

Bislang agierten die Hamburger in dieser Saison äußerst souverän. Vor allem die taktische Vielseitigkeit war zuletzt beim 3:0 gegen Aue beeindruckend. „Wir sind in der Hinsicht sehr variabel“, sagt Trainer Daniel Thioune. Die Hamburger präsentieren sich derzeit ziemlich unberechenbar. Die ständigen Wechselspiele, die Rotation sei aber kein Selbstzweck, betont der neue Trainer, der im Sommer vom VfL Osnabrück nach Hamburg gewechselt war. Thioune könnte sich, darauf deutet derzeit einiges hin, für die Hamburger als Glücksgriff erweisen. Die vielen Lobeshymnen nimmt der 46-Jährige gelassen. „Davon können wir uns nichts kaufen. Ich weiß das einzuordnen.“ Dass die Konkurrenz – auch Kickers-Trainer Marco Antwerpen – den HSV schon früh als feststehenden Aufsteiger ausrufen, das solle sein Team nicht beeinflussen, so Thioune: „Das würde ich als gegnerischer Trainer vielleicht auch so machen.“ In Sicherheit wiegen, werde sich sein Team deshalb aber nicht.

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Was macht den Kickers Hoffnung?

Da gibt es auf dem Papier wenig. Vielleicht das: Die Hanseaten müssen auf den flinken Flügelstürmer Bakery Jatta verzichten. Er musste das Abschlusstraining am Freitag mit Adduktorenproblemen abbrechen. Bei den Kickers indes hakte es beim 0:2 gegen Holstein Kiel vor allem in der Offensive. Oder, dass die Hamburger erst am Mittwochabend ihr Nachholspiel gegen den FC Erzgebirge Aue (3:0) absolvieren mussten. „48 Stunden Pause sind nicht viel“, sagt auch HSV-Coach Daniel Thioune. Doch sein Würzburger Gegenüber Antwerpen muss darüber nur müde lächeln: „Das sind Profis. Die müssen doch drei Spiele in der Woche absolvieren können.“ Immerhin könnte Ridge Munsy als Kickers-Angreifer sein Pflichtspieldebüt geben. Der Schweizer war zuletzt beim Heimspiel gegen Aue wegen einer Erkältung ausgefallen. Noch nicht mitwirken kann der jüngst verpflichtete Chris David. Für den Niederländer liegt den Kickers noch keine Spielgenehmigung vor.

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Nehmen die Hamburger die Kickers ernst?

Ein bisschen werden die Kickers darauf hoffen, dass der Tabellenführer die Aufgabe auf die leichte Schulter nimmt. „Ich denke, dass die Würzburger Kickers sehr unglücklich in die Saison gestartet sind“, stellt Thioune fest. Nach dem Trainerwechsel und den vielen Neuzugängen sei es auch gar nicht so einfach die Würzburger Mannschaft einzuschätzen: „Ich denke, dass die Jungs aus Würzburg sehr engagiert und kompakt verteidigen werden.“

Wem drückt Bernd Hollerbach die Daumen?

Hollerbach, der nicht nur bei beiden Vereinen kickte, sondern sowohl beim HSV als auch bei den Kickers als Trainer tätig war, tippt, wie sollte es auch anders sein, auf ein Remis: „Ich wünsche mir ein schönes 3:3. Das wäre doch ein Super-Ergebnis. In jedem Fall wird es ein enges Spiel“, so Hollerbach zur "Bild"-Zeitung.

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