Würzburg

Kommentar zur Situation der Baskets: Trügerische Sicherheit

Nach der Verletzung eines Leistungsträgers und dem hart erkämpften 89:77-Erfolg in Bonn, dem vierten Saisonsieg im elften Spiel, steht s.Oliver Würzburg vor einem Problem.
Wo führt der Weg der Baskets hin? Denis Wucherer erklärt in Bonn Cameron Hunt, einem seiner drei verbliebenen Importspielern, wo es langgehen soll.
Foto: HMB Media/Julian Meusel/Eibner-Pressefoto | Wo führt der Weg der Baskets hin? Denis Wucherer erklärt in Bonn Cameron Hunt, einem seiner drei verbliebenen Importspielern, wo es langgehen soll.

So erfreulich der 89:77-Erfolg in Bonn, der vierte Saisonsieg, für Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg auch sein mag: Die Baskets und Trainer Denis Wucherer sowie sein Assistent Steven Key stehen nun auch vor einem nicht zu unterschätzenden Problem. Durch die Verletzungen von Zach Smith und nun jüngst von Justin Sears und nach der Vertragsauflösung mit Taylor Persons ist die spielfähige Mannschaft ordentlich zusammengeschrumpft.

Zusammengestellt wurde der Kader aufgrund des halbierten Etats im Vergleich zum Vorjahr gezwungenermaßen eh schon ziemlich optimistisch - es sind auch Spieler dabei, das hat sich in den elf Saisonspielen gezeigt, die sich arg strecken müssen, um auf zumindest ordentlichem Bundesliganiveau mithalten zu können. Wucherer hat aktuell noch drei gesunde Importspieler zur Verfügung: Brekkott Chapman, Tyson Ward und Cameron Hunt, die alle drei in Bonn eine starke Vorstellung boten. Zwei Rookies und einer, der zuletzt in der dritten Klasse spielte.

Lesen Sie hier: Die Analyse des Spiels in Bonn

Auch wenn der jüngste Sieg für die Baskets vor allem nach dem Aus von Sears nach einer Viertelstunde genauso wundersam wie wunderbar war - er trägt eine Gefahr in sich. Die lautet: Siehste, geht doch auch so!

Tyson Ward (rechts, mit dem Ex-Würzburger Leon Kratzer) ist einer der drei aktuell einsetzbaren Ausländern bei den Baskets.
Foto: HMB Media/Julian Meusel/Eibner-Pressefoto | Tyson Ward (rechts, mit dem Ex-Würzburger Leon Kratzer) ist einer der drei aktuell einsetzbaren Ausländern bei den Baskets.

Geht es vermutlich nicht. Es ist eine trügerische Sicherheit. Weil: Derartige Kraftakte wie am Samstag, bei denen selbst gegen nominell viel stärker besetzte Kontrahenten leidenschaftlicher Einsatz bis zur Überschreitung des eigentlichen körperlichen Leistungsvermögens und übergroßes Herz überschaubare individuelle Klasse kaschieren, lassen sich bestimmt nicht beliebig oft in einer Saison wiederholen. Es könnte fatal enden, wenn sich die Baskets durch den guten, aber letztlich erfolglosen Auftritt gegen den Zweiten Crailsheim oder diesen Sieg in Bonn in falscher Sicherheit wögen.

Spiel verpasst? Hier geht's zum Liveticker zum Nachlesen.

Es genügt ein Blick auf den Spielplan. Nach der Dienstreise nach Frankfurt kommenden Sonntag geht's nach Berlin und Oldenburg, ehe München kommt. Drei Spiele also, die diese Baskets nach menschlichem Ermessen auch nicht mit hektischen Neuverpflichtungen gewinnen werden. Anfang bis Mitte Februar wird wichtig, mit den Gegnern Göttingen, Gießen und MBC.

Mindestens zwei, nach Sears' vermutlich langwieriger Verletzung wohl besser drei Neue wird's bis dahin wohl brauchen - soll das Erreichen des Saisonziels Klassenerhalt nicht doch zu einem Ritt auf der Rasierklinge werden. Nun sind also nicht mehr ausschließlich die Mannschaft und die Trainer gefragt - sondern auch der Klub und seine neuen Gesellschafter, die zeigen können, was es ihnen wert ist, die Wahrscheinlichkeit eines Abstiegs-Rodeos zumindest zu verringern.

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