Würzburg

Kickers-Trainer Antwerpen will beim HSV rotzfrech sein

Der Würzburger Übungsleiter betont vor dem Treffen mit dem großen Aufstiegsfavoriten: "Wir spielen jetzt in einer Liga."
Kickers-Coach Marco Antwerpen (hier im Gespräch mit Kapitän Arne Feick) erhofft sich einen mutigen Auftritt in Hamburg.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Kickers-Coach Marco Antwerpen (hier im Gespräch mit Kapitän Arne Feick) erhofft sich einen mutigen Auftritt in Hamburg.

Die Aufgabe an diesem Samstag (13 Uhr) könnte für die Würzburger Kickers größer kaum sein. Beim Hamburger SV, dem wohl schwersten aller Fußball-Schwergewichte in dieser zweiten Bundesliga, tritt das Team von Trainer Marco Antwerpen an. Als siegloser Tabellenletzter beim Ersten, der vier von vier Partien gewonnen hat. Da wird aus dem Außenseiter fast schon ein Draußenseiter. Eine echte Chance haben die Würzburger nicht. Oder?

Moment einmal! Ganz so schnell will Antwerpen vor seinem ersten Auswärtsspiel als Kickers-Trainer die Segel nicht streichen. "Einfach einmal rotzfrech drauf losspielen." Das wünscht sich Antwerpen von seiner Mannschaft wünschen. "Wir spielen jetzt in einer Liga", erinnert er an eine schlichte Tatsache. Und deshalb solle sein Team auch bloß nicht zu viel Respekt zeigen. Nicht nur der HSV stehe gegen die Kickers unter Druck. Nicht nur die 1000 Zuschauer, die im 51 500 Besucher fassenden Volkspark-Stadion dabei sein dürfen, werden einen deutlichen Heimsieg erwarten. "Auch wir haben Druck. Wir wollen ein gutes Spiel machen", so Antwerpen.

Wie die Saison für die Hanseaten ausgehen wird, da ist sich Antwerpen sicher: "Der HSV wird aufsteigen", sagt er. Viel zu hoch sei die individuelle Qualität der Spieler, als dass es der einstige Erstliga-Dino auch im dritten Anlauf wieder an der Rückkehr ins Oberhaus scheitern könnte: "Simon Terrodde", nennt Antwerpen als Beispiel: "Er hat seit Jahren bewiesen, was er drauf hat. Seine Verpflichtung ist natürlich ein Top-Transfer."

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Ewerton in der Startelf?

Der Würzburger Top-Transfer soll ausgerechnet vom HSV kommen. "Er wird für uns noch sehr wertvoll werden", sagt Antwerpen über Abwehrspieler Ewerton. Der Brasilianer, der in Hamburg zuletzt ein ganz übles Jahr voller Verletzungen und Rückschläge erlebt hatte, kommt, so berichtet der Trainer, immer besser in Fahrt. Da käme ein Einsatz gegen den Ex-Verein doch gerade recht, denkt offenbar auch der Kickers-Coach: "Es stimmt. In solchen Momenten sagt man immer: Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. Ein Stürmer schießt gegen seinen Ex-Klub oft einen Doppelpack. Aber Ewerton ist nun mal Verteidiger. Vielleicht köpft er ja eine Ecke ins Tor." Ob der 31-Jährige, der zuletzt nur noch beim Regionalliga-Team der Hanseaten zum Einsatz kam, tatsächlich erstmals bei einem Pflichtspiel für die Kickers in der Startelf steht? Da will sich Antwerpen nicht in die Karten schauen lassen.

Gegen seinen Ex-Klub vor dem Pflichtspiel-Debüt für die Kickers? Rothosen-Neuzugang Ewerton.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Gegen seinen Ex-Klub vor dem Pflichtspiel-Debüt für die Kickers? Rothosen-Neuzugang Ewerton.

Die Auswahl ist groß. Zwar klagt Frank Ronstadt nach dem Ellbogenschlag gegen seinen Kopf im Spiel gegen Kiel (0:2) noch immer über Schwindel. Ansonsten aber gibt es keine Ausfälle. Auch der Langzeitverletzte Niklas Hoffmann ist nach seiner Rückenverletzung wieder ins Training zurückgekehrt. Der Kampf um die Stammplätze müsste also im 29-Mann-Kader längst entbrannt sein. "Da ist mir manchmal zu wenig los", sagt der Kickers-Trainer aber. Der Kampf um die Stammplätze wird offenbar noch mit angezogener Handbremse geführt. Die Aufstiegseuphorie, von der Liga-Neulinge oft zehren, ist längst verschwunden oder hat sich, auch wegen der fehlenden Zuschauer in Corona-Zeiten nie richtig eingestellt. Da könnte das Spiel beim Liga-Top-Favoriten doch gerade recht kommen als emotionaler Wendepunkt? "Ja. Aber wir müssen auch aufpassen. Wir brauchen nicht nur eine Top-Motivation gegen den HSV, sondern in jedem einzelnen Spiel, sonst haben wir keine Chance", sagt Antwerpen.

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Der Trainer drückt aufs Tempo. Das Team muss zusammenwachsen und alle Manschetten schnell ablegen: "Wir müssen uns bewusst werden, dass wir jetzt in der zweiten Liga sind." Antwerpen hielt es am Donnerstag für nötig, Tacheles zu reden. Respekt ja, aber zu klein machen solle sich sein Team nun bloß nicht. Die Außenseiterrolle nehmen die Kickers ja gerne an. Ein Draußenseiter will Antwerpen aber nicht bleiben, so die deutliche Botschaft: "Wir fahren nach Hamburg, um von dort etwas mitzunehmen." Hört sich an wie eine Trainer-Floskel. Vor diesem besonderen Spiel ist dieser Ausspruch aber auch ein Zeichen. Die Kickers sollen sich endlich etwas zutrauen.

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